Rheinland-Pfalz · Lützelbach · ca. 11.159 Einwohner · AGS 07137216

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Mülheim-Kärlich

Mülheim-Kärlich ist eine Kleinstadt in Rheinland-Pfalz und liegt auf rund 86 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Lützelbach, unmittelbar im Ortsbereich. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

Datenstand: 2. September 2026 · Quellen: DWD (KOSTRA-2020, CatRaRE, WarnWetter), BKG, Destatis – Methodik

40,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

26,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

94,2 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

61,2 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Mülheim-Kärlich · örtliche Unsicherheit ±25 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Mülheim-Kärlich

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Mülheim-Kärlich verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 3 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2022); das stärkste erreichte 42,2 mm in 2 h am 16. Mai 2022 (SRI 5). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.

  1. 16. Mai 2022jüngstesstärkstes

    42,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 41 Jahre · betroffene Fläche 47 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 30. Juli 2008

    33,1 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 8. Juni 2003

    43,9 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 29 Jahre · betroffene Fläche 32 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE W3 Eta v2026.01 (CC BY 4.0), radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Mülheim-Kärlich

Mülheim-Kärlich liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion, in der sich Gewitterzellen an den Hängen stauen und lokal sehr hohe Regenmengen abregnen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 40,8 mm in einer Stunde möglich – in engen Tälern kann das Wasser dabei innerhalb weniger Minuten von Hang zu Ortslage fließen.

Hochwasser in Mülheim-Kärlich

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Mülheim-Kärlich können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Neuwied Stadt (Rhein, 5,3 km): 2 cm (Stand 03:00 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Mülheim-Kärlich

In Mülheim-Kärlich ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 150 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Mülheim-Kärlich rund 3.476 Gebäude mit Wohnraum und 5.451 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Mülheim-Kärlich ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Kommunen sind mittlerweile gehalten, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf die Entwicklung, die auch Mülheim-Kärlich betrifft. Wie groß der Sprung vom Planungsalltag zum Extremfall ist, zeigen die Bemessungswerte: Der 100-jährliche Stundenwert erreicht das 1,5-Fache des 10-jährlichen.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Mülheim-Kärlich statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Mülheim-Kärlich für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 40,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 40,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Mülheim-Kärlich in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,717,021,123,226,2
30 min12,321,526,729,433,2
1 h15,126,532,836,140,8
2 h18,332,139,843,749,4
6 h24,442,953,158,466,0
12 h29,251,263,569,878,9
1 d34,961,275,883,394,2

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Mülheim-Kärlich; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge

Starkregengefahrenkarte Mülheim-Kärlich

Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Mülheim-Kärlich fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.

Ob Mülheim-Kärlich eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).

Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Mülheim-Kärlich

621,4 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Bassenheim (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Mülheim-Kärlich erreicht im Mittel 621,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Bassenheim (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Mülheim-Kärlich zuletzt dokumentiert am 16. Mai 2022 mit 42,2 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Mülheim-Kärlich – FAQ

Wie oft kommt es in Mülheim-Kärlich zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Mülheim-Kärlich zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 40,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?

Wie viel Regen fällt in Mülheim-Kärlich bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Mülheim-Kärlich bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 40,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 94,2 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen

Ist Mülheim-Kärlich hochwassergefährdet?+

Ob Mülheim-Kärlich konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Rheinland-Pfalz zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied

Wie kann ich mich in Mülheim-Kärlich vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Mülheim-Kärlich und Umgebung. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge

Wann gab es zuletzt Starkregen in Mülheim-Kärlich?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Mülheim-Kärlich am 16. Mai 2022 (42,2 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 3 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 42,2 mm in 2 h am 16. Mai 2022 (SRI 5).

Ratgeber · Vorsorge, Versicherung & Verhalten

Starkregen-Wissen zum Nachlesen

Für Kommunen · Rheinland-Pfalz

Was Mülheim-Kärlich als Kommune leisten muss

Auch in Rheinland-Pfalz ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Mülheim-Kärlich zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Flutwarnsystem · bundesweit

Frühwarnung für Mülheim-Kärlich – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen über die Starkregen-App.

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