Bayern · Loisach · ca. 1.631 Einwohner · AGS 09180119
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Großweil
Großweil ist eine Gemeinde in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
55,7 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
155,7 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
36,1 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
388,9
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Großweil · örtliche Unsicherheit ±31 %
Starkregen in Großweil
Großweil liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region – einer der konvektionsreichsten Gegenden Deutschlands. Sommerliche Wärmegewitter erreichen hier überdurchschnittlich hohe Intensitäten. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 55,7 mm in einer Stunde möglich – Werte, die zu den höchsten unter deutschen Kommunen zählen.
Hochwasser in Großweil
Im süddeutschen, alpennahen Raum um Großweil können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Loisach (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).
Informationsdienst Überschwemmungsgefährdete Gebiete Bayern (IÜG)
Überflutungsrisiko in Großweil
In Großweil treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.
Das Ortszentrum liegt auf rund 622 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 297 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Großweil rund 452 Gebäude mit Wohnraum und 716 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Großweil zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Großweil statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Großweil für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 55,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 55,7 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 12,9 | 22,7 | 28,1 | 31,0 | 35,0 |
| 30 min | 16,3 | 28,7 | 35,6 | 39,2 | 44,3 |
| 1 h | 20,5 | 36,1 | 44,8 | 49,3 | 55,7 |
| 2 h | 25,7 | 45,3 | 56,1 | 61,8 | 69,9 |
| 6 h | 36,6 | 64,6 | 80,1 | 88,1 | 99,6 |
| 12 h | 45,8 | 80,7 | 100,1 | 110,2 | 124,6 |
| 1 d | 57,2 | 100,9 | 125,1 | 137,7 | 155,7 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Großweil; örtliche Unsicherheit ±31 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Großweil
1.321,7 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Ohlstadt-Schwaiganger (4 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
18 → 17
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Großweil erreicht im Mittel 1.321,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Ohlstadt-Schwaiganger (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Großweil zuletzt dokumentiert am 8. Juni 2018 mit 73,6 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 18 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 17 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Großweil
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Großweil verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 2 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2012–2018); das stärkste erreichte 73,6 mm in 2 h am 8. Juni 2018 (SRI 7).
-
8. Juni 2018
73,6 mm in 2 h
SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen -
5. Juli 2012
54,5 mm in 1 h
SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Großweil – FAQ
Wie oft kommt es in Großweil zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Großweil zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 55,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Großweil bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Großweil bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 55,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 155,7 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 36,1 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Großweil hochwassergefährdet?
Ob Großweil konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Großweil vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Großweil und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Großweil?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Großweil am 8. Juni 2018 (73,6 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2012 2 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 73,6 mm in 2 h am 8. Juni 2018 (SRI 7).
Für Kommunen · Bayern
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Großweil – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.