Thüringen · Vippach · ca. 462 Einwohner · AGS 16071061
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Neumark
Neumark ist eine Gemeinde in Thüringen und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
47,3 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
93,3 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
29,6 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
366,7
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Neumark · örtliche Unsicherheit ±24 %
Starkregen in Neumark
Die hügelige Topographie rund um Neumark begünstigt lokal begrenzte, aber intensive Starkregenzellen im Sommer. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 93,3 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden zu erwarten – Wassermassen, die an Hanglagen zusätzlich Erosion und Schlammabfluss auslösen können.
Hochwasser in Neumark
In hügeligen Regionen wie um Neumark führen Dauerregen oder rasche Schneeschmelze regelmäßig zu Hochwasser an kleineren Gewässern. Die kurze Fließzeit vom Oberlauf bis zur Ortslage macht eine frühzeitige Alarmierung besonders wichtig, um Einsatzkräften und Anwohnern Zeit für Schutzmaßnahmen zu verschaffen.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Vippach (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).
Hochwasser-Informationen des Thüringer Landesamts für Umwelt (TLUBN)
Überflutungsrisiko in Neumark
In Neumark ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.
Das Ortszentrum liegt auf rund 195 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 66 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Neumark rund 193 Gebäude mit Wohnraum und 229 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Auch in der Mittelgebirgsregion um Neumark verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Neumark statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Neumark für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 47,3 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 47,3 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 10,9 | 20,7 | 26,1 | 28,9 | 33,0 |
| 30 min | 13,2 | 25,0 | 31,6 | 35,0 | 39,9 |
| 1 h | 15,6 | 29,6 | 37,4 | 41,5 | 47,3 |
| 2 h | 18,2 | 34,6 | 43,7 | 48,5 | 55,2 |
| 6 h | 23,0 | 43,8 | 55,3 | 61,3 | 69,9 |
| 12 h | 26,6 | 50,6 | 64,0 | 70,9 | 80,8 |
| 1 d | 30,8 | 58,5 | 73,9 | 81,8 | 93,3 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Neumark; örtliche Unsicherheit ±24 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Neumark
515,9 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Vippachedelhausen (im Ortsgebiet), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
3 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Neumark erreicht im Mittel 515,9 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Vippachedelhausen (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Neumark zuletzt dokumentiert am 16. August 2015 mit 31,9 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Neumark
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Neumark verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 2 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2004–2015); das stärkste erreichte 61,6 mm in 1 h am 20. Juli 2004 (SRI 8).
-
16. August 2015
31,9 mm in 2 h
SRI 2 · Starkregen -
20. Juli 2004
61,6 mm in 1 h
SRI 8 · extremer Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Neumark – FAQ
Wie oft kommt es in Neumark zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Neumark zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 47,3 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Neumark bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Neumark bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 47,3 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 93,3 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 29,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Neumark hochwassergefährdet?
Ob Neumark konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Thüringen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Neumark vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Neumark und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Neumark?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Neumark am 16. August 2015 (31,9 mm in 2 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2004 2 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 61,6 mm in 1 h am 20. Juli 2004 (SRI 8).
Für Kommunen · Thüringen
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Thüringen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Neumark – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.