Was die Stufen praktisch bedeuten
Schon Warnstufe 2 (markantes Wetter) heißt: Das Kanalnetz vieler Kommunen arbeitet am Limit, Unterführungen und Senken können volllaufen. Bei Warnstufe 3 (Unwetter) sind überflutete Straßen und vollgelaufene Keller wahrscheinlich; bei Warnstufe 4 (extremes Unwetter) drohen Sturzfluten mit Gefahr für Leib und Leben. Wie sich die Mengen örtlich einordnen, zeigen die KOSTRA-Bemessungswerte: In vielen Regionen Deutschlands entspricht ein Ereignis um 40 l/m² in einer Stunde bereits einer Größenordnung, die statistisch seltener als alle 100 Jahre auftritt (Wiederkehrzeit erklärt).
Die Grenze der amtlichen Warnung: die Kreis-Warnzelle
DWD-Warnungen werden je Landkreis-Warnzelle ausgegeben. Eine Unwetterwarnung für den Kreis bedeutet nicht, dass es jede Straße trifft – und umgekehrt kann eine kleine, heftige Zelle örtlich mehr bringen als die Warnung erwarten lässt. Genau diese Lücke zwischen Kreis-Warnung und Lage vor Ort schließen kommunale Frühwarnsysteme mit eigener Sensorik (mehr zum Flutwarnsystem). Die aktuelle amtliche Warnlage für Ihren Ort zeigt jede Gefahrenlagen-Seite.
Häufige Fragen
Ab wie viel Regen spricht man von Starkregen?
Der DWD warnt ab 15 l/m² in einer Stunde bzw. 20 l/m² in sechs Stunden vor Starkregen (markantes Wetter, Warnstufe 2). Darunter gilt Regen als normal bis ergiebig.
Was bedeutet 40 l/m² in einer Stunde anschaulich?
Auf jeden Quadratmeter fallen 40 Liter – auf ein 100-m²-Grundstück also 4.000 Liter binnen einer Stunde. Städtische Kanalnetze können solche Mengen in dieser Zeit nicht ableiten.
Warum kam die Warnung erst so kurz vor dem Unwetter?
Konvektive Starkregenzellen entstehen schnell und sind klein; ihre genaue Zugbahn ist erst kurzfristig bestimmbar. Deshalb sind Vorwarnzeiten bei Starkregen strukturell kürzer als bei Flusshochwasser.
Weiterlesen