Sachsen-Anhalt · Haubegraben · ca. 13.002 Einwohner · AGS 15083411

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Oebisfelde-Weferlingen

Oebisfelde-Weferlingen ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

44,2 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

99,8 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

27,9 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

326,7

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Oebