Hessen · Osterbach · ca. 12.752 Einwohner · AGS 06633009

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Fuldatal

Fuldatal ist eine Kleinstadt in Hessen und liegt auf rund 171 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Osterbach, rund 0,6 km vom Ortszentrum entfernt. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

45,2 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

28,6 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

99,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

63,0 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Fuldatal · örtliche Unsicherheit ±26 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Fuldatal

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Fuldatal verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 3 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2005–2006); das stärkste erreichte 50,7 mm in 3 h am 28. Juli 2006 (SRI 5). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 28. Juli 2006jüngstesstärkstes

    50,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 42 Jahre · betroffene Fläche 21 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 5. Juli 2006

    40,8 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 21. Juni 2005

    34,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 25 Jahre · betroffene Fläche 8 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Fuldatal

Fuldatal liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion, in der sich Gewitterzellen an den Hängen stauen und lokal sehr hohe Regenmengen abregnen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 45,2 mm in einer Stunde möglich – in engen Tälern kann das Wasser dabei innerhalb weniger Minuten von Hang zu Ortslage fließen.

Hochwasser in Fuldatal

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Fuldatal können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Bonaforth (Fulda, 5,2 km): 208 cm (Stand 08:30 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Fuldatal

In Fuldatal ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 219 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Fuldatal rund 3.871 Gebäude mit Wohnraum und 6.233 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Fuldatal ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Kommunen sind mittlerweile gehalten, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf die Entwicklung, die auch Fuldatal betrifft. Wie groß der Sprung vom Planungsalltag zum Extremfall ist, zeigen die Bemessungswerte: Der 100-jährliche Stundenwert erreicht das 1,6-Fache des 10-jährlichen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Fuldatal statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Fuldatal für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 45,2 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 45,2 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Fuldatal in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,419,324,226,830,5
30 min12,823,729,832,937,4
1 h15,428,635,939,745,2
2 h18,434,242,947,554,0
6 h24,244,956,462,470,9
12 h28,753,266,973,984,0
1 d34,063,079,287,599,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Fuldatal; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Fuldatal

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Fuldatal fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Fuldatal eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Fuldatal

706,7 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Landwehrhagen (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

4 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Fuldatal erreicht im Mittel 706,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Landwehrhagen (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Fuldatal zuletzt dokumentiert am 28. Juli 2006 mit 50,7 mm in 3 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 4 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Fuldatal – FAQ

Wie oft kommt es in Fuldatal zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Fuldatal zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 45,2 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Fuldatal bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Fuldatal bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 45,2 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 99,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Fuldatal hochwassergefährdet?+

Ob Fuldatal konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Hessen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Fuldatal vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Fuldatal und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Fuldatal?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Fuldatal am 28. Juli 2006 (50,7 mm in 3 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2005 3 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 50,7 mm in 3 h am 28. Juli 2006 (SRI 5).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Hessen

Was Fuldatal als Kommune leisten muss

Auch in Hessen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Fuldatal zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Fuldatal – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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