Niedersachsen · Oste-Hamme-Kanal · ca. 9.216 Einwohner · AGS 03357016

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Gnarrenburg

Gnarrenburg ist eine Kleinstadt in Niedersachsen und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

37,7 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

85,9 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

24,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

280,0

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Gnarrenburg · örtliche Unsicherheit ±22 %

Starkregen in Gnarrenburg

Starkregen in Gnarrenburg entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 24,5 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Gnarrenburg

In der Tiefebene um Gnarrenburg steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Oste-Hamme-Kanal (ca. 1,0 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Bremervörde Uw (Oste, 15,6 km): 549 cm (Stand 23:21 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Gnarrenburg

Überflutungsschwerpunkte in Gnarrenburg liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Das Ortszentrum liegt auf rund 19 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 37 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Gnarrenburg rund 3.369 Gebäude mit Wohnraum und 4.306 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Gnarrenburg verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Gnarrenburg statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Gnarrenburg für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 37,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 37,7 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Gnarrenburg in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,316,420,222,325,2
30 min11,520,225,027,531,0
1 h14,024,530,333,337,7
2 h16,829,536,540,145,3
6 h22,439,248,553,360,3
12 h26,746,857,963,772,0
1 d31,955,869,176,085,9

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Gnarrenburg; örtliche Unsicherheit ±22 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Gnarrenburg

793,8 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Karlshöfen (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

4 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Gnarrenburg erreicht im Mittel 793,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Karlshöfen (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Gnarrenburg zuletzt dokumentiert am 2. Juli 2025 mit 38,2 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 4 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Gnarrenburg

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Gnarrenburg verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 19 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2025); das stärkste erreichte 55,9 mm in 4 h am 25. August 2006 (SRI 7).

  1. 2. Juli 2025

    38,2 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 64 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 7. August 2024

    21,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 21. Juli 2024

    53,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 105 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 27. Juni 2024

    31,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 36 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 20. Juni 2023

    21,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 1. Juni 2022

    28,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 22 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  7. 10. September 2021

    30,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 29 Jahre · betroffene Fläche 78 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  8. 16. August 2021

    54,5 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 32 Jahre · betroffene Fläche 290 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  9. 13. Juni 2020

    28,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 2 · Starkregen
  10. 13. Juli 2019

    30,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 31 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  11. 10. Juni 2019

    30,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 32 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  12. 28. Juli 2018

    30,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 29 Jahre · betroffene Fläche 188 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  13. 23. Juli 2010

    47,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 41 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  14. 3. Juli 2010

    24,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  15. 10. Juli 2007

    22,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 2 · Starkregen
  16. 25. August 2006

    55,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 80 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  17. 4. August 2006

    27,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 44 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  18. 8. Juli 2004

    22,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  19. 21. September 2001

    26,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Gnarrenburg – FAQ

Wie oft kommt es in Gnarrenburg zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Gnarrenburg zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 37,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Gnarrenburg bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Gnarrenburg bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 37,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 85,9 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 24,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Gnarrenburg hochwassergefährdet?+

Ob Gnarrenburg konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Niedersachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Gnarrenburg vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Gnarrenburg und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Gnarrenburg?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Gnarrenburg am 2. Juli 2025 (38,2 mm in 4 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 19 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 55,9 mm in 4 h am 25. August 2006 (SRI 7).

Für Kommunen · Niedersachsen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Niedersachsen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Gnarrenburg – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.