Nordrhein-Westfalen · Rhein · ca. 1,09 Mio. Einwohner

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Köln

Köln ist die größte Stadt am Rhein – und eine der hochwassererfahrensten Deutschlands. Die Jahrhunderthochwasser 1993 und 1995 prägten den modernen Kölner Hochwasserschutz. Im Juli 2021 zeigte das Tief „Bernd“ mit Rekord-Starkregen, dass die Gefahr längst nicht mehr nur vom Fluss ausgeht.

40,9 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

91,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

26,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

303,3

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Köln · örtliche Unsicherheit ±23 %

Starkregen in Köln

Am 14. Juli 2021 fielen in Köln-Stammheim 154 Liter Regen pro Quadratmeter in 24 Stunden – einer der höchsten jemals in Nordrhein-Westfalen gemessenen Tageswerte. Das Tief „Bernd“ machte deutlich, dass Starkregen jede Stadt treffen kann: Keller liefen voll, Bäche wurden zu reißenden Strömen, und in der Region verloren Menschen ihr Leben.

Kölns dichte Bebauung und die Tallagen kleinerer Gewässer wie Strunde oder Frankenbach begünstigen urbane Sturzfluten. Die Stadtentwässerungsbetriebe setzen deshalb auf Starkregengefahrenkarten, Rückhaltebecken und wassersensible Stadtplanung.

Hochwasser in Köln

Die Rheinhochwasser vom Dezember 1993 (Pegel Köln 10,63 m) und Januar 1995 (10,69 m) überfluteten die Altstadt und verursachten Schäden in Milliardenhöhe. Seitdem wurde der Kölner Hochwasserschutz massiv ausgebaut: mobile Schutzwände, Rückhalteräume am Oberrhein und ein professionelles Hochwasserschutzzentrum.

Trotz des Ausbaus bleibt das Restrisiko hoch: Bei extremen Rheinhochwassern über dem Bemessungspegel wären weite Teile der links- und rechtsrheinischen Stadtlagen betroffen. Frühwarnung und geübte Einsatzpläne sind deshalb zentral.

Überflutungsrisiko in Köln

Überflutungen drohen in Köln aus zwei Richtungen: vom Rhein bei Flusshochwasser und aus der Fläche bei Starkregen. Gerade die Kombination – hoher Rheinpegel plus lokaler Starkregen, der nicht mehr in den Fluss entwässern kann – gilt als kritisches Szenario. Tiefgaragen, Unterführungen und die U-Bahn-Infrastruktur sind besonders verwundbar.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Das Rheinland erwärmt sich überdurchschnittlich schnell. Klimaprojektionen erwarten häufigere und intensivere Starkregenereignisse wie „Bernd“ 2021, während die Dürrejahre 2018 und 2022 mit Rekord-Niedrigwasser des Rheins die andere Seite der Extreme zeigten. Auch Winterstürme wie „Kyrill“ (2007) haben in der Region schwere Schäden hinterlassen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Köln statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Köln für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 40,9 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 40,9 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Köln in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,117,721,924,127,3
30 min12,421,927,129,833,7
1 h15,126,532,936,240,9
2 h18,131,839,443,449,0
6 h23,942,052,157,364,8
12 h28,450,061,968,177,0
1 d33,859,373,580,991,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Köln; örtliche Unsicherheit ±23 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Chronik

Historische Ereignisse in Köln

Dezember 1993

Rheinhochwasser

Der Pegel Köln steigt auf 10,63 m – die Altstadt steht unter Wasser, die Schäden gehen in die Milliarden.

Januar 1995

Zweites Jahrhunderthochwasser

Nur 13 Monate später erreicht der Rhein 10,69 m. Köln beschließt den umfassenden Ausbau des Hochwasserschutzes.

Juli 2021

Tief „Bernd“

154 l/m² in 24 Stunden in Köln-Stammheim – Rekord-Starkregen setzt Stadtteile unter Wasser und verwüstet die Region.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Köln – FAQ

Wie oft kommt es in Köln zu Starkregen?+

Das Starkregenereignis vom Juli 2021 („Bernd“) hat gezeigt, dass Köln extreme Regenmengen treffen können – 154 l/m² in 24 Stunden in Köln-Stammheim waren ein Rekordwert für Nordrhein-Westfalen. Sommerliche Gewitterlagen können jederzeit einzelne Stadtteile mit urbanen Sturzfluten treffen.

Wie viel Regen fällt in Köln bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Köln bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 40,9 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 91,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Köln hochwassergefährdet?+

Ja, Köln zählt zu den am stärksten hochwassergefährdeten Großstädten Deutschlands. Die Rheinhochwasser 1993 und 1995 überfluteten die Altstadt. Der heutige Schutz mit mobilen Wänden ist stark ausgebaut, ein Restrisiko bei Extremereignissen bleibt jedoch bestehen.

Wie kann ich mich in Köln vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Köln und Umgebung.

Frühwarnung für Köln – bevor das Wasser kommt

Als Bürger erhalten Sie mit der Starkregen-App ortsgenaue Warnungen. Kommunen und Landkreise rüsten sich mit dem Starkregen-Frühalarmsystem inklusive IoT-Sensorik und digitalem Echtzeit-Zwilling.