Sachsen · Müglitz · ca. 1.900 Einwohner · AGS 14628250
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Müglitztal
Müglitztal ist eine Gemeinde in Sachsen und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
53,8 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
123,7 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
32,6 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
385,6
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Müglitztal · örtliche Unsicherheit ±27 %
Starkregen in Müglitztal
In Mittelgebirgslagen wie um Müglitztal ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 32,6 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.
Hochwasser in Müglitztal
In hügeligen Regionen wie um Müglitztal führen Dauerregen oder rasche Schneeschmelze regelmäßig zu Hochwasser an kleineren Gewässern. Die kurze Fließzeit vom Oberlauf bis zur Ortslage macht eine frühzeitige Alarmierung besonders wichtig, um Einsatzkräften und Anwohnern Zeit für Schutzmaßnahmen zu verschaffen.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Müglitz (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).
Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Pirna (Elbe, 5,8 km): 97 cm (Stand 23:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).
Länderübergreifender Kartendienst zu Hochwassergefahren- und Risikokarten (BfG)
Überflutungsrisiko in Müglitztal
In Müglitztal ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.
Das Ortszentrum liegt auf rund 166 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 196 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Müglitztal rund 617 Gebäude mit Wohnraum und 948 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Auch in der Mittelgebirgsregion um Müglitztal verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Müglitztal statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Müglitztal für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 53,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 53,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 10,2 | 21,0 | 27,1 | 30,2 | 34,7 |
| 30 min | 12,8 | 26,6 | 34,2 | 38,1 | 43,8 |
| 1 h | 15,8 | 32,6 | 42,0 | 46,8 | 53,8 |
| 2 h | 19,1 | 39,5 | 50,8 | 56,7 | 65,1 |
| 6 h | 25,4 | 52,7 | 67,8 | 75,6 | 86,8 |
| 12 h | 30,4 | 62,9 | 81,0 | 90,3 | 103,7 |
| 1 d | 36,3 | 75,1 | 96,6 | 107,7 | 123,7 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Müglitztal; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Müglitztal
637,8 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Heidenau-Großsedlitz (3 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
4 → 5
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Müglitztal erreicht im Mittel 637,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Heidenau-Großsedlitz (3 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Müglitztal zuletzt dokumentiert am 9. August 2007 mit 54,1 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 4 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 5 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Müglitztal
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Müglitztal verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 4 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2007); das stärkste erreichte 54,1 mm in 1 h am 9. August 2007 (SRI 7).
-
9. August 2007
54,1 mm in 1 h
SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen -
7. August 2007
46,6 mm in 1 h
SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen -
5. Juni 2003
36,0 mm in 1 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
31. Juli 2002
37,6 mm in 2 h
SRI 2 · Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Müglitztal – FAQ
Wie oft kommt es in Müglitztal zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Müglitztal zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 53,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Müglitztal bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Müglitztal bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 53,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 123,7 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 32,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Müglitztal hochwassergefährdet?
Ob Müglitztal konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Müglitztal vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Müglitztal und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Müglitztal?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Müglitztal am 9. August 2007 (54,1 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 4 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 54,1 mm in 1 h am 9. August 2007 (SRI 7).
Für Kommunen · Sachsen
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Müglitztal – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.