Brandenburg · Havel · ca. 74.113 Einwohner · AGS 12051000

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Brandenburg an der Havel

Brandenburg an der Havel ist eine Mittelstadt in Brandenburg und liegt auf rund 46 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Havel, rund 0,6 km vom Ortszentrum entfernt. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

46,0 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

28,3 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

93,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

57,6 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Brandenburg an der Havel · örtliche Unsicherheit ±24 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Brandenburg an der Havel

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Brandenburg an der Havel verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 16 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2024); das stärkste erreichte 54,9 mm in 2 h am 11. Mai 2002 (SRI 7). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 14. August 2024jüngstes

    37,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 37 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 29. Juli 2019

    44,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 35 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 22. Juni 2017

    34,4 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 22. Juni 2017

    33,9 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 14. August 2015

    42,1 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 25. Juni 2014

    58,0 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 26 Jahre · betroffene Fläche 369 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  7. 22. April 2014

    38,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 38 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 4. August 2013

    33,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  9. 11. Mai 2002stärkstes

    54,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 54 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
7 weitere Ereignisse anzeigenWeniger anzeigen
  1. 29. Juli 2011

    49,3 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 101 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 10. Juli 2011

    53,8 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 28 Jahre · betroffene Fläche 110 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  3. 6. Juni 2011

    44,2 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 23 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 7. Juli 2005

    39,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 28 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 12. August 2002

    31,2 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 4. August 2002

    46,8 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 49 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 17. Juni 2001

    53,9 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 58 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Brandenburg an der Havel

Starkregen in Brandenburg an der Havel entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 28,3 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Brandenburg an der Havel

Hochwasser in und um Brandenburg an der Havel entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Brandenburg Up (Untere Havel-Wasserstrasse, 1,5 km): 67 cm (Stand 06:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Brandenburg an der Havel

In und um Brandenburg an der Havel sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 42 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Brandenburg an der Havel rund 14.092 Gebäude mit Wohnraum und 44.494 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Brandenburg an der Havel ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel trifft die Tiefebene um Brandenburg an der Havel an beiden Enden der Skala. Aufschlussreich ist der Abstand zwischen häufigem und seltenem Ereignis: Der 100-jährliche Stundenwert liegt nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen – Kanalnetze und Gräben, die für den Regelfall bemessen sind, geraten bei solchen Lagen an ihre Grenze.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Brandenburg an der Havel statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Brandenburg an der Havel für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 46,0 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 46,0 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Brandenburg an der Havel in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,218,323,426,029,8
30 min11,623,329,733,037,8
1 h14,228,336,140,246,0
2 h16,833,542,847,754,6
6 h21,542,954,861,069,8
12 h24,949,863,670,780,9
1 d28,857,673,581,893,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Brandenburg an der Havel; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Brandenburg an der Havel

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Brandenburg an der Havel fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Brandenburg an der Havel eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Brandenburg an der Havel

571,7 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Brandenburg-Görden (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

2 → 2

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Brandenburg an der Havel erreicht im Mittel 571,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Brandenburg-Görden (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Brandenburg an der Havel zuletzt dokumentiert am 14. August 2024 mit 37,4 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 2 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Brandenburg an der Havel – FAQ

Wie oft kommt es in Brandenburg an der Havel zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Brandenburg an der Havel zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 46,0 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Brandenburg an der Havel bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Brandenburg an der Havel bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 46,0 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 93,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Brandenburg an der Havel hochwassergefährdet?+

Ob Brandenburg an der Havel konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Brandenburg an der Havel vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Brandenburg an der Havel und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Brandenburg an der Havel?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Brandenburg an der Havel am 14. August 2024 (37,4 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 16 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 54,9 mm in 2 h am 11. Mai 2002 (SRI 7).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Brandenburg

Was Brandenburg an der Havel als Kommune leisten muss

Auch in Brandenburg ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Brandenburg an der Havel zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Brandenburg an der Havel – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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