Mecklenburg-Vorpommern · Lindebach · ca. 60.344 Einwohner · AGS 13071107

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Neubrandenburg

Neubrandenburg ist eine Mittelstadt in Mecklenburg-Vorpommern und liegt auf rund 18 m ü. NN in einer norddeutschen Küstenregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Lindebach, unmittelbar im Ortsbereich. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

43,0 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

26,8 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

91,0 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

56,7 mm

Dauerregen in 24 h

10-jährliches Ereignis

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Neubrandenburg · örtliche Unsicherheit ±24 %

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Neubrandenburg

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Neubrandenburg verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 4 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2022); das stärkste erreichte 87,8 mm in 2 h am 20. Juni 2020 (SRI 10).

  1. 17. August 2022

    47,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 72 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 20. Juni 2020

    87,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit weit über 100 Jahre · betroffene Fläche 129 km²

    SRI 10 · extremer Starkregen
  3. 30. Juli 2019

    26,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 29. Mai 2007

    70,6 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 303 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen

Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01, radarbasiert auf RADKLIM-RW (1-km-Raster). Jedes Ereignis zählt für die Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums – wie der Katalog entsteht und was der Starkregenindex misst.

Starkregen in Neubrandenburg

In und um Neubrandenburg können sich sommerliche Schauer und Gewitter durch die Nähe zum Meer rasch verstärken. Die KOSTRA-DWD-2020-Daten weisen für ein 100-jährliches Ereignis rund 91,0 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden aus – deutlich mehr, als die Entwässerungssysteme vieler flacher Küstenorte über einen so langen Zeitraum bewältigen können.

Hochwasser in Neubrandenburg

In flachen Küstenorten wie Neubrandenburg kann Hochwasser sowohl von der See als auch von Bächen und Kanälen im Hinterland ausgehen. Weil viele Flächen künstlich entwässert oder sogar gepumpt werden, wirkt sich jede Überlastung des Systems unmittelbar auf die Umgebung aus – ein Grund, warum Frühwarnung hier besonders wertvoll ist.

Überflutungsrisiko in Neubrandenburg

In Neubrandenburg sind es typischerweise Souterrainwohnungen, Tiefgaragen und tiefliegende Straßenzüge, die bei Starkregen zuerst volllaufen. Starkregengefahrenkarten zeigen für jedes Grundstück, wo sich Wasser bei seltenen und extremen Regenereignissen sammelt – eine wichtige Grundlage für Eigenvorsorge und kommunale Planung.

Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 55 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Neubrandenburg rund 8.555 Gebäude mit Wohnraum und 37.419 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Gefahrenkarte für Neubrandenburg ansehen

Starkregen-Auskunftssystem · straßenscharfe Überflutungstiefen

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Auch im Norden verschieben sich die Extreme – Trockenperioden im Sommer auf der einen, intensivere Starkregenlagen auf der anderen Seite. Für Neubrandenburg liegt der 100-jährliche Stundenwert nach KOSTRA-DWD-2020 beim 1,6-Fache des 10-jährlichen: Das seltene Ereignis, auf das kaum ein Kanalnetz ausgelegt ist, überschreitet den Planungsalltag deutlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Neubrandenburg statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Neubrandenburg für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 43,0 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 43,0 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Neubrandenburg in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,318,022,825,328,8
30 min11,522,228,231,235,6
1 h13,926,833,937,643,0
2 h16,531,840,344,751,0
6 h21,441,352,358,066,2
12 h25,148,461,368,077,6
1 d29,456,771,979,791,0

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Neubrandenburg; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Neubrandenburg

543,7 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Neubrandenburg (Küssower Str.) (2 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 2

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Neubrandenburg erreicht im Mittel 543,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Neubrandenburg (Küssower Str.) (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Neubrandenburg zuletzt dokumentiert am 17. August 2022 mit 47,8 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 3 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 2 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Neubrandenburg – FAQ

Wie oft kommt es in Neubrandenburg zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Neubrandenburg zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 43,0 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Neubrandenburg bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Neubrandenburg bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 43,0 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 91,0 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 26,8 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Neubrandenburg hochwassergefährdet?+

Ob Neubrandenburg konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Neubrandenburg vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Neubrandenburg und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Neubrandenburg?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Neubrandenburg am 17. August 2022 (47,8 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 4 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 87,8 mm in 2 h am 20. Juni 2020 (SRI 10).

Für Kommunen · Mecklenburg-Vorpommern

Was Neubrandenburg als Kommune leisten muss

Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Neubrandenburg zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.

Frühwarnung für Neubrandenburg – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.

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