Sachsen-Anhalt · Landgraben Schrampe · ca. 6.232 Einwohner · AGS 15081030

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Arendsee (Altmark)

Arendsee (Altmark) ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

39,9 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

87,3 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

25,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

295,6

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Arendsee (Altmark) · örtliche Unsicherheit ±24 %

Starkregen in Arendsee (Altmark)

Arendsee (Altmark) liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 39,9 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Arendsee (Altmark)

Hochwasser in und um Arendsee (Altmark) entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Landgraben Schrampe (ca. 2,4 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Schnackenburg (Elbe, 18,3 km): 95 cm (Stand 22:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Arendsee (Altmark)

In und um Arendsee (Altmark) sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 31 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 35 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Arendsee (Altmark) rund 2.717 Gebäude mit Wohnraum und 3.757 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Arendsee (Altmark) verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Arendsee (Altmark) statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Arendsee (Altmark) für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 39,9 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 39,9 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Arendsee (Altmark) in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,417,021,323,526,6
30 min11,621,126,329,133,0
1 h14,025,531,935,239,9
2 h16,830,538,142,147,7
6 h22,040,050,055,262,6
12 h26,047,359,165,274,0
1 d30,755,869,877,087,3

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Arendsee (Altmark); örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Arendsee (Altmark)

585,1 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Arendsee-Kläden (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Arendsee (Altmark) erreicht im Mittel 585,1 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Arendsee-Kläden (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Arendsee (Altmark) zuletzt dokumentiert am 18. August 2020 mit 24,0 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Arendsee (Altmark)

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Arendsee (Altmark) verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 22 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2020); das stärkste erreichte 53,5 mm in 1 h am 27. Juli 2014 (SRI 8).

  1. 18. August 2020

    24,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 13. Juni 2020

    28,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 94 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 30. Mai 2018

    42,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 10. Mai 2018

    35,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 63 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 2. Oktober 2016

    43,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 26 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 16. September 2016

    47,1 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 224 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  7. 26. Juli 2016

    48,9 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 401 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 29. Mai 2016

    34,3 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 63 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  9. 19. Juli 2015

    27,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 19 km²

    SRI 2 · Starkregen
  10. 6. September 2014

    34,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 6. September 2014

    36,3 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  12. 27. Juli 2014

    53,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 60 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  13. 19. Juni 2013

    59,2 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 1380 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  14. 7. Mai 2013

    45,1 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 83 km²

    SRI 2 · Starkregen
  15. 25. August 2012

    39,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 81 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  16. 12. Mai 2010

    18,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 1 · Starkregen
  17. 3. Juli 2009

    41,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 40 Jahre · betroffene Fläche 26 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  18. 25. Mai 2007

    21,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 2 · Starkregen
  19. 25. August 2006

    40,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 39 Jahre · betroffene Fläche 63 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  20. 31. Juli 2004

    25,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  21. 20. Juli 2004

    41,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 46 Jahre · betroffene Fläche 209 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  22. 1. August 2002

    29,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 57 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Arendsee (Altmark) – FAQ

Wie oft kommt es in Arendsee (Altmark) zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Arendsee (Altmark) zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 39,9 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Arendsee (Altmark) bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Arendsee (Altmark) bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 39,9 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 87,3 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 25,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Arendsee (Altmark) hochwassergefährdet?+

Ob Arendsee (Altmark) konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Arendsee (Altmark) vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Arendsee (Altmark) und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Arendsee (Altmark)?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Arendsee (Altmark) am 18. August 2020 (24,0 mm in 1 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 22 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 53,5 mm in 1 h am 27. Juli 2014 (SRI 8).

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen-Anhalt aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Arendsee (Altmark) – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.