Grundwissen

Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen in drei Stufen: ab 15 bis 25 l/m² in einer Stunde als markantes Wetter (Warnstufe 2), ab 25 bis 40 l/m² als Unwetter (Warnstufe 3) und über 40 l/m² in einer Stunde als extremes Unwetter (Warnstufe 4). Für sechsstündige Zeiträume gelten entsprechend 20–35, 35–60 und über 60 l/m². Ein Liter pro Quadratmeter entspricht einem Millimeter Niederschlagshöhe.

Stand: 11. August 2026 · Redaktion: Spekter GmbH

Was die Stufen praktisch bedeuten

Schon Warnstufe 2 (markantes Wetter) heißt: Das Kanalnetz vieler Kommunen arbeitet am Limit, Unterführungen und Senken können volllaufen. Bei Warnstufe 3 (Unwetter) sind überflutete Straßen und vollgelaufene Keller wahrscheinlich; bei Warnstufe 4 (extremes Unwetter) drohen Sturzfluten mit Gefahr für Leib und Leben. Wie sich die Mengen örtlich einordnen, zeigen die KOSTRA-Bemessungswerte: In vielen Regionen Deutschlands entspricht ein Ereignis um 40 l/m² in einer Stunde bereits einer Größenordnung, die statistisch seltener als alle 100 Jahre auftritt (Wiederkehrzeit erklärt).

Die Grenze der amtlichen Warnung: die Kreis-Warnzelle

DWD-Warnungen werden je Landkreis-Warnzelle ausgegeben. Eine Unwetterwarnung für den Kreis bedeutet nicht, dass es jede Straße trifft – und umgekehrt kann eine kleine, heftige Zelle örtlich mehr bringen als die Warnung erwarten lässt. Genau diese Lücke zwischen Kreis-Warnung und Lage vor Ort schließen kommunale Frühwarnsysteme mit eigener Sensorik (mehr zum Flutwarnsystem). Die aktuelle amtliche Warnlage für Ihren Ort zeigt jede Gefahrenlagen-Seite.

Häufige Fragen

Ab wie viel Regen spricht man von Starkregen?+

Der DWD warnt ab 15 l/m² in einer Stunde bzw. 20 l/m² in sechs Stunden vor Starkregen (markantes Wetter, Warnstufe 2). Darunter gilt Regen als normal bis ergiebig.

Was bedeutet 40 l/m² in einer Stunde anschaulich?+

Auf jeden Quadratmeter fallen 40 Liter – auf ein 100-m²-Grundstück also 4.000 Liter binnen einer Stunde. Städtische Kanalnetze können solche Mengen in dieser Zeit nicht ableiten.

Warum kam die Warnung erst so kurz vor dem Unwetter?+

Konvektive Starkregenzellen entstehen schnell und sind klein; ihre genaue Zugbahn ist erst kurzfristig bestimmbar. Deshalb sind Vorwarnzeiten bei Starkregen strukturell kürzer als bei Flusshochwasser.

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