Mecklenburg-Vorpommern · Zaare · ca. 750 Einwohner · AGS 13074024
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Gottesgabe
Gottesgabe ist eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern und liegt in einer norddeutschen Küstenregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
41,5 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
90,9 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
26,0 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
308,9
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Gottesgabe · örtliche Unsicherheit ±24 %
Starkregen in Gottesgabe
In und um Gottesgabe können sich sommerliche Schauer und Gewitter durch die Nähe zum Meer rasch verstärken. Die KOSTRA-DWD-2020-Daten weisen für ein 100-jährliches Ereignis rund 90,9 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden aus – deutlich mehr, als die Entwässerungssysteme vieler flacher Küstenorte über einen so langen Zeitraum bewältigen können.
Hochwasser in Gottesgabe
Gottesgabe liegt in einer Küstenregion, in der neben klassischem Flusshochwasser auch Sturmfluten und ein hoher Grundwasserspiegel eine Rolle spielen. Ob und in welchem Umfang ein konkretes Grundstück gefährdet ist, hängt stark von der Lage zu Deichen, Gräben und Gewässern ab – die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes geben hierzu grundstücksgenaue Auskunft.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Zaare (ca. 1,4 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).
Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Schwerin Werderbrücke (Stör-Wasserstrasse, 13,0 km): 116 cm (Stand 00:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).
Umweltkarten Mecklenburg-Vorpommern mit Hochwassergefahrenkarten
Überflutungsrisiko in Gottesgabe
In Gottesgabe sind es typischerweise Souterrainwohnungen, Tiefgaragen und tiefliegende Straßenzüge, die bei Starkregen zuerst volllaufen. Starkregengefahrenkarten zeigen für jedes Grundstück, wo sich Wasser bei seltenen und extremen Regenereignissen sammelt – eine wichtige Grundlage für Eigenvorsorge und kommunale Planung.
Das Ortszentrum liegt auf rund 55 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 38 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Gottesgabe rund 266 Gebäude mit Wohnraum und 345 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Für Norddeutschland und damit auch für die Region um Gottesgabe erwarten Klimamodelle des Deutschen Wetterdienstes intensivere Starkregenereignisse, mehr Winterniederschlag und einen steigenden Meeresspiegel, der Sturmfluten höher auflaufen lässt. Gleichzeitig zeigten die Sommer der vergangenen Jahre, dass auch der Norden zunehmend von Trockenperioden betroffen ist.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Gottesgabe statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Gottesgabe für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 41,5 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 41,5 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 9,1 | 17,4 | 22,0 | 24,4 | 27,8 |
| 30 min | 11,2 | 21,5 | 27,2 | 30,1 | 34,4 |
| 1 h | 13,6 | 26,0 | 32,9 | 36,4 | 41,5 |
| 2 h | 16,2 | 31,1 | 39,3 | 43,5 | 49,6 |
| 6 h | 21,3 | 40,7 | 51,5 | 57,1 | 65,1 |
| 12 h | 25,2 | 48,1 | 60,9 | 67,5 | 77,0 |
| 1 d | 29,7 | 56,9 | 71,9 | 79,7 | 90,9 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Gottesgabe; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Gottesgabe
646,0 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Groß Brütz (2 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
3 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Gottesgabe erreicht im Mittel 646,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Groß Brütz (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Gottesgabe zuletzt dokumentiert am 31. Juli 2019 mit 28,8 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Gottesgabe
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Gottesgabe verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 4 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2009–2019); das stärkste erreichte 28,4 mm in 1 h am 21. Mai 2009 (SRI 3).
-
31. Juli 2019
28,8 mm in 2 h
SRI 2 · Starkregen -
24. Juni 2016
26,1 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
11. August 2015
28,7 mm in 2 h
SRI 2 · Starkregen -
21. Mai 2009
28,4 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Gottesgabe – FAQ
Wie oft kommt es in Gottesgabe zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Gottesgabe zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 41,5 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Gottesgabe bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Gottesgabe bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 41,5 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 90,9 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Gottesgabe hochwassergefährdet?
Ob Gottesgabe konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Gottesgabe vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Gottesgabe und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Gottesgabe?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Gottesgabe am 31. Juli 2019 (28,8 mm in 2 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2009 4 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 28,4 mm in 1 h am 21. Mai 2009 (SRI 3).
Für Kommunen · Mecklenburg-Vorpommern
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Gottesgabe – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.