Hohenwart ist eine Gemeinde in Bayern und liegt auf rund 395 m ü. NN in einer süddeutschen, alpennahen Region. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Paar, unmittelbar im Ortsbereich.
Amtliche Warnlage für den Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 11:16 Uhr, Deutscher Wetterdienst
46,9 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
30,4 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
108,9 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
70,6 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Hohenwart · örtliche Unsicherheit ±27 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Hohenwart
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Hohenwart verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 5 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2014); das stärkste erreichte 74,9 mm in 6 h am 26. Mai 2014 (SRI 6). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
Ortszentrum
395 m ü. NN
Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis
61 m
Gebäude mit Wohnraum
1.522
Pegel Ingolstadt Luitpoldstrasse, Donau, 18,5 km entfernt
Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Hohenwart für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 108,9 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.
Hochwasser ist im alpennahen Süden Deutschlands, wo auch Hohenwart liegt, ein wiederkehrendes Thema: Alpines Schmelzwasser und intensive Dauerregenlagen können Flüsse rasch anschwellen lassen. Wie stark ein konkretes Grundstück betroffen ist, hängt von der Nähe zu Gewässern und deren Ausbauzustand ab.
Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Hohenwart zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 61 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Hohenwart rund 1.522 Gebäude mit Wohnraum und 2.036 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
4 → 6 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Hohenwart zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden nehmen bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser auf – und rund 43 % der Menge eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können hier in einer Stunde fallen.
Wie viel Regen ist in Hohenwart statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Hohenwart für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 46,9 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 46,9 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Hohenwart in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
11,4
20,0
24,8
27,3
30,9
30 min
14,1
24,9
30,9
34,0
38,4
1 h
17,2
30,4
37,7
41,5
46,9
2 h
20,8
36,7
45,5
50,1
56,7
6 h
27,9
49,1
61,0
67,1
75,8
12 h
33,4
58,9
73,1
80,4
90,9
1 d
40,0
70,6
87,5
96,3
108,9
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Hohenwart; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Hohenwart
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Hohenwart fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Hohenwart eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Hohenwart
772,4 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Englmannsberg (5 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
4 → 6
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Hohenwart erreicht im Mittel 772,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Englmannsberg (5 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Hohenwart zuletzt dokumentiert am 27. Juli 2014 mit 33,2 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 4 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 6 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Hohenwart – FAQ
Wie oft kommt es in Hohenwart zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Hohenwart zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 46,9 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Hohenwart bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Hohenwart bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 46,9 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 108,9 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,4 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Hohenwart hochwassergefährdet?+
Ob Hohenwart konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Hohenwart vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Hohenwart und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Hohenwart am 27. Juli 2014 (33,2 mm in 2 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 5 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 74,9 mm in 6 h am 26. Mai 2014 (SRI 6).
Wie kann Hohenwart ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Hohenwart.
Frühwarnung für Hohenwart – bevor das Wasser kommt
Hohenwart nutzt bereits das Starkregen Frühalarmsystem (FAS). Das bundesweite Flutwarnsystem ist ein eigenständiges, ergänzendes System: Es verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem Lagebild über die Gemeindegrenzen hinaus – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.