Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Altenkirchen
Altenkirchen ist eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern und liegt auf rund 11 m ü. NN in einer norddeutschen Küstenregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
Amtliche Warnlage für den Landkreis Vorpommern-Rügen
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 07:31 Uhr, Deutscher Wetterdienst
38,7 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
24,4 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
87,8 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
55,4 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Altenkirchen · örtliche Unsicherheit ±23 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Altenkirchen
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Altenkirchen verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 1 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2020–2020); das stärkste erreichte 37,9 mm in 2 h am 21. August 2020 (SRI 5). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Altenkirchen liegt in einer norddeutschen Küstenregion, in der sommerliche Gewitterlagen von Nordsee und Ostsee auf überwiegend flaches, drainageabhängiges Land treffen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 38,7 mm in einer Stunde möglich – eine Menge, die auf ebenem Gelände nur langsam abfließt und Kanalnetze schnell an ihre Grenzen bringt.
In flachen Küstenorten wie Altenkirchen kann Hochwasser sowohl von der See als auch von Bächen und Kanälen im Hinterland ausgehen. Weil viele Flächen künstlich entwässert oder sogar gepumpt werden, wirkt sich jede Überlastung des Systems unmittelbar auf die Umgebung aus – ein Grund, warum Frühwarnung hier besonders wertvoll ist.
In Altenkirchen sind es typischerweise Souterrainwohnungen, Tiefgaragen und tiefliegende Straßenzüge, die bei Starkregen zuerst volllaufen. Starkregengefahrenkarten zeigen für jedes Grundstück, wo sich Wasser bei seltenen und extremen Regenereignissen sammelt – eine wichtige Grundlage für Eigenvorsorge und kommunale Planung.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 25 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Altenkirchen rund 288 Gebäude mit Wohnraum und 578 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
2 → 3 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Für Norddeutschland und damit auch für die Region um Altenkirchen erwarten Klimamodelle des Deutschen Wetterdienstes intensivere Starkregenereignisse, mehr Winterniederschlag und einen steigenden Meeresspiegel, der Sturmfluten höher auflaufen lässt. Wie stark die kurzen Extreme hier ins Gewicht fallen, zeigt das Verhältnis der Bemessungswerte: rund 44 % der Niederschlagsmenge eines 100-jährlichen Tagesereignisses können bereits in einer einzigen Stunde fallen.
Wie viel Regen ist in Altenkirchen statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Altenkirchen für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 38,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 38,7 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Altenkirchen in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
8,1
15,1
19,1
21,1
24,0
30 min
10,5
19,6
24,7
27,4
31,1
1 h
13,0
24,4
30,7
34,0
38,7
2 h
15,8
29,7
37,3
41,3
47,0
6 h
21,0
39,4
49,6
54,8
62,4
12 h
24,9
46,7
58,9
65,1
74,1
1 d
29,5
55,4
69,7
77,2
87,8
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Altenkirchen; örtliche Unsicherheit ±23 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Altenkirchen
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Altenkirchen fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Altenkirchen eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Altenkirchen
547,8 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Arkona (8 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
2 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Altenkirchen erreicht im Mittel 547,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Arkona (8 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Altenkirchen zuletzt dokumentiert am 21. August 2020 mit 37,9 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 2 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 3 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Mecklenburg-Vorpommern
Was Altenkirchen als Kommune leisten muss
Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Altenkirchen zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Altenkirchen
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Altenkirchen – FAQ
Wie oft kommt es in Altenkirchen zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Altenkirchen zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 38,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Altenkirchen bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Altenkirchen bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 38,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 87,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 24,4 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Altenkirchen hochwassergefährdet?+
Ob Altenkirchen konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Altenkirchen vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Altenkirchen und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Altenkirchen am 21. August 2020 (37,9 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2020 1 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 37,9 mm in 2 h am 21. August 2020 (SRI 5).
Wie kann Altenkirchen ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Altenkirchen.
Sie sind Vertreter einer Kommune, eines Landkreises oder eines Unternehmens? Wir zeigen Ihnen Anbindung, Kosten und Fördermöglichkeiten für Altenkirchen.