Sachsen-Anhalt · Neugraben · ca. 6.309 Einwohner · AGS 15091010

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Annaburg

Annaburg ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

50,0 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

97,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

30,8 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

393,3

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Annaburg · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Annaburg

Die Tiefebene rund um Annaburg ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 97,6 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.

Hochwasser in Annaburg

Hochwasser in und um Annaburg entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Neugraben (ca. 0,5 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Pretzsch-Mauken (Elbe, 15,9 km): 9 cm (Stand 22:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Annaburg

In und um Annaburg sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 76 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 9 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Annaburg rund 2.530 Gebäude mit Wohnraum und 3.682 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Annaburg verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Annaburg statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Annaburg für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 50,0 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 50,0 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Annaburg in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min11,021,827,830,935,4
30 min13,226,233,437,142,5
1 h15,630,839,343,750,0
2 h18,135,945,850,958,2
6 h22,845,257,764,173,3
12 h26,352,266,574,084,6
1 d30,460,276,785,397,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Annaburg; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Annaburg

573,2 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Annaburg (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Annaburg erreicht im Mittel 573,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Annaburg (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Annaburg zuletzt dokumentiert am 17. August 2023 mit 37,2 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Annaburg

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Annaburg verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 20 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2023); das stärkste erreichte 71,4 mm in 2 h am 6. Juni 2019 (SRI 8).

  1. 17. August 2023

    37,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 23 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 14. August 2023

    64,4 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 26 Jahre · betroffene Fläche 378 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  3. 26. August 2022

    56,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 84 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 15. August 2022

    38,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 28 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  5. 25. Juli 2021

    43,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 25 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 13. Juni 2020

    38,7 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 6. Juni 2019

    71,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 66 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  8. 27. Juli 2018

    43,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 46 Jahre · betroffene Fläche 22 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  9. 20. September 2014

    43,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 46 Jahre · betroffene Fläche 33 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 20. September 2014

    36,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 6. September 2014

    64,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 46 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  12. 27. Juli 2014

    47,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  13. 5. Juli 2012

    45,4 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 85 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  14. 3. Juli 2008

    40,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  15. 27. Mai 2007

    30,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  16. 22. Mai 2007

    29,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  17. 22. Mai 2007

    30,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  18. 28. Juli 2005

    104,5 mm in 48 h

    Wiederkehrzeit ca. 73 Jahre · betroffene Fläche 3535 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  19. 10. August 2002

    47,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 74 Jahre · betroffene Fläche 46 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  20. 1. August 2002

    43,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 50 Jahre · betroffene Fläche 97 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Annaburg – FAQ

Wie oft kommt es in Annaburg zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Annaburg zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 50,0 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Annaburg bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Annaburg bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 50,0 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 97,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,8 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Annaburg hochwassergefährdet?+

Ob Annaburg konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Annaburg vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Annaburg und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Annaburg?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Annaburg am 17. August 2023 (37,2 mm in 1 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 20 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 71,4 mm in 2 h am 6. Juni 2019 (SRI 8).

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen-Anhalt aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Annaburg – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.