Hamburg · Elbe, Alster & Bille · ca. 1,85 Mio. Einwohner

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Hamburg

Hamburg ist durch seine Lage an der tidebeeinflussten Elbe doppelt exponiert: Sturmfluten von der Nordsee treffen auf eine tiefliegende Stadt, deren dicht bebaute Quartiere bei Starkregen zusätzlich über das Sielnetz entwässert werden müssen. Steigende Meeresspiegel und intensivere Niederschläge erhöhen beide Risiken.

35,7 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

91,3 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

23,0 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

255,6

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Hamburg · örtliche Unsicherheit ±22 %

Starkregen in Hamburg

Starkregen trifft Hamburg meist mit Tiefdruckgebieten von der Nordsee oder mit sommerlichen Gewitterlagen. Zwar liegen die statistischen Bemessungswerte unter denen Süddeutschlands, doch die Konsequenzen sind erheblich: Große Teile der Stadt liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, und das historische Sielnetz kann extreme Regenmengen nicht überall schnell genug ableiten.

Bei intensiven Sommergewittern laufen regelmäßig Unterführungen, Souterrainwohnungen und tiefliegende Straßenzüge voll. Die Hansestadt investiert deshalb massiv in Rückhalteflächen, Gründächer und die RISA-Strategie (RegenInfraStrukturAnpassung).

Hochwasser in Hamburg

Hochwasser hat in Hamburg zwei Gesichter: die Sturmflut von See und das Binnenhochwasser nach Starkregen. Die Sturmflut vom Februar 1962 mit 315 Todesopfern ist bis heute die schwerste Naturkatastrophe der Stadtgeschichte und führte zum Aufbau des modernen Deichschutzes. Orkantief Xaver trieb den Pegel St. Pauli im Dezember 2013 auf den höchsten Stand seit 1962 – die verbesserten Schutzanlagen hielten.

An Alster, Bille und ihren Kanälen kann anhaltender Regen die Wasserstände schnell steigen lassen. Da viele Flächen gepumpt entwässert werden, führt jeder Ausfall oder jede Überlastung unmittelbar zu Überflutungen.

Überflutungsrisiko in Hamburg

Überflutungen entstehen in Hamburg vor allem dort, wo Starkregen auf versiegelte, tiefliegende Flächen trifft: in Unterführungen, an Kanalisationstiefpunkten und in Souterrainlagen. Die Stadt veröffentlicht Starkregengefahrenkarten, die potenzielle Fließwege und Senken sichtbar machen – Grundlage für Objektschutz und Notfallplanung von Betrieben und Privathaushalten.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Für Hamburg prognostizieren Klimamodelle intensivere Starkregenereignisse, mehr Winterniederschlag und einen steigenden Meeresspiegel, der Sturmfluten höher auflaufen lässt. Gleichzeitig zeigten die Sommer 2018 und 2022, dass auch der Norden von Trockenperioden und Niedrigwasser der Elbe betroffen ist. Orkantiefs wie Xaver (2013) oder Sabine (2020) verdeutlichen die anhaltende Sturmgefahr an der Küste.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Hamburg statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Hamburg für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 35,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 35,7 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Hamburg in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min8,314,818,420,323,0
30 min10,418,523,125,428,8
1 h12,823,028,631,535,7
2 h15,828,335,238,844,0
6 h21,939,248,753,760,8
12 h26,848,059,765,874,5
1 d32,958,873,180,691,3

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Hamburg; örtliche Unsicherheit ±22 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Chronik

Historische Ereignisse in Hamburg

Februar 1962

Sturmflutkatastrophe

Die Nordsee-Sturmflut durchbricht die Deiche, 315 Menschen sterben – der Wendepunkt für den Hamburger Hochwasserschutz.

Dezember 2013

Orkantief Xaver

Der Pegel St. Pauli erreicht mit über 6 m NHN den höchsten Stand seit 1962 – die modernen Schutzanlagen bestehen den Härtetest.

Juni 2018

Starkregen über der Stadt

Gewittergüsse setzen binnen kurzer Zeit Straßen und U-Bahn-Zugänge unter Wasser und legen Teile des Verkehrs lahm.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Hamburg – FAQ

Wie oft kommt es in Hamburg zu Starkregen?+

Hamburg erlebt Starkregen vor allem bei sommerlichen Gewitterlagen und herbstlichen Tiefdruckgebieten. Wegen der tiefen Lage vieler Stadtteile und des historischen Sielnetzes können schon mittlere Starkregenereignisse zu erheblichen Überflutungen führen.

Wie viel Regen fällt in Hamburg bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Hamburg bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 35,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 91,3 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 23,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Hamburg hochwassergefährdet?+

Ja, in doppelter Hinsicht: Als Elbmetropole ist Hamburg sturmflutgefährdet und verfügt deshalb über eines der modernsten Deichsysteme Europas. Unabhängig davon können Starkregen und steigende Pegel an Alster und Bille Binnenhochwasser auslösen.

Wie kann ich mich in Hamburg vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Hamburg und Umgebung.

Frühwarnung für Hamburg – bevor das Wasser kommt

Als Bürger erhalten Sie mit der Starkregen-App ortsgenaue Warnungen. Kommunen und Landkreise rüsten sich mit dem Starkregen-Frühalarmsystem inklusive IoT-Sensorik und digitalem Echtzeit-Zwilling.