Sachsen-Anhalt · Hartau · ca. 1.508 Einwohner · AGS 15081225
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Jübar
Jübar ist eine Gemeinde in Sachsen-Anhalt und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
41,5 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
89,6 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
26,4 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
317,8
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Jübar · örtliche Unsicherheit ±24 %
Starkregen in Jübar
Starkregen in Jübar entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 26,4 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.
Hochwasser in Jübar
In der Tiefebene um Jübar steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Hartau (ca. 1,5 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).
Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Wittingen (Elbeseitenkanal, 17,8 km): 65 cm (Stand 00:00 Uhr; PEGELONLINE/WSV).
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt
Überflutungsrisiko in Jübar
Überflutungsschwerpunkte in Jübar liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.
Das Ortszentrum liegt auf rund 87 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 52 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Jübar rund 609 Gebäude mit Wohnraum und 772 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
In der Region um Jübar verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Jübar statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Jübar für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 41,5 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 41,5 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 10,0 | 18,2 | 22,8 | 25,2 | 28,6 |
| 30 min | 12,1 | 22,1 | 27,6 | 30,5 | 34,6 |
| 1 h | 14,5 | 26,4 | 33,1 | 36,5 | 41,5 |
| 2 h | 17,2 | 31,4 | 39,3 | 43,4 | 49,2 |
| 6 h | 22,5 | 41,0 | 51,3 | 56,6 | 64,3 |
| 12 h | 26,5 | 48,4 | 60,6 | 66,9 | 75,9 |
| 1 d | 31,3 | 57,2 | 71,5 | 78,9 | 89,6 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Jübar; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Jübar
621,5 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Lüdelsen (2 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
3 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Jübar erreicht im Mittel 621,5 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Lüdelsen (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Jübar zuletzt dokumentiert am 5. August 2014 mit 25,1 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Jübar
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Jübar verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 3 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2014); das stärkste erreichte 27,7 mm in 1 h am 14. Juni 2007 (SRI 3).
-
5. August 2014
25,1 mm in 2 h
SRI 2 · Starkregen -
29. Juli 2013
27,6 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
14. Juni 2007
27,7 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Jübar – FAQ
Wie oft kommt es in Jübar zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Jübar zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 41,5 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Jübar bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Jübar bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 41,5 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 89,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,4 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Jübar hochwassergefährdet?
Ob Jübar konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Jübar vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Jübar und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Jübar?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Jübar am 5. August 2014 (25,1 mm in 2 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 3 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 27,7 mm in 1 h am 14. Juni 2007 (SRI 3).
Für Kommunen · Sachsen-Anhalt
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen-Anhalt aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Jübar – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.