Rheinland-Pfalz · Gaybach · ca. 25 Einwohner · AGS 07232049
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Herbstmühle
Herbstmühle ist eine Gemeinde in Rheinland-Pfalz und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
40,5 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
104,8 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
26,3 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
287,8
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Herbstmühle · örtliche Unsicherheit ±26 %
Starkregen in Herbstmühle
In Mittelgebirgslagen wie um Herbstmühle ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 26,3 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.
Hochwasser in Herbstmühle
In hügeligen Regionen wie um Herbstmühle führen Dauerregen oder rasche Schneeschmelze regelmäßig zu Hochwasser an kleineren Gewässern. Die kurze Fließzeit vom Oberlauf bis zur Ortslage macht eine frühzeitige Alarmierung besonders wichtig, um Einsatzkräften und Anwohnern Zeit für Schutzmaßnahmen zu verschaffen.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Gaybach (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).
Hochwasserportal Rheinland-Pfalz mit amtlichen Gefahrenkarten
Überflutungsrisiko in Herbstmühle
In Herbstmühle ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.
Das Ortszentrum liegt auf rund 392 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 181 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Herbstmühle rund 14 Gebäude mit Wohnraum und 18 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Auch in der Mittelgebirgsregion um Herbstmühle verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Herbstmühle statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Herbstmühle für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 40,5 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 40,5 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 9,6 | 16,8 | 20,8 | 22,9 | 25,9 |
| 30 min | 12,0 | 21,1 | 26,2 | 28,8 | 32,5 |
| 1 h | 14,9 | 26,3 | 32,5 | 35,8 | 40,5 |
| 2 h | 18,5 | 32,4 | 40,2 | 44,2 | 50,0 |
| 6 h | 25,7 | 45,1 | 55,9 | 61,4 | 69,5 |
| 12 h | 31,5 | 55,4 | 68,6 | 75,5 | 85,3 |
| 1 d | 38,7 | 68,0 | 84,3 | 92,7 | 104,8 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Herbstmühle; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Herbstmühle
787,4 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Körperich (8 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
5 → 5
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Herbstmühle erreicht im Mittel 787,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Körperich (8 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Herbstmühle zuletzt dokumentiert am 6. Juli 2006 mit 41,4 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 5 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Herbstmühle
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Herbstmühle verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 1 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2006–2006); das stärkste erreichte 41,4 mm in 2 h am 6. Juli 2006 (SRI 5).
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6. Juli 2006
41,4 mm in 2 h
SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Herbstmühle – FAQ
Wie oft kommt es in Herbstmühle zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Herbstmühle zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 40,5 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Herbstmühle bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Herbstmühle bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 40,5 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 104,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Herbstmühle hochwassergefährdet?
Ob Herbstmühle konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Rheinland-Pfalz zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Herbstmühle vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Herbstmühle und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Herbstmühle?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Herbstmühle am 6. Juli 2006 (41,4 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2006 1 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 41,4 mm in 2 h am 6. Juli 2006 (SRI 5).
Für Kommunen · Rheinland-Pfalz
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Rheinland-Pfalz aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Herbstmühle – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.