Sachsen-Anhalt · Landgraben Schrampe · ca. 6.232 Einwohner · AGS 15081030

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Arendsee (Altmark)

Arendsee (Altmark) ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt auf rund 31 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Landgraben Schrampe, rund 2,4 km vom Ortszentrum entfernt. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

39,9 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

25,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

87,3 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

55,8 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Arendsee (Altmark) · örtliche Unsicherheit ±24 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Arendsee (Altmark)

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Arendsee (Altmark) verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 17 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2019); das stärkste erreichte 53,5 mm in 1 h am 27. Juli 2014 (SRI 8). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 12. Juni 2019jüngstes

    31,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 30. Mai 2018

    43,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 59 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 10. Mai 2018

    35,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 21 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 2. Oktober 2016

    43,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 17. September 2016

    47,1 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 44 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 27. Juli 2016

    48,9 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 175 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  7. 6. September 2014

    36,3 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 6. September 2014

    34,4 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  9. 27. Juli 2014stärkstes

    53,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 32 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
8 weitere Ereignisse anzeigenWeniger anzeigen
  1. 6. September 2014

    37,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 28 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 20. Juni 2013

    59,2 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 1039 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 25. August 2012

    39,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 81 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 12. Mai 2010

    33,2 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 58 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 3. Juli 2009

    41,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 40 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 25. August 2006

    40,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 39 Jahre · betroffene Fläche 23 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 20. Juli 2004

    41,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 46 Jahre · betroffene Fläche 94 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 1. August 2002

    35,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 2 · Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Arendsee (Altmark)

Starkregen in Arendsee (Altmark) entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 25,5 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Arendsee (Altmark)

Hochwasser in und um Arendsee (Altmark) entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Schnackenburg (Elbe, 18,3 km): 82 cm (Stand 04:30 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Arendsee (Altmark)

Überflutungsschwerpunkte in Arendsee (Altmark) liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 35 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Arendsee (Altmark) rund 2.717 Gebäude mit Wohnraum und 3.757 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Arendsee (Altmark) ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel trifft die Tiefebene um Arendsee (Altmark) an beiden Enden der Skala. Aufschlussreich ist der Abstand zwischen häufigem und seltenem Ereignis: Der 100-jährliche Stundenwert liegt nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen – Kanalnetze und Gräben, die für den Regelfall bemessen sind, geraten bei solchen Lagen an ihre Grenze.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Arendsee (Altmark) statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Arendsee (Altmark) für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 39,9 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 39,9 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Arendsee (Altmark) in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,417,021,323,526,6
30 min11,621,126,329,133,0
1 h14,025,531,935,239,9
2 h16,830,538,142,147,7
6 h22,040,050,055,262,6
12 h26,047,359,165,274,0
1 d30,755,869,877,087,3

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Arendsee (Altmark); örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Arendsee (Altmark)

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Arendsee (Altmark) fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Arendsee (Altmark) eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Arendsee (Altmark)

585,1 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Arendsee-Kläden (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Arendsee (Altmark) erreicht im Mittel 585,1 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Arendsee-Kläden (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Arendsee (Altmark) zuletzt dokumentiert am 12. Juni 2019 mit 31,5 mm in 3 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Arendsee (Altmark) – FAQ

Wie oft kommt es in Arendsee (Altmark) zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Arendsee (Altmark) zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 39,9 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Arendsee (Altmark) bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Arendsee (Altmark) bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 39,9 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 87,3 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 25,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Arendsee (Altmark) hochwassergefährdet?+

Ob Arendsee (Altmark) konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Arendsee (Altmark) vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Arendsee (Altmark) und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Arendsee (Altmark)?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Arendsee (Altmark) am 12. Juni 2019 (31,5 mm in 3 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 17 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 53,5 mm in 1 h am 27. Juli 2014 (SRI 8).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Was Arendsee (Altmark) als Kommune leisten muss

Auch in Sachsen-Anhalt ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Arendsee (Altmark) zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Arendsee (Altmark) – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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