Thüringen · Buchbach · ca. 1.806 Einwohner · AGS 16073028

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Gräfenthal

Gräfenthal ist eine Gemeinde in Thüringen und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

48,7 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

108,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

31,0 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

360,0

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Gräfenthal · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Gräfenthal

Die hügelige Topographie rund um Gräfenthal begünstigt lokal begrenzte, aber intensive Starkregenzellen im Sommer. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 108,5 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden zu erwarten – Wassermassen, die an Hanglagen zusätzlich Erosion und Schlammabfluss auslösen können.

Hochwasser in Gräfenthal

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Gräfenthal können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Buchbach (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Gräfenthal

Die hügelige Umgebung von Gräfenthal bedeutet, dass Starkregenwasser von den Hanglagen in tieferliegende Ortsteile fließt – auch dort, wo kein Bach in der Nähe ist. Starkregengefahrenkarten zeigen straßengenau, welche Fließwege und Einstauhöhen bei extremen Ereignissen zu erwarten sind.

Das Ortszentrum liegt auf rund 396 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 362 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Gräfenthal rund 778 Gebäude mit Wohnraum und 1.201 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Auch in der Mittelgebirgsregion um Gräfenthal verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Gräfenthal statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Gräfenthal für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 48,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 48,7 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Gräfenthal in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min11,220,625,928,632,4
30 min13,925,532,035,340,1
1 h16,831,038,842,848,7
2 h20,237,146,551,458,3
6 h26,649,061,467,877,0
12 h31,658,272,980,591,4
1 d37,669,086,595,5108,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Gräfenthal; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Gräfenthal

782,0 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Marktgölitz-Königsthal (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

6 → 6

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Gräfenthal erreicht im Mittel 782,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Marktgölitz-Königsthal (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Gräfenthal zuletzt dokumentiert am 5. Juni 2021 mit 54,5 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 6 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Gräfenthal

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Gräfenthal verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 6 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2005–2021); das stärkste erreichte 67,8 mm in 1 h am 19. Mai 2017 (SRI 8).

  1. 5. Juni 2021

    54,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 70 Jahre · betroffene Fläche 86 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 31. Mai 2018

    61,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 75 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  3. 19. Mai 2017

    67,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 186 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  4. 21. Juli 2014

    29,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 29. Juli 2005

    31,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 21 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 21. Juni 2005

    34,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Gräfenthal – FAQ

Wie oft kommt es in Gräfenthal zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Gräfenthal zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 48,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Gräfenthal bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Gräfenthal bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 48,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 108,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 31,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Gräfenthal hochwassergefährdet?+

Ob Gräfenthal konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Thüringen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Gräfenthal vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Gräfenthal und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Gräfenthal?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Gräfenthal am 5. Juni 2021 (54,5 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2005 6 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 67,8 mm in 1 h am 19. Mai 2017 (SRI 8).

Für Kommunen · Thüringen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Thüringen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Gräfenthal – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.