Bretten ist eine Mittelstadt in Baden-Württemberg und liegt auf rund 179 m ü. NN in einer süddeutschen, alpennahen Region. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Saalbach, unmittelbar im Ortsbereich.
Amtliche Warnlage für den Landkreis Karlsruhe
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 17:13 Uhr, Deutscher Wetterdienst
44,3 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
28,0 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
104,4 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
66,0 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Bretten · örtliche Unsicherheit ±26 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Bretten
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Bretten verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 6 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2024); das stärkste erreichte 148,1 mm in 3 h am 6. Juni 2015 (SRI 11). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Saalbach mitten im Ort, das Gelände fällt 131 Meter.
Bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Bretten für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 104,4 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.
Im süddeutschen, alpennahen Raum um Bretten können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.
Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Bretten zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 131 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Bretten rund 7.586 Gebäude mit Wohnraum und 13.613 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
5 → 4 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Bretten zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden nehmen bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser auf – und rund 42 % der Menge eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können hier in einer Stunde fallen.
Wie viel Regen ist in Bretten statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Bretten für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,3 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,3 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Bretten in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
9,7
18,0
22,7
25,1
28,5
30 min
12,2
22,8
28,6
31,6
36,0
1 h
15,0
28,0
35,2
39,0
44,3
2 h
18,3
34,1
42,8
47,3
53,8
6 h
24,6
45,8
57,6
63,7
72,4
12 h
29,5
55,0
69,1
76,5
87,0
1 d
35,4
66,0
83,0
91,8
104,4
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Bretten; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Bretten
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Bretten fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Bretten eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Bretten
781,7 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Bretten (2 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
5 → 4
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Bretten erreicht im Mittel 781,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Bretten (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Bretten zuletzt dokumentiert am 13. August 2024 mit 107,3 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 5 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 4 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Bretten – FAQ
Wie oft kommt es in Bretten zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Bretten zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,3 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Bretten bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Bretten bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,3 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 104,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Bretten hochwassergefährdet?+
Ob Bretten konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Bretten vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Bretten und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Bretten am 13. August 2024 (107,3 mm in 4 h, extremer Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 6 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 148,1 mm in 3 h am 6. Juni 2015 (SRI 11).
Wie kann Bretten ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Bretten.
Bretten nutzt bereits das Starkregen Frühalarmsystem (FAS). Das bundesweite Flutwarnsystem ist ein eigenständiges, ergänzendes System: Es verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem Lagebild über die Gemeindegrenzen hinaus – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.