Bayern · Mörnbach · ca. 13.138 Einwohner · AGS 09171111

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Altötting

Altötting ist eine Kleinstadt in Bayern und liegt auf rund 403 m ü. NN in einer süddeutschen, alpennahen Region. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Mörnbach, unmittelbar im Ortsbereich. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

52,5 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

33,4 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

125,0 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

79,6 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Altötting · örtliche Unsicherheit ±28 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Altötting

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Altötting verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 3 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2005–2016); das stärkste erreichte 62,4 mm in 3 h am 23. Juli 2016 (SRI 5). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 23. Juli 2016jüngstesstärkstes

    62,4 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 46 Jahre · betroffene Fläche 610 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 31. Mai 2011

    41,7 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 19 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 22. Mai 2005

    31,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Altötting

Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Altötting für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 125,0 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.

Hochwasser in Altötting

Hochwasser ist im alpennahen Süden Deutschlands, wo auch Altötting liegt, ein wiederkehrendes Thema: Alpines Schmelzwasser und intensive Dauerregenlagen können Flüsse rasch anschwellen lassen. Wie stark ein konkretes Grundstück betroffen ist, hängt von der Nähe zu Gewässern und deren Ausbauzustand ab.

Überflutungsrisiko in Altötting

Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Altötting zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 78 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Altötting rund 2.987 Gebäude mit Wohnraum und 6.793 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Altötting ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Altötting zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden nehmen bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser auf – und rund 42 % der Menge eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können hier in einer Stunde fallen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Altötting statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Altötting für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 52,5 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 52,5 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Altötting in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min11,921,827,330,134,2
30 min14,827,234,137,742,8
1 h18,233,441,946,352,5
2 h22,140,650,956,263,8
6 h29,954,868,775,986,2
12 h36,066,182,891,4103,8
1 d43,379,699,6110,1125,0

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Altötting; örtliche Unsicherheit ±28 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Altötting

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Altötting fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Altötting eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Altötting

892,1 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Tüßling (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

7 → 7

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Altötting erreicht im Mittel 892,1 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Tüßling (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Altötting zuletzt dokumentiert am 23. Juli 2016 mit 62,4 mm in 3 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 7 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Altötting – FAQ

Wie oft kommt es in Altötting zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Altötting zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 52,5 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Altötting bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Altötting bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 52,5 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 125,0 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 33,4 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Altötting hochwassergefährdet?+

Ob Altötting konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Altötting vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Altötting und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Altötting?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Altötting am 23. Juli 2016 (62,4 mm in 3 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2005 3 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 62,4 mm in 3 h am 23. Juli 2016 (SRI 5).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Bayern

Was Altötting als Kommune leisten muss

Auch in Bayern ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Altötting zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Altötting – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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