Schleswig-Holstein · Burgstaakener Graben · ca. 13.200 Einwohner · AGS 01055046

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Fehmarn

Fehmarn ist eine Kleinstadt in Schleswig-Holstein und liegt auf rund 5 m ü. NN in einer norddeutschen Küstenregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Burgstaakener Graben, rund 0,5 km vom Ortszentrum entfernt. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

35,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

23,2 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

83,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

54,3 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Fehmarn · örtliche Unsicherheit ±25 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Fehmarn

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Fehmarn verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 4 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2011–2022); das stärkste erreichte 54,1 mm in 2 h am 24. August 2011 (SRI 8). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 26. Juni 2022jüngstes

    33,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 67 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 10. Mai 2018

    31,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 43 Jahre · betroffene Fläche 26 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 24. August 2011stärkstes

    54,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 101 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  4. 21. August 2011

    38,1 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 23 Jahre · betroffene Fläche 46 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Fehmarn

Starkregen trifft Fehmarn typischerweise mit sommerlichen Tiefdruckgebieten und Schauerlagen von See. Die geringe Reliefenergie der Küstenregion bedeutet, dass Niederschlagswasser oft nur langsam versickert oder abfließt. Schon bei einem 10-jährlichen Ereignis muss laut KOSTRA-DWD-2020 mit etwa 23,2 mm in einer Stunde gerechnet werden – genug, um tief liegende Straßenzüge unter Wasser zu setzen.

Hochwasser in Fehmarn

In flachen Küstenorten wie Fehmarn kann Hochwasser sowohl von der See als auch von Bächen und Kanälen im Hinterland ausgehen. Weil viele Flächen künstlich entwässert oder sogar gepumpt werden, wirkt sich jede Überlastung des Systems unmittelbar auf die Umgebung aus – ein Grund, warum Frühwarnung hier besonders wertvoll ist.

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Marienleuchte (Ostsee, 7,3 km): 490 cm (Stand 06:11 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Fehmarn

Überflutungen abseits von Gewässern entstehen in Fehmarn vor allem dort, wo Starkregen auf versiegelte, ebene Flächen trifft: in Unterführungen, Kellergeschossen und an Kanalisationstiefpunkten. Weil das Gefälle fehlt, das Wasser sonst rasch ableiten würde, sammelt es sich oft über längere Zeit in denselben Senken.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 17 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Fehmarn rund 5.589 Gebäude mit Wohnraum und 9.506 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Fehmarn ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Für Norddeutschland und damit auch für die Region um Fehmarn erwarten Klimamodelle des Deutschen Wetterdienstes intensivere Starkregenereignisse, mehr Winterniederschlag und einen steigenden Meeresspiegel, der Sturmfluten höher auflaufen lässt. Wie stark die kurzen Extreme hier ins Gewicht fallen, zeigt das Verhältnis der Bemessungswerte: rund 43 % der Niederschlagsmenge eines 100-jährlichen Tagesereignisses können bereits in einer einzigen Stunde fallen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Fehmarn statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Fehmarn für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 35,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 35,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Fehmarn in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min8,615,118,720,623,3
30 min10,818,923,525,829,2
1 h13,223,228,831,635,8
2 h16,028,134,938,443,4
6 h21,437,746,851,558,2
12 h25,745,356,161,769,8
1 d30,854,367,374,083,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Fehmarn; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Fehmarn

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Fehmarn fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Fehmarn eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Fehmarn

597,9 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Burg/Fehmarn (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Fehmarn erreicht im Mittel 597,9 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Burg/Fehmarn (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Fehmarn zuletzt dokumentiert am 26. Juni 2022 mit 33,4 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Fehmarn – FAQ

Wie oft kommt es in Fehmarn zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Fehmarn zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 35,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Fehmarn bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Fehmarn bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 35,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 83,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 23,2 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Fehmarn hochwassergefährdet?+

Ob Fehmarn konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Schleswig-Holstein zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Fehmarn vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Fehmarn und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Fehmarn?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Fehmarn am 26. Juni 2022 (33,4 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2011 4 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 54,1 mm in 2 h am 24. August 2011 (SRI 8).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Schleswig-Holstein

Was Fehmarn als Kommune leisten muss

Auch in Schleswig-Holstein ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Fehmarn zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Fehmarn – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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