Brandenburg · Dammühlenfließ · ca. 2.936 Einwohner · AGS 12067137

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Friedland

Friedland ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

48,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

101,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

30,2 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

378,9

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Friedland · örtliche Unsicherheit ±27 %

Starkregen in Friedland

Friedland liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Friedland

Hochwasser in und um Friedland entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Dammühlenfließ (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Neuhaus Up (Neuhauser Speisekanal, 18,2 km): 99 cm (Stand 22:00 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Friedland

In und um Friedland sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 52 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 26 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Friedland rund 1.258 Gebäude mit Wohnraum und 1.511 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Friedland verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Friedland statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Friedland für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 48,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 48,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Friedland in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,721,026,829,834,1
30 min12,925,432,335,941,1
1 h15,330,238,442,748,8
2 h18,035,545,350,357,5
6 h23,245,858,364,874,1
12 h27,153,668,375,986,8
1 d31,862,779,988,8101,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Friedland; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Friedland

555,2 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Friedland/Nieder Lausitz (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Friedland erreicht im Mittel 555,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Friedland/Nieder Lausitz (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Friedland zuletzt dokumentiert am 21. Juli 2025 mit 45,2 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Friedland

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Friedland verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 15 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2025); das stärkste erreichte 87,6 mm in 1 h am 25. August 2002 (SRI 10).

  1. 21. Juli 2025

    45,2 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 198 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 27. August 2022

    89,3 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 1105 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 18. August 2022

    24,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 29. Juni 2021

    36,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 13. Juni 2020

    71,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 32 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 2. Mai 2018

    54,8 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 22 Jahre · betroffene Fläche 145 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  7. 7. September 2014

    37,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 26 Jahre · betroffene Fläche 38 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  8. 12. August 2010

    99,4 mm in 48 h

    Wiederkehrzeit ca. 40 Jahre · betroffene Fläche 4900 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  9. 17. Juli 2010

    22,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen
  10. 11. Juli 2008

    46,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 34 Jahre · betroffene Fläche 107 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  11. 22. Juli 2007

    33,9 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 2 · Starkregen
  12. 18. August 2006

    41,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 44 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  13. 11. September 2005

    29,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 2 · Starkregen
  14. 25. August 2002

    87,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 55 km²

    SRI 10 · extremer Starkregen
  15. 1. August 2002

    31,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Friedland – FAQ

Wie oft kommt es in Friedland zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Friedland zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Friedland bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Friedland bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 101,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,2 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Friedland hochwassergefährdet?+

Ob Friedland konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Friedland vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Friedland und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Friedland?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Friedland am 21. Juli 2025 (45,2 mm in 4 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 15 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 87,6 mm in 1 h am 25. August 2002 (SRI 10).

Für Kommunen · Brandenburg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Friedland – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.