Nordrhein-Westfalen · Ellebach · ca. 34.890 Einwohner · AGS 05358024

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Jülich

Jülich ist eine Mittelstadt in Nordrhein-Westfalen und liegt auf rund 82 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Ellebach, unmittelbar im Ortsbereich. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 17. August 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

39,4 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

25,2 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

89,9 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

57,4 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Jülich · örtliche Unsicherheit ±22 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Jülich

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Jülich verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 4 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2006–2019); das stärkste erreichte 121,3 mm in 6 h am 7. August 2009 (SRI 10).

  1. 10. Juni 2019

    27,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 20. September 2014

    49,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 42 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 7. August 2009

    121,3 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 682 km²

    SRI 10 · extremer Starkregen
  4. 25. April 2006

    47,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 35 Jahre · betroffene Fläche 51 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01, radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Jülich

In Mittelgebirgslagen wie um Jülich ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 25,2 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.

Hochwasser in Jülich

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Jülich können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Überflutungsrisiko in Jülich

Die hügelige Umgebung von Jülich bedeutet, dass Starkregenwasser von den Hanglagen in tieferliegende Ortsteile fließt – auch dort, wo kein Bach in der Nähe ist. Starkregengefahrenkarten zeigen straßengenau, welche Fließwege und Einstauhöhen bei extremen Ereignissen zu erwarten sind.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 40 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Jülich rund 9.330 Gebäude mit Wohnraum und 17.462 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Jülich ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Kommunen sind mittlerweile gehalten, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf die Entwicklung, die auch Jülich betrifft. Wie groß der Sprung vom Planungsalltag zum Extremfall ist, zeigen die Bemessungswerte: Der 100-jährliche Stundenwert erreicht das 1,6-Fache des 10-jährlichen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Jülich statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Jülich für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 39,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 39,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Jülich in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min8,615,719,621,724,6
30 min11,120,325,328,031,7
1 h13,825,231,534,739,4
2 h16,830,538,242,247,8
6 h22,340,650,856,163,7
12 h26,548,460,566,875,7
1 d31,557,471,879,389,9

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Jülich; örtliche Unsicherheit ±22 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Jülich

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Jülich fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Jülich eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Jülich

695,0 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Jülich (Kläranlage) (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

4 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Jülich erreicht im Mittel 695,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Jülich (Kläranlage) (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Jülich zuletzt dokumentiert am 10. Juni 2019 mit 27,9 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 4 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 3 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Jülich – FAQ

Wie oft kommt es in Jülich zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Jülich zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 39,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Jülich bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Jülich bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 39,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 89,9 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 25,2 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Jülich hochwassergefährdet?+

Ob Jülich konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Nordrhein-Westfalen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Jülich vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Jülich und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Jülich?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Jülich am 10. Juni 2019 (27,9 mm in 1 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2006 4 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 121,3 mm in 6 h am 7. August 2009 (SRI 10).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Nordrhein-Westfalen

Was Jülich als Kommune leisten muss

Auch in Nordrhein-Westfalen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Jülich zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Jülich – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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