Nordrhein-Westfalen · Platißbach · ca. 7.834 Einwohner · AGS 05366020

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Hellenthal

Hellenthal ist eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

44,3 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

107,7 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

28,0 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

320,0

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Hellenthal · örtliche Unsicherheit ±24 %

Starkregen in Hellenthal

In Mittelgebirgslagen wie um Hellenthal ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 28,0 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.

Hochwasser in Hellenthal

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Hellenthal können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Platißbach (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Hellenthal

Die hügelige Umgebung von Hellenthal bedeutet, dass Starkregenwasser von den Hanglagen in tieferliegende Ortsteile fließt – auch dort, wo kein Bach in der Nähe ist. Starkregengefahrenkarten zeigen straßengenau, welche Fließwege und Einstauhöhen bei extremen Ereignissen zu erwarten sind.

Das Ortszentrum liegt auf rund 409 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 221 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Hellenthal rund 3.380 Gebäude mit Wohnraum und 4.196 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Auch in der Mittelgebirgsregion um Hellenthal verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Hellenthal statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Hellenthal für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,3 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,3 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Hellenthal in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,818,222,925,328,8
30 min12,222,828,631,736,0
1 h15,028,035,239,044,3
2 h18,434,243,047,554,1
6 h24,946,558,464,673,5
12 h30,256,370,778,289,0
1 d36,668,185,694,7107,7

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Hellenthal; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Hellenthal

1.046,8 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Schleiden-Schöneseiffen (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

7 → 7

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Hellenthal erreicht im Mittel 1.046,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Schleiden-Schöneseiffen (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Hellenthal zuletzt dokumentiert am 13. August 2024 mit 31,7 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 7 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Hellenthal

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Hellenthal verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 20 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2024); das stärkste erreichte 49,9 mm in 1 h am 10. Juli 2010 (SRI 7).

  1. 13. August 2024

    31,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 1. Januar 2024

    108,5 mm in 72 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 385 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 22. Dezember 2022

    37,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 70 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 30. Juni 2022

    26,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 29. Juni 2021

    44,4 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 60 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 29. Juni 2021

    42,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 41 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  7. 5. Juni 2019

    39,6 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 10. Februar 2019

    47,1 mm in 9 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 32 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 29. Mai 2018

    46,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 42 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 21. Juli 2016

    35,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 32 Jahre · betroffene Fläche 23 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  11. 28. Mai 2016

    49,9 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 32 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  12. 25. Juli 2014

    51,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 73 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  13. 10. Juli 2010

    49,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 83 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  14. 29. Mai 2008

    46,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 41 Jahre · betroffene Fläche 111 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  15. 9. Juni 2007

    37,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 43 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  16. 25. Mai 2007

    49,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 56 Jahre · betroffene Fläche 44 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  17. 17. Januar 2007

    76,5 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit ca. 20 Jahre · betroffene Fläche 1517 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  18. 7. August 2006

    61,8 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 34 Jahre · betroffene Fläche 74 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  19. 29. Juni 2005

    32,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 22 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  20. 23. Juli 2001

    30,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Hellenthal – FAQ

Wie oft kommt es in Hellenthal zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Hellenthal zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,3 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Hellenthal bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Hellenthal bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,3 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 107,7 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,0 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Hellenthal hochwassergefährdet?+

Ob Hellenthal konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Nordrhein-Westfalen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Hellenthal vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Hellenthal und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Hellenthal?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Hellenthal am 13. August 2024 (31,7 mm in 1 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 20 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 49,9 mm in 1 h am 10. Juli 2010 (SRI 7).

Für Kommunen · Nordrhein-Westfalen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 und die NRW-Arbeitshilfe zum kommunalen Starkregenrisikomanagement beschreiben den anerkannten Handlungspfad: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Nordrhein-Westfalen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Hellenthal – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.