Bruchsal ist eine Mittelstadt in Baden-Württemberg und liegt auf rund 114 m ü. NN in einer süddeutschen, alpennahen Region. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Saalbach, unmittelbar im Ortsbereich.
Amtliche Warnlage für den Landkreis Karlsruhe
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 17:13 Uhr, Deutscher Wetterdienst
45,8 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
28,9 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
103,4 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
65,2 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Bruchsal · örtliche Unsicherheit ±26 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Bruchsal
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Bruchsal verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 3 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2021); das stärkste erreichte 49,9 mm in 1 h am 29. Juni 2021 (SRI 7). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Saalbach mitten im Ort, das Gelände fällt 130 Meter.
Bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Bruchsal für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 103,4 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.
Im süddeutschen, alpennahen Raum um Bruchsal können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.
Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Bruchsal zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 130 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Bruchsal rund 10.336 Gebäude mit Wohnraum und 22.262 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
4 → 4 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Die konvektionsreiche Lage um Bruchsal macht den Abstand zwischen Alltag und Extremfall besonders spürbar: Nach KOSTRA-DWD-2020 erreicht der 100-jährliche Stundenwert das 1,6-Fache des 10-jährlichen. Hitze- und Trockenperioden nehmen parallel zu und verschlechtern die Aufnahmefähigkeit der Böden zusätzlich.
Wie viel Regen ist in Bruchsal statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Bruchsal für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 45,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 45,8 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Bruchsal in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
10,3
19,4
24,4
27,0
30,7
30 min
12,7
23,8
30,0
33,2
37,8
1 h
15,4
28,9
36,3
40,2
45,8
2 h
18,5
34,7
43,6
48,3
54,9
6 h
24,5
46,0
57,8
64,0
72,8
12 h
29,2
54,8
68,9
76,3
86,8
1 d
34,8
65,2
82,1
90,9
103,4
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Bruchsal; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Bruchsal
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Bruchsal fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Bruchsal eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Bruchsal
741,0 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Bruchsal-Heidelsheim (3 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
4 → 4
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Bruchsal erreicht im Mittel 741,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Bruchsal-Heidelsheim (3 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Bruchsal zuletzt dokumentiert am 29. Juni 2021 mit 49,9 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 4 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Bruchsal – FAQ
Wie oft kommt es in Bruchsal zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Bruchsal zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 45,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Bruchsal bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Bruchsal bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 45,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 103,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,9 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Bruchsal hochwassergefährdet?+
Ob Bruchsal konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Bruchsal vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Bruchsal und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Bruchsal am 29. Juni 2021 (49,9 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 3 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 49,9 mm in 1 h am 29. Juni 2021 (SRI 7).
Wie kann Bruchsal ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Bruchsal.
Bruchsal nutzt bereits das Starkregen Frühalarmsystem (FAS). Das bundesweite Flutwarnsystem ist ein eigenständiges, ergänzendes System: Es verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem Lagebild über die Gemeindegrenzen hinaus – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.