Amtliche Daten von DWD, BKG und Destatis

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Gifhorn

Gifhorn ist eine Mittelstadt in Niedersachsen und liegt auf rund 54 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Aller, rund 0,6 km vom Ortszentrum entfernt.

Amtliche Warnlage für den Landkreis Gifhorn

Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.

Stand 06:22 Uhr, Deutscher Wetterdienst

43,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

27,7 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

95,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

60,5 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Gifhorn · örtliche Unsicherheit ±25 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Gifhorn

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Gifhorn verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 8 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2023); das stärkste erreichte 98,3 mm in 12 h am 29. Juli 2014 (SRI 8). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 27. Juni 2023jüngstes

    43,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 37 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 13. Juni 2020

    53,8 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 68 Jahre · betroffene Fläche 84 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 2. August 2019

    42,0 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 17. September 2016

    44,5 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 14. August 2015

    34,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 29. Juli 2014stärkstes

    98,3 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 1948 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  7. 3. Juni 2008

    50,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 21. August 2007

    46,0 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 298 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen und Überflutung in Gifhorn

Aller 0,6 km vom Ortszentrum entfernt, das Gelände fällt 22 Meter.

Flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer.

Ortszentrum
54 m ü. NN
Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis
22 m
Gebäude mit Wohnraum
12.117

Pegel Osloss, Elbeseitenkanal, 8,3 km entfernt

65 cm

06:00 Uhr · WSV Pegelonline

Kartenausschnitt Gifhorn mit Gewässern Gifhorn
© GeoBasis-DE / BKG (2026), basemap.de, dl-de/by-2-0

Wo Starkregen in Gifhorn zum Problem wird.

So viel Regen ist in Gifhorn statistisch möglich

1 Stunde, alle 10 Jahre
27,7 mm
1 Stunde, alle 100 Jahre
43,8 mm
24 Stunden, alle 10 Jahre
60,5 mm
24 Stunden, alle 100 Jahre
95,6 mm
KOSTRA-DWD-2020, Rasterfeld Gifhorn, örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Gifhorn

Starkregen in Gifhorn entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 27,7 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Was „100-jährlich“ bedeutet So funktioniert das Frühalarmsystem
Kartenausschnitt Gifhorn mit Gewässern Gifhorn 65 cm Pegel Osloss, Elbeseitenkanal, 06:00 Uhr
Gewässer im Ortsbereich, hervorgehoben · © GeoBasis-DE / BKG (2026), basemap.de, dl-de/by-2-0

Hochwasser in Gifhorn

In der Tiefebene um Gifhorn steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Umweltkarten Niedersachsen mit Hochwassergefahren- und Risikokarten (NLWKN)
Kartenausschnitt Gifhorn mit Gewässern Gifhorn
Schematisch: Wasser breitet sich bei Starkregen entlang der Gewässer aus. Keine Simulation für Gifhorn. Karte © GeoBasis-DE / BKG (2026), basemap.de, dl-de/by-2-0

Überflutungsrisiko in Gifhorn

Überflutungsschwerpunkte in Gifhorn liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 22 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Gifhorn rund 12.117 Gebäude mit Wohnraum und 21.106 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Zur Starkregengefahrenkarte Gefahrenkarte für Gifhorn ansehen

Jahresniederschlag, Mittel 1991 bis 2020

Gifhorn
658,1 mm
Deutschland
791 mm

3 → 3 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020

DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel trifft die Tiefebene um Gifhorn an beiden Enden der Skala. Aufschlussreich ist der Abstand zwischen häufigem und seltenem Ereignis: Der 100-jährliche Stundenwert liegt nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen – Kanalnetze und Gräben, die für den Regelfall bemessen sind, geraten bei solchen Lagen an ihre Grenze.

Zu den DWD-Referenzwerten für Gifhorn

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Gifhorn statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Gifhorn für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 43,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 43,8 Litern pro Quadratmeter.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Gifhorn in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,218,923,826,329,9
30 min12,423,129,032,136,5
1 h14,927,734,838,543,8
2 h17,833,041,545,952,2
6 h23,343,354,460,168,4
12 h27,551,264,371,180,9
1 d32,560,576,184,195,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Gifhorn; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Gifhorn

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Gifhorn fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Gifhorn eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Gifhorn

658,1 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Gifhorn (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Gifhorn erreicht im Mittel 658,1 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Gifhorn (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Gifhorn zuletzt dokumentiert am 27. Juni 2023 mit 43,3 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Für Kommunen · Niedersachsen

Was Gifhorn als Kommune leisten muss

Auch in Niedersachsen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Gifhorn zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Für Betriebe · Standortwarnung

Für Unternehmen in Gifhorn

Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Gifhorn – FAQ

Wie oft kommt es in Gifhorn zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Gifhorn zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 43,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Gifhorn bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Gifhorn bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 43,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 95,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,7 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Gifhorn hochwassergefährdet?+

Ob Gifhorn konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Niedersachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Gifhorn vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Gifhorn und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Gifhorn?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Gifhorn am 27. Juni 2023 (43,3 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 8 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 98,3 mm in 12 h am 29. Juli 2014 (SRI 8).

Wie kann Gifhorn ein Frühwarnsystem einführen?+

Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Gifhorn.

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

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