Brandenburg · Nadelbach · ca. 4.352 Einwohner · AGS 12068181

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Heiligengrabe

Heiligengrabe ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt auf rund 83 m ü. NN in einer norddeutschen Tiefebene. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Nadelbach, unmittelbar im Ortsbereich. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

42,3 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

26,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

93,4 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

58,5 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Heiligengrabe · örtliche Unsicherheit ±25 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Heiligengrabe

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Heiligengrabe verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 14 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2023); das stärkste erreichte 111,5 mm in 3 h am 11. Juli 2010 (SRI 10). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 17. Juni 2023jüngstes

    51,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 95 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 26. August 2022

    50,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 88 Jahre · betroffene Fläche 54 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 9. August 2018

    31,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 1. Juni 2018

    67,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 111 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  5. 27. Mai 2018

    38,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  6. 11. August 2017

    41,0 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 299 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  7. 30. Mai 2017

    37,9 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 4. Juni 2016

    43,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 41 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  9. 11. Juli 2010stärkstes

    111,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 94 km²

    SRI 10 · extremer Starkregen
  10. 1. August 2002

    63,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 98 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
4 weitere Ereignisse anzeigenWeniger anzeigen
  1. 31. August 2014

    53,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 80 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 7. Oktober 2009

    55,9 mm in 24 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 96 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 14. Juni 2005

    33,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 18. Juli 2003

    36,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 42 Jahre · betroffene Fläche 28 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Heiligengrabe

Die Tiefebene rund um Heiligengrabe ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 93,4 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.

Hochwasser in Heiligengrabe

Hochwasser in und um Heiligengrabe entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Überflutungsrisiko in Heiligengrabe

Überflutungsschwerpunkte in Heiligengrabe liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 43 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Heiligengrabe rund 1.709 Gebäude mit Wohnraum und 2.125 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Heiligengrabe ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Heiligengrabe verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden nehmen plötzlichen Starkregen schlechter auf – und rund 45 % der Menge eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können hier innerhalb einer Stunde fallen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Heiligengrabe statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Heiligengrabe für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 42,3 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 42,3 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Heiligengrabe in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,317,822,524,928,4
30 min11,521,927,730,735,0
1 h13,926,533,537,142,3
2 h16,631,740,044,450,6
6 h21,841,652,658,366,5
12 h25,949,462,469,278,8
1 d30,658,573,981,993,4

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Heiligengrabe; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Heiligengrabe

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Heiligengrabe fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Heiligengrabe eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Heiligengrabe

604,7 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Boddin-Langnow-Heidelberg (6 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

2 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Heiligengrabe erreicht im Mittel 604,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Boddin-Langnow-Heidelberg (6 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Heiligengrabe zuletzt dokumentiert am 17. Juni 2023 mit 51,1 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 2 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 3 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Heiligengrabe – FAQ

Wie oft kommt es in Heiligengrabe zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Heiligengrabe zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 42,3 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Heiligengrabe bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Heiligengrabe bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 42,3 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 93,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Heiligengrabe hochwassergefährdet?+

Ob Heiligengrabe konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Heiligengrabe vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Heiligengrabe und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Heiligengrabe?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Heiligengrabe am 17. Juni 2023 (51,1 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 14 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 111,5 mm in 3 h am 11. Juli 2010 (SRI 10).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

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Für Kommunen · Brandenburg

Was Heiligengrabe als Kommune leisten muss

Auch in Brandenburg ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Heiligengrabe zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Heiligengrabe – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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