Brandenburg · Altzeschdorfer Mühlenfließ · ca. 465 Einwohner · AGS 12064130
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Fichtenhöhe
Fichtenhöhe ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
50,6 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
100,6 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
30,9 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
400,0
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Fichtenhöhe · örtliche Unsicherheit ±27 %
Starkregen in Fichtenhöhe
Fichtenhöhe liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 50,6 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.
Hochwasser in Fichtenhöhe
Hochwasser in und um Fichtenhöhe entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Altzeschdorfer Mühlenfließ (ca. 1,5 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).
Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Frankfurt1 (Oder) (Oder, 13,2 km): 97 cm (Stand 23:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).
Kartendienst Hochwasserrisikomanagement des Landes Brandenburg (LfU)
Überflutungsrisiko in Fichtenhöhe
In und um Fichtenhöhe sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.
Das Ortszentrum liegt auf rund 53 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 33 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Fichtenhöhe rund 198 Gebäude mit Wohnraum und 244 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
In der Region um Fichtenhöhe verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Fichtenhöhe statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Fichtenhöhe für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 50,6 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 50,6 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 10,7 | 21,9 | 28,1 | 31,3 | 36,0 |
| 30 min | 12,9 | 26,2 | 33,6 | 37,5 | 43,0 |
| 1 h | 15,1 | 30,9 | 39,6 | 44,1 | 50,6 |
| 2 h | 17,7 | 36,0 | 46,2 | 51,5 | 59,1 |
| 6 h | 22,4 | 45,7 | 58,6 | 65,3 | 74,9 |
| 12 h | 26,0 | 53,0 | 68,0 | 75,7 | 86,9 |
| 1 d | 30,1 | 61,4 | 78,7 | 87,7 | 100,6 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Fichtenhöhe; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Fichtenhöhe
564,8 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Alt Zeschdorf (2 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
3 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Fichtenhöhe erreicht im Mittel 564,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Alt Zeschdorf (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Fichtenhöhe zuletzt dokumentiert am 21. August 2007 mit 37,5 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Fichtenhöhe
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Fichtenhöhe verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 1 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2007); das stärkste erreichte 37,5 mm in 4 h am 21. August 2007 (SRI 2).
-
21. August 2007
37,5 mm in 4 h
SRI 2 · Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Fichtenhöhe – FAQ
Wie oft kommt es in Fichtenhöhe zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Fichtenhöhe zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 50,6 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Fichtenhöhe bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Fichtenhöhe bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 50,6 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 100,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,9 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Fichtenhöhe hochwassergefährdet?
Ob Fichtenhöhe konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Fichtenhöhe vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Fichtenhöhe und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Fichtenhöhe?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Fichtenhöhe am 21. August 2007 (37,5 mm in 4 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 1 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 37,5 mm in 4 h am 21. August 2007 (SRI 2).
Für Kommunen · Brandenburg
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Fichtenhöhe – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.