Bayern · Fränkische Rezat · ca. 40.742 Einwohner · AGS 09561000

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Ansbach

Ansbach ist eine Mittelstadt in Bayern und liegt auf rund 447 m ü. NN in einer süddeutschen, alpennahen Region. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Fränkische Rezat, rund 0,7 km vom Ortszentrum entfernt. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

45,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

29,4 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

98,3 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

63,0 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Ansbach · örtliche Unsicherheit ±27 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Ansbach

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Ansbach verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 7 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2008–2024); das stärkste erreichte 59,4 mm in 2 h am 13. Juni 2020 (SRI 7). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 2. September 2024jüngstes

    35,8 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 13. Juni 2020stärkstes

    59,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 47 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 3. Juni 2019

    36,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 29 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 18. August 2017

    31,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 5. August 2011

    51,1 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 30 Jahre · betroffene Fläche 59 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 31. Juli 2008

    48,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 55 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 2. Juni 2008

    39,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 44 Jahre · betroffene Fläche 37 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Ansbach

Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Ansbach für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 98,3 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.

Hochwasser in Ansbach

Im süddeutschen, alpennahen Raum um Ansbach können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.

Überflutungsrisiko in Ansbach

In Ansbach treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 88 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Ansbach rund 9.816 Gebäude mit Wohnraum und 22.315 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Ansbach ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Die konvektionsreiche Lage um Ansbach macht den Abstand zwischen Alltag und Extremfall besonders spürbar: Nach KOSTRA-DWD-2020 erreicht der 100-jährliche Stundenwert das 1,6-Fache des 10-jährlichen. Hitze- und Trockenperioden nehmen parallel zu und verschlechtern die Aufnahmefähigkeit der Böden zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Ansbach statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Ansbach für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 45,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 45,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Ansbach in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min11,120,225,227,831,5
30 min13,624,530,633,838,3
1 h16,229,436,640,445,8
2 h19,334,943,548,054,4
6 h25,145,456,662,570,8
12 h29,653,566,873,683,5
1 d34,863,078,686,798,3

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Ansbach; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Ansbach

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Ansbach fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Ansbach eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Ansbach

641,5 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Ansbach-Hennenbach (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

4 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Ansbach erreicht im Mittel 641,5 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Ansbach-Hennenbach (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Ansbach zuletzt dokumentiert am 2. September 2024 mit 35,8 mm in 3 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 4 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Ansbach – FAQ

Wie oft kommt es in Ansbach zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Ansbach zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 45,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Ansbach bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Ansbach bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 45,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 98,3 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 29,4 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Ansbach hochwassergefährdet?+

Ob Ansbach konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Ansbach vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Ansbach und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Ansbach?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Ansbach am 2. September 2024 (35,8 mm in 3 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2008 7 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 59,4 mm in 2 h am 13. Juni 2020 (SRI 7).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

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Was Ansbach als Kommune leisten muss

Auch in Bayern ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Ansbach zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Ansbach – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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