Thüringen · Weiße Elster · ca. 95.608 Einwohner · AGS 16052000

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Gera

Gera ist eine Mittelstadt in Thüringen und liegt auf rund 200 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Weiße Elster, rund 1,0 km vom Ortszentrum entfernt. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 11. August 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

50,4 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

31,3 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

106,1 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

65,9 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Gera · örtliche Unsicherheit ±26 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Gera

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Gera verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 16 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2005–2025); das stärkste erreichte 71,6 mm in 1 h am 6. Juli 2006 (SRI 9).

  1. 15. Juni 2025

    36,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 24. Juni 2022

    26,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 13. Juli 2021

    45,2 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 65 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 20. Juni 2021

    30,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 13. Juni 2020

    39,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 29 Jahre · betroffene Fläche 26 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 1. Juni 2018

    32,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 19. Mai 2017

    27,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 25. Juni 2016

    42,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 39 Jahre · betroffene Fläche 75 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  9. 6. Juli 2006

    71,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 37 km²

    SRI 9 · extremer Starkregen
7 weitere Ereignisse anzeigenWeniger anzeigen
  1. 19. September 2014

    38,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 25 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 26. Juli 2014

    55,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 66 Jahre · betroffene Fläche 41 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 6. Juli 2012

    44,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 57 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 22. Juli 2008

    56,9 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 182 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 18. September 2006

    45,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 132 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 10. September 2005

    26,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 10. Juli 2005

    21,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 2 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 1 · Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01, radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Gera

Gera liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion, in der sich Gewitterzellen an den Hängen stauen und lokal sehr hohe Regenmengen abregnen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 50,4 mm in einer Stunde möglich – in engen Tälern kann das Wasser dabei innerhalb weniger Minuten von Hang zu Ortslage fließen.

Hochwasser in Gera

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Gera können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Überflutungsrisiko in Gera

Die hügelige Umgebung von Gera bedeutet, dass Starkregenwasser von den Hanglagen in tieferliegende Ortsteile fließt – auch dort, wo kein Bach in der Nähe ist. Starkregengefahrenkarten zeigen straßengenau, welche Fließwege und Einstauhöhen bei extremen Ereignissen zu erwarten sind.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 134 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Gera rund 15.618 Gebäude mit Wohnraum und 59.423 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Gera ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Kommunen sind mittlerweile gehalten, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf die Entwicklung, die auch Gera betrifft. Wie groß der Sprung vom Planungsalltag zum Extremfall ist, zeigen die Bemessungswerte: Der 100-jährliche Stundenwert erreicht das 1,6-Fache des 10-jährlichen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Gera statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Gera für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 50,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 50,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Gera in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,921,126,829,834,0
30 min13,426,133,136,741,9
1 h16,131,339,844,250,4
2 h19,137,147,252,459,8
6 h24,748,061,067,777,4
12 h28,956,371,579,490,7
1 d33,865,983,792,9106,1

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Gera; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Gera

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Gera fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Gera eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Gera

680,2 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Gera-Untermhaus (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Gera erreicht im Mittel 680,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Gera-Untermhaus (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Gera zuletzt dokumentiert am 15. Juni 2025 mit 36,3 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 3 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 4 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Gera – FAQ

Wie oft kommt es in Gera zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Gera zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 50,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Gera bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Gera bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 50,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 106,1 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 31,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Gera hochwassergefährdet?+

Ob Gera konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Thüringen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Gera vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Gera und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Gera?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Gera am 15. Juni 2025 (36,3 mm in 4 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2005 16 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 71,6 mm in 1 h am 6. Juli 2006 (SRI 9).

Für Kommunen · Thüringen

Was Gera als Kommune leisten muss

Auch in Thüringen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Gera zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Gera – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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