Brandenburg · Ponnsdorfer Graben · ca. 1.890 Einwohner · AGS 12062333

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Massen-Niederlausitz

Massen-Niederlausitz ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

49,3 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

98,5 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

30,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

383,3

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Massen-Niederlausitz · örtliche Unsicherheit ±26 %

Starkregen in Massen-Niederlausitz

Starkregen in Massen-Niederlausitz entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 30,5 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Massen-Niederlausitz

In der Tiefebene um Massen-Niederlausitz steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Ponnsdorfer Graben (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Massen-Niederlausitz

Überflutungsschwerpunkte in Massen-Niederlausitz liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Das Ortszentrum liegt auf rund 108 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 23 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Massen-Niederlausitz rund 761 Gebäude mit Wohnraum und 923 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Massen-Niederlausitz verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Massen-Niederlausitz statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Massen-Niederlausitz für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 49,3 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 49,3 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Massen-Niederlausitz in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,921,427,230,234,5
30 min13,225,832,836,441,6
1 h15,630,538,843,149,3
2 h18,235,745,550,557,7
6 h23,245,457,764,173,3
12 h26,952,667,074,485,0
1 d31,161,077,686,298,5

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Massen-Niederlausitz; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Massen-Niederlausitz

587,0 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Finsterwalde (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Massen-Niederlausitz erreicht im Mittel 587,0 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Finsterwalde (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Massen-Niederlausitz zuletzt dokumentiert am 22. August 2021 mit 48,2 mm in 6 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Massen-Niederlausitz

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Massen-Niederlausitz verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 9 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2021); das stärkste erreichte 40,4 mm in 1 h am 1. Juni 2008 (SRI 5).

  1. 22. August 2021

    48,2 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  2. 10. August 2020

    39,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 6. Juni 2019

    32,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 6. Juni 2019

    38,1 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 2. Juli 2009

    34,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 64 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 26. Mai 2009

    40,9 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 44 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 1. Juni 2008

    40,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 36 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 25. Juni 2005

    29,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 19 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 15. Mai 2001

    43,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 25 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Massen-Niederlausitz – FAQ

Wie oft kommt es in Massen-Niederlausitz zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Massen-Niederlausitz zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 49,3 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Massen-Niederlausitz bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Massen-Niederlausitz bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 49,3 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 98,5 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Massen-Niederlausitz hochwassergefährdet?+

Ob Massen-Niederlausitz konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Massen-Niederlausitz vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Massen-Niederlausitz und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Massen-Niederlausitz?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Massen-Niederlausitz am 22. August 2021 (48,2 mm in 6 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 9 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 40,4 mm in 1 h am 1. Juni 2008 (SRI 5).

Für Kommunen · Brandenburg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Massen-Niederlausitz – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.