Auf den Ortsseiten steht kein Wert ohne Herkunft. Was sich zwischen den Quellen wirklich unterscheidet, ist die Bezugsfläche – das Gebiet, für das ein Wert gilt. Sie entscheidet, wie konkret eine Aussage werden darf: Der Bemessungsniederschlag gilt für 25 Quadratkilometer, die amtliche Warnung für einen ganzen Landkreis. Diese Seite ordnet alle Quellen danach – von der Punktmessung bis zur Verwaltungsgrenze.
Die Quellen
Die zehn Datenquellen, nach Bezugsfläche sortiert
Je weiter unten, desto größer die Fläche – und desto allgemeiner die Aussage. Bei jedem Datensatz steht, was daraus auf der Ortsseite wird und wo seine Aussage endet.
Punktmessung am Gewässer
PEGELONLINE
Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) · live, Abruf alle 10 Minuten
Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel, mit Gewässername und Flusskilometer.
GrenzeNur Bundeswasserstraßen und nur bis 25 km Entfernung – für kleine Bäche gibt es keinen Pegel. Auf 57 % der Ortsseiten vorhanden.
Punktmessung an einer Station
Klimanormale 1991–2020
Deutscher Wetterdienst, Station · Referenzperiode, wechselt erst 2031
Mittlerer Jahresniederschlag im Vergleich zum Deutschlandmittel von 791 mm.
GrenzeEine Station steht selten im Ort. Wir weisen die Entfernung deshalb auf jeder Seite mit aus.
200-m-Gitter
DGM200
Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) · statisch
Höhe über NN am Ortszentrum und Reliefenergie – die Differenz zwischen höchstem und tiefstem Punkt im 2,5-km-Umkreis.
GrenzeReliefenergie beschreibt das Gefälle im Umkreis, nicht den Fließweg auf einem Grundstück.
Liniengeometrie, Maßstab 1:250.000
DLM250
Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) · statisch
Nächstes namentlich geführtes Fließgewässer und seine Entfernung zum Ortszentrum.
GrenzeNur benannte Gewässer bis 10 km. Ein namenloser Graben hinter dem Grundstück taucht hier nicht auf – und ist bei Starkregen trotzdem relevant.
1 km × 1 km
CatRaRE T5 Eta v2026.01
Deutscher Wetterdienst, auf Basis von RADKLIM-RW · jährliche Fortschreibung, wöchentlich abgeglichen
Dokumentierte Starkregenereignisse seit 2001 mit Niederschlagshöhe, Dauer, betroffener Fläche und Starkregenindex.
GrenzeJedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums. Lag der Schwerpunkt im Nachbarort, erscheint es dort – die tatsächliche Betroffenheit kann größer sein.
1 km × 1 km
Starkregentage ≥ 20 mm
Deutscher Wetterdienst, Rasterdatensatz · Referenzperiode
Zahl der Tage mit mindestens 20 mm Niederschlag, Periode 1961–1990 gegen 1991–2020 gestellt.
GrenzeEin Tagesschwellwert. Ein Gewitter, das 30 mm in 20 Minuten bringt und dann abzieht, ist hier ein Tag wie jeder andere.
5 km × 5 km
KOSTRA-DWD-2020
Deutscher Wetterdienst, Abruf über openko.de · fester Datensatz, gültig seit 2023
Bemessungsniederschläge: wie viel Regen für eine Dauerstufe und Wiederkehrzeit statistisch zu erwarten ist. Grundlage aller Kennzahlen oben auf der Ortsseite.
GrenzeEin Rasterfeld umfasst 25 km² und deckt damit oft mehrere Gemeinden ab. Benachbarte Orte können dieselben Werte tragen.
Gemeindegebiet
Zensus 2022
Statistische Ämter des Bundes und der Länder · Erhebung 2022
Gebäude mit Wohnraum und Wohnungen – die Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
GrenzeGesamtbestand einer Gemeinde, keine Aussage darüber, welche Gebäude in einer gefährdeten Lage stehen.
Gemeindegebiet
Gemeindeverzeichnis GV-ISys
Statistisches Bundesamt · Quartalsauszug
Amtlicher Gemeindeschlüssel, Einwohnerzahl und Kreiszugehörigkeit – die Basis, mit der alle anderen Quellen verknüpft werden.
GrenzeGemeindefusionen ändern Schlüssel und Zuschnitt. Wir halten Slugs stabil, damit Links nicht brechen.
