Hessen · Mühlgraben · ca. 13.308 Einwohner · AGS 06531012

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Linden

Linden ist eine Kleinstadt in Hessen und liegt auf rund 193 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Mühlgraben, rund 0,5 km vom Ortszentrum entfernt. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 17. August 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

44,4 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

28,3 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

89,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

57,0 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Linden · örtliche Unsicherheit ±25 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Linden

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Linden verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 4 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2006–2019); das stärkste erreichte 66,3 mm in 2 h am 27. Juli 2006 (SRI 8).

  1. 19. Mai 2019

    28,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 25 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 7. August 2018

    57,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 205 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 22. Juni 2017

    35,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 28 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 27. Juli 2006

    66,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01, radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Linden

Linden liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion, in der sich Gewitterzellen an den Hängen stauen und lokal sehr hohe Regenmengen abregnen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 44,4 mm in einer Stunde möglich – in engen Tälern kann das Wasser dabei innerhalb weniger Minuten von Hang zu Ortslage fließen.

Hochwasser in Linden

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Linden können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Giessen Klärwerk (Lahn, 5,0 km): 225 cm (Stand 18:45 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Linden

Die hügelige Umgebung von Linden bedeutet, dass Starkregenwasser von den Hanglagen in tieferliegende Ortsteile fließt – auch dort, wo kein Bach in der Nähe ist. Starkregengefahrenkarten zeigen straßengenau, welche Fließwege und Einstauhöhen bei extremen Ereignissen zu erwarten sind.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 74 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Linden rund 3.217 Gebäude mit Wohnraum und 6.604 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Linden ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Auch in der Mittelgebirgsregion um Linden verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Das Rasterfeld zeigt diese Prägung deutlich – rund 50 % eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können in einer einzigen Stunde niedergehen, mit entsprechend kurzer Vorwarnzeit an Hanglagen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Linden statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Linden für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Linden in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,719,724,727,331,0
30 min13,023,829,933,037,5
1 h15,428,335,439,144,4
2 h18,033,141,545,952,1
6 h23,042,252,958,566,4
12 h26,749,161,567,977,2
1 d31,057,071,478,989,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Linden; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Linden

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Linden fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Linden eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Linden

618,0 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Langgöns-Niederkleen (6 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Linden erreicht im Mittel 618,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Langgöns-Niederkleen (6 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Linden zuletzt dokumentiert am 19. Mai 2019 mit 28,1 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Linden – FAQ

Wie oft kommt es in Linden zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Linden zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Linden bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Linden bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 89,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Linden hochwassergefährdet?+

Ob Linden konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Hessen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Linden vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Linden und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Linden?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Linden am 19. Mai 2019 (28,1 mm in 1 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2006 4 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 66,3 mm in 2 h am 27. Juli 2006 (SRI 8).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Hessen

Was Linden als Kommune leisten muss

Auch in Hessen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Linden zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Linden – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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