Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Brandenburg an der Havel
Brandenburg an der Havel ist eine Mittelstadt in Brandenburg und liegt auf rund 46 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Havel, rund 0,6 km vom Ortszentrum entfernt.
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 19:04 Uhr, Deutscher Wetterdienst
46,0 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
28,3 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
93,6 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
57,6 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Brandenburg an der Havel · örtliche Unsicherheit ±24 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Brandenburg an der Havel
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Brandenburg an der Havel verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 16 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2024); das stärkste erreichte 54,9 mm in 2 h am 11. Mai 2002 (SRI 7). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Wo Starkregen in Brandenburg an der Havel zum Problem wird.
So viel Regen ist in Brandenburg an der Havel statistisch möglich
1 Stunde, alle 10 Jahre
28,3 mm
1 Stunde, alle 100 Jahre
46,0 mm
24 Stunden, alle 10 Jahre
57,6 mm
24 Stunden, alle 100 Jahre
93,6 mm
KOSTRA-DWD-2020, Rasterfeld Brandenburg an der Havel, örtliche Unsicherheit ±24 %
Starkregen in Brandenburg an der Havel
Starkregen in Brandenburg an der Havel entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 28,3 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.
Hochwasser in und um Brandenburg an der Havel entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.
In und um Brandenburg an der Havel sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 42 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Brandenburg an der Havel rund 14.092 Gebäude mit Wohnraum und 44.494 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
2 → 2 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Der Klimawandel trifft die Tiefebene um Brandenburg an der Havel an beiden Enden der Skala. Aufschlussreich ist der Abstand zwischen häufigem und seltenem Ereignis: Der 100-jährliche Stundenwert liegt nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen – Kanalnetze und Gräben, die für den Regelfall bemessen sind, geraten bei solchen Lagen an ihre Grenze.
Wie viel Regen ist in Brandenburg an der Havel statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Brandenburg an der Havel für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 46,0 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 46,0 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Brandenburg an der Havel in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
9,2
18,3
23,4
26,0
29,8
30 min
11,6
23,3
29,7
33,0
37,8
1 h
14,2
28,3
36,1
40,2
46,0
2 h
16,8
33,5
42,8
47,7
54,6
6 h
21,5
42,9
54,8
61,0
69,8
12 h
24,9
49,8
63,6
70,7
80,9
1 d
28,8
57,6
73,5
81,8
93,6
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Brandenburg an der Havel; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Brandenburg an der Havel
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Brandenburg an der Havel fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Brandenburg an der Havel eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Brandenburg an der Havel erreicht im Mittel 571,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Brandenburg-Görden (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Brandenburg an der Havel zuletzt dokumentiert am 14. August 2024 mit 37,4 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 2 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Brandenburg
Was Brandenburg an der Havel als Kommune leisten muss
Auch in Brandenburg ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Brandenburg an der Havel zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Brandenburg an der Havel
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Brandenburg an der Havel – FAQ
Wie oft kommt es in Brandenburg an der Havel zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Brandenburg an der Havel zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 46,0 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Brandenburg an der Havel bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Brandenburg an der Havel bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 46,0 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 93,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Brandenburg an der Havel hochwassergefährdet?+
Ob Brandenburg an der Havel konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Brandenburg an der Havel vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Brandenburg an der Havel und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Wann gab es zuletzt Starkregen in Brandenburg an der Havel?+
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Brandenburg an der Havel am 14. August 2024 (37,4 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 16 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 54,9 mm in 2 h am 11. Mai 2002 (SRI 7).
Wie kann Brandenburg an der Havel ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Brandenburg an der Havel.
Sie sind Vertreter einer Kommune, eines Landkreises oder eines Unternehmens? Wir zeigen Ihnen Anbindung, Kosten und Fördermöglichkeiten für Brandenburg an der Havel.