Niedersachsen · Aller · ca. 42.726 Einwohner · AGS 03151009

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Gifhorn

Gifhorn ist eine Mittelstadt in Niedersachsen und liegt auf rund 54 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Aller, rund 0,6 km vom Ortszentrum entfernt. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

43,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

27,7 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

95,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

60,5 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Gifhorn · örtliche Unsicherheit ±25 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Gifhorn

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Gifhorn verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 8 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2023); das stärkste erreichte 98,3 mm in 12 h am 29. Juli 2014 (SRI 8). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 27. Juni 2023jüngstes

    43,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 37 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 13. Juni 2020

    53,8 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 68 Jahre · betroffene Fläche 84 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 2. August 2019

    42,0 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 17. September 2016

    44,5 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 14. August 2015

    34,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 29. Juli 2014stärkstes

    98,3 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 1948 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  7. 3. Juni 2008

    50,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 21. August 2007

    46,0 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 298 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Gifhorn

Starkregen in Gifhorn entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 27,7 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Gifhorn

In der Tiefebene um Gifhorn steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Osloss (Elbeseitenkanal, 8,3 km): 65 cm (Stand 03:00 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Gifhorn

Überflutungsschwerpunkte in Gifhorn liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 22 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Gifhorn rund 12.117 Gebäude mit Wohnraum und 21.106 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Gifhorn ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel trifft die Tiefebene um Gifhorn an beiden Enden der Skala. Aufschlussreich ist der Abstand zwischen häufigem und seltenem Ereignis: Der 100-jährliche Stundenwert liegt nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen – Kanalnetze und Gräben, die für den Regelfall bemessen sind, geraten bei solchen Lagen an ihre Grenze.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Gifhorn statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Gifhorn für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 43,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 43,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Gifhorn in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,218,923,826,329,9
30 min12,423,129,032,136,5
1 h14,927,734,838,543,8
2 h17,833,041,545,952,2
6 h23,343,354,460,168,4
12 h27,551,264,371,180,9
1 d32,560,576,184,195,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Gifhorn; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Gifhorn

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Gifhorn fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Gifhorn eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Gifhorn

658,1 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Gifhorn (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Gifhorn erreicht im Mittel 658,1 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Gifhorn (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Gifhorn zuletzt dokumentiert am 27. Juni 2023 mit 43,3 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Gifhorn – FAQ

Wie oft kommt es in Gifhorn zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Gifhorn zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 43,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Gifhorn bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Gifhorn bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 43,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 95,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,7 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Gifhorn hochwassergefährdet?+

Ob Gifhorn konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Niedersachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Gifhorn vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Gifhorn und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Gifhorn?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Gifhorn am 27. Juni 2023 (43,3 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 8 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 98,3 mm in 12 h am 29. Juli 2014 (SRI 8).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Niedersachsen

Was Gifhorn als Kommune leisten muss

Auch in Niedersachsen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Gifhorn zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Gifhorn – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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