Brandenburg · Nadelbach · ca. 4.352 Einwohner · AGS 12068181

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Heiligengrabe

Heiligengrabe ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

42,3 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

93,4 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

26,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

315,6

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Heiligengrabe · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Heiligengrabe

Starkregen in Heiligengrabe entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 26,5 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Heiligengrabe

Hochwasser in und um Heiligengrabe entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Nadelbach (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Heiligengrabe

In und um Heiligengrabe sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 83 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 43 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Heiligengrabe rund 1.709 Gebäude mit Wohnraum und 2.125 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Heiligengrabe verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Heiligengrabe statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Heiligengrabe für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 42,3 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 42,3 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Heiligengrabe in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,317,822,524,928,4
30 min11,521,927,730,735,0
1 h13,926,533,537,142,3
2 h16,631,740,044,450,6
6 h21,841,652,658,366,5
12 h25,949,462,469,278,8
1 d30,658,573,981,993,4

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Heiligengrabe; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Heiligengrabe

604,7 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Boddin-Langnow-Heidelberg (6 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

2 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Heiligengrabe erreicht im Mittel 604,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Boddin-Langnow-Heidelberg (6 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Heiligengrabe zuletzt dokumentiert am 23. Juli 2025 mit 25,3 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 2 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 3 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Heiligengrabe

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Heiligengrabe verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 21 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2025); das stärkste erreichte 111,5 mm in 3 h am 11. Juli 2010 (SRI 10).

  1. 23. Juli 2025

    25,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 17. Juni 2023

    44,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 39 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 8. Juni 2023

    36,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 26. August 2022

    50,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 88 Jahre · betroffene Fläche 65 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 12. Juli 2019

    34,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 9. August 2018

    31,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 62 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 1. Juni 2018

    67,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 171 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  8. 27. Mai 2018

    38,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  9. 11. August 2017

    42,6 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 356 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  10. 30. Mai 2017

    34,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 44 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 4. Juni 2016

    43,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 78 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  12. 2. Juni 2016

    28,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 37 km²

    SRI 2 · Starkregen
  13. 31. August 2014

    53,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 80 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  14. 11. Juli 2010

    27,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  15. 11. Juli 2010

    111,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 109 km²

    SRI 10 · extremer Starkregen
  16. 7. Oktober 2009

    55,9 mm in 24 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 220 km²

    SRI 2 · Starkregen
  17. 22. Juli 2007

    38,8 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 104 km²

    SRI 2 · Starkregen
  18. 14. Juni 2005

    33,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 19 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  19. 23. Juni 2004

    31,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  20. 17. Juli 2003

    36,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 42 Jahre · betroffene Fläche 42 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  21. 1. August 2002

    63,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 116 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Heiligengrabe – FAQ

Wie oft kommt es in Heiligengrabe zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Heiligengrabe zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 42,3 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Heiligengrabe bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Heiligengrabe bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 42,3 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 93,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Heiligengrabe hochwassergefährdet?+

Ob Heiligengrabe konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Heiligengrabe vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Heiligengrabe und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Heiligengrabe?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Heiligengrabe am 23. Juli 2025 (25,3 mm in 2 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 21 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 111,5 mm in 3 h am 11. Juli 2010 (SRI 10).

Für Kommunen · Brandenburg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Heiligengrabe – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.