Niedersachsen · Luhe · ca. 6.572 Einwohner · AGS 03358002

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Bispingen

Bispingen ist eine Kleinstadt in Niedersachsen und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

39,4 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

91,3 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

25,2 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

295,6

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Bispingen · örtliche Unsicherheit ±24 %

Starkregen in Bispingen

Bispingen liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 39,4 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Bispingen

In der Tiefebene um Bispingen steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Luhe (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Bispingen

Überflutungsschwerpunkte in Bispingen liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Das Ortszentrum liegt auf rund 76 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 53 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Bispingen rund 2.280 Gebäude mit Wohnraum und 3.213 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Bispingen verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Bispingen statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Bispingen für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 39,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 39,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Bispingen in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,417,021,323,526,6
30 min11,520,826,028,732,5
1 h13,925,231,534,739,4
2 h16,830,437,941,847,4
6 h22,440,650,755,963,4
12 h26,948,760,867,176,1
1 d32,358,473,080,591,3

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Bispingen; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Bispingen

793,8 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Bispingen-Steinbeck/Luhe (6 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

5 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Bispingen erreicht im Mittel 793,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Bispingen-Steinbeck/Luhe (6 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Bispingen zuletzt dokumentiert am 26. August 2022 mit 50,0 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 5 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 4 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Bispingen

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Bispingen verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 13 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2022); das stärkste erreichte 54,9 mm in 2 h am 3. Juni 2020 (SRI 7).

  1. 26. August 2022

    50,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 54 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 18. Juni 2020

    34,0 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 21 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 3. Juni 2020

    54,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 49 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 2. August 2019

    33,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 37 Jahre · betroffene Fläche 44 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 29. Juni 2017

    51,0 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 296 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 13. Mai 2017

    54,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 100 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 15. Juni 2016

    31,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 19. Juni 2013

    26,9 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 27. Mai 2006

    45,3 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 43 Jahre · betroffene Fläche 125 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 21. Juli 2005

    28,4 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 42 km²

    SRI 2 · Starkregen
  11. 31. Mai 2004

    32,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 2 · Starkregen
  12. 1. August 2002

    28,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 26 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  13. 10. Juli 2002

    28,1 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Bispingen – FAQ

Wie oft kommt es in Bispingen zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Bispingen zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 39,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Bispingen bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Bispingen bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 39,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 91,3 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 25,2 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Bispingen hochwassergefährdet?+

Ob Bispingen konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Niedersachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Bispingen vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Bispingen und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Bispingen?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Bispingen am 26. August 2022 (50,0 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 13 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 54,9 mm in 2 h am 3. Juni 2020 (SRI 7).

Für Kommunen · Niedersachsen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Niedersachsen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Bispingen – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.