Amtliche Daten von DWD, BKG und Destatis

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Halbe

Halbe ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt auf rund 46 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Löptener Hauptgraben, unmittelbar im Ortsbereich.

Amtliche Warnlage für den Landkreis Dahme-Spreewald

Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.

Stand 05:09 Uhr, Deutscher Wetterdienst

48,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

30,1 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

100,0 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

61,7 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Halbe · örtliche Unsicherheit ±27 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Halbe

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Halbe verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 6 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2022); das stärkste erreichte 54,3 mm in 2 h am 6. Juni 2011 (SRI 6). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 9. September 2022jüngstes

    36,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 5. August 2014

    39,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 6. Juni 2011stärkstes

    54,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 74 Jahre · betroffene Fläche 52 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 8. Juli 2004

    35,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 26 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 24. Juli 2003

    43,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 1. August 2002

    43,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 26 Jahre · betroffene Fläche 46 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen und Überflutung in Halbe

Löptener Hauptgraben mitten im Ort, das Gelände fällt 31 Meter.

Flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer.

Ortszentrum
46 m ü. NN
Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis
31 m
Gebäude mit Wohnraum
855

Pegel Neue Mühle Schleuse Op, Dahme-Wasserstrasse, 21,4 km entfernt

265 cm

05:00 Uhr · WSV Pegelonline

Kartenausschnitt Halbe mit Gewässern Halbe
© GeoBasis-DE / BKG (2026), basemap.de, dl-de/by-2-0

Wo Starkregen in Halbe zum Problem wird.

So viel Regen ist in Halbe statistisch möglich

1 Stunde, alle 10 Jahre
30,1 mm
1 Stunde, alle 100 Jahre
48,8 mm
24 Stunden, alle 10 Jahre
61,7 mm
24 Stunden, alle 100 Jahre
100,0 mm
KOSTRA-DWD-2020, Rasterfeld Halbe, örtliche Unsicherheit ±27 %

Starkregen in Halbe

Die Tiefebene rund um Halbe ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 100,0 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.

Was „100-jährlich“ bedeutet So funktioniert das Frühalarmsystem
Kartenausschnitt Halbe mit Gewässern Halbe 265 cm Pegel Neue Mühle Schleuse Op, Dahme-Wasserstrasse, 05:00 Uhr
Gewässer im Ortsbereich, hervorgehoben · © GeoBasis-DE / BKG (2026), basemap.de, dl-de/by-2-0

Hochwasser in Halbe

Hochwasser in und um Halbe entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Kartendienst Hochwasserrisikomanagement des Landes Brandenburg (LfU)
Kartenausschnitt Halbe mit Gewässern Halbe
Schematisch: Wasser breitet sich bei Starkregen entlang der Gewässer aus. Keine Simulation für Halbe. Karte © GeoBasis-DE / BKG (2026), basemap.de, dl-de/by-2-0

Überflutungsrisiko in Halbe

In und um Halbe sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 31 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Halbe rund 855 Gebäude mit Wohnraum und 1.215 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Zur Starkregengefahrenkarte Gefahrenkarte für Halbe ansehen

Jahresniederschlag, Mittel 1991 bis 2020

Halbe
532,1 mm
Deutschland
791 mm

3 → 3 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020

DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel trifft die Tiefebene um Halbe an beiden Enden der Skala. Aufschlussreich ist der Abstand zwischen häufigem und seltenem Ereignis: Der 100-jährliche Stundenwert liegt nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen – Kanalnetze und Gräben, die für den Regelfall bemessen sind, geraten bei solchen Lagen an ihre Grenze.

Zu den DWD-Referenzwerten für Halbe

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Halbe statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Halbe für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 48,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 48,8 Litern pro Quadratmeter.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Halbe in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,420,626,229,233,3
30 min12,725,232,135,740,8
1 h15,230,138,442,648,8
2 h17,935,545,250,357,5
6 h23,045,558,064,473,7
12 h26,853,067,675,185,9
1 d31,261,778,687,4100,0

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Halbe; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Halbe

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Halbe fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Halbe eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Halbe

532,1 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Märkisch-Buchholz (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Halbe erreicht im Mittel 532,1 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Märkisch-Buchholz (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Halbe zuletzt dokumentiert am 9. September 2022 mit 36,5 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Für Kommunen · Brandenburg

Was Halbe als Kommune leisten muss

Auch in Brandenburg ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Halbe zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Für Betriebe · Standortwarnung

Für Unternehmen in Halbe

Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Halbe – FAQ

Wie oft kommt es in Halbe zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Halbe zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Halbe bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Halbe bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 48,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 100,0 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,1 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Halbe hochwassergefährdet?+

Ob Halbe konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Halbe vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Halbe und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Halbe?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Halbe am 9. September 2022 (36,5 mm in 1 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 6 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 54,3 mm in 2 h am 6. Juni 2011 (SRI 6).

Wie kann Halbe ein Frühwarnsystem einführen?+

Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Halbe.

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

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