Kreis-Warnzelle
Amtliche Warnungen
Deutscher Wetterdienst, WarnWetter · live, Abruf alle 5 Minuten
Die aktuelle Warnlage oben auf jeder Ortsseite, gefiltert auf Regen-, Gewitter-, Tauwetter- und Hochwasserlagen.
GrenzeDie gröbste Bezugsfläche auf dieser Seite: Eine Warnung gilt für den gesamten Landkreis, nicht für Ihre Straße. Genau diese Lücke schließt ein Frühwarnsystem mit lokaler Sensorik.
Raster – metrisch, überall gleich großPunktmessung – eine Station, Entfernung ausgewiesenLiniengeometrie – Gewässernetz, kein FlächenbezugVerwaltungsgrenze – Fläche variiert je Gemeinde und Kreis
Begriffe
Was die Werte bedeuten – und was nicht
Wiederkehrzeit ist kein Zeitplan
Ein 100-jährliches Ereignis ist eine Häufigkeitsaussage: Im statistischen Mittel tritt es einmal in 100 Jahren auf. Es kann zweimal in einem Sommer kommen und dann 200 Jahre ausbleiben. Der Deutsche Wetterdienst formuliert es so: „Der Zeitabstand des tatsächlichen Auftretens von Ereignissen bleibt jedoch ungewiss.“
Dauerstufe schlägt Tagessumme
Maßgeblich für Überflutung ist nicht, wie viel an einem Tag fällt, sondern in welcher Zeit. 30 mm in 20 Minuten überlasten ein Kanalnetz, 30 mm über zwölf Stunden nicht. Deshalb steht auf jeder Ortsseite die Dauerstufe neben dem Wert.
Die Toleranz ist kein Puffer
KOSTRA-DWD-2020 weist erstmals für jedes Rasterfeld eine eigene Unsicherheit aus statt pauschaler Bereiche. Sie beschreibt die Ungewissheit der Methodik – laut DWD ausdrücklich kein Sicherheitszuschlag und nicht geeignet, um künftige Klimaentwicklung abzudecken.
Statistik ist keine Gefahrenkarte
Alle Werte hier beschreiben, wie viel Regen fallen kann – nicht, wohin das Wasser dann läuft. Das leistet erst eine hydraulische Simulation auf Basis von Gelände und Kanalnetz. Die Ortsseiten ersetzen keine kommunale Starkregengefahrenkarte, sie begründen sie.
Skala
Der Starkregenindex
Neben jedem dokumentierten Ereignis steht ein zwölfstufiger Balken. Der Starkregenindex misst die Intensität nicht absolut, sondern im Verhältnis zur örtlichen Niederschlagsstatistik – dieselbe Millimeterzahl ergibt in Oberbayern einen niedrigeren Index als an der Küste.
SRI 1–2Starkregen
SRI 3–4intensiver Starkregen
SRI 5–7außergewöhnlicher Starkregen
SRI 8–12extremer Starkregen
Auswahl
Was wir zeigen – und was wir weglassen
Aus KOSTRA-DWD-2020 zeigen wir 7 der 22 Dauerstufen und 5 der 9 Wiederkehrzeiten. Der vollständige Datensatz reicht von 5 Minuten bis 7 Tagen. Die Tabelle auf den Ortsseiten deckt den Bereich ab, der für kommunale Entwässerung und Objektschutz maßgeblich ist; die vollständigen Werte gibt der DWD heraus.
Wir erfinden keine Ortsgeschichte. Historische Ereignisse, Flussnamen und Jahreszahlen stehen nur dort, wo sie aus einem Datensatz stammen. Wo für einen Ort nichts dokumentiert ist, steht nichts – nicht ein plausibel klingender Satz.
Fehlende Werte bleiben sichtbar leer. Liegt für ein Rasterfeld kein Bemessungswert vor, zeigt die Seite einen Hinweis statt einer Tabelle aus Gedankenstrichen.
Die Warnlage ist gefiltert. Aus dem amtlichen Warnfeed übernehmen wir Regen-, Gewitter-, Tauwetter- und Hochwasserlagen. Eine Hitzewarnung ist amtlich korrekt, auf einer Starkregenseite aber irreführend.
Von der Statistik zur Vorwarnung
Alle Daten auf dieser Seite beschreiben, was statistisch möglich ist. Sie sagen nicht, ob es heute Abend passiert. Das Flutwarnsystem ergänzt sie um lokale Sensorik und Echtzeit-Simulation – und macht aus der Kreis-Warnung eine ortsscharfe Lage.