Hessen · Ulster · ca. 4.733 Einwohner · AGS 06631012

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Hilders

Hilders ist eine Gemeinde in Hessen und liegt auf rund 448 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Ulster, unmittelbar im Ortsbereich. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

44,5 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

28,0 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

97,9 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

61,6 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Hilders · örtliche Unsicherheit ±24 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Hilders

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Hilders verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 8 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2011–2023); das stärkste erreichte 54,7 mm in 1 h am 4. Juli 2021 (SRI 8). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 16. August 2023jüngstes

    42,7 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 159 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 9. Juli 2021

    57,4 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 352 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  3. 4. Juli 2021stärkstes

    54,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  4. 5. Juni 2021

    58,4 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 23 Jahre · betroffene Fläche 53 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  5. 3. Juni 2017

    32,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 28. Mai 2016

    55,7 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 61 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  7. 4. August 2014

    53,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 4. September 2011

    36,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 87 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Hilders

In Mittelgebirgslagen wie um Hilders ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 28,0 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.

Mehr zum Flutwarnsystem

Eigenständiges System · ergänzt das vorhandene Warnsystem

Hochwasser in Hilders

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Hilders können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Überflutungsrisiko in Hilders

In Hilders ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 345 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Hilders rund 1.490 Gebäude mit Wohnraum und 2.366 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

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Bundesweites Lagebild · ortsgenaue Warnungen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Auch in der Mittelgebirgsregion um Hilders verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Das Rasterfeld zeigt diese Prägung deutlich – rund 45 % eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können in einer einzigen Stunde niedergehen, mit entsprechend kurzer Vorwarnzeit an Hanglagen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Hilders statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Hilders für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,5 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,5 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Hilders in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,918,723,526,129,7
30 min12,323,129,132,336,7
1 h14,928,035,339,044,5
2 h17,833,542,246,753,2
6 h23,344,055,461,469,9
12 h27,652,165,672,782,8
1 d32,761,677,786,097,9

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Hilders; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Hilders

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Hilders fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Hilders eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Hilders

881,6 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Hilders (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

8 → 6

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Hilders erreicht im Mittel 881,6 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Hilders (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Hilders zuletzt dokumentiert am 16. August 2023 mit 42,7 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 8 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 6 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Hilders – FAQ

Wie oft kommt es in Hilders zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Hilders zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,5 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Hilders bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Hilders bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,5 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 97,9 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Hilders hochwassergefährdet?+

Ob Hilders konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Hessen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Hilders vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Hilders und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Hilders?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Hilders am 16. August 2023 (42,7 mm in 4 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2011 8 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 54,7 mm in 1 h am 4. Juli 2021 (SRI 8).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Hilders – bevor das Wasser kommt

Hilders nutzt bereits das Starkregen Frühalarmsystem (FAS). Das bundesweite Flutwarnsystem ist ein eigenständiges, ergänzendes System: Es verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem Lagebild über die Gemeindegrenzen hinaus – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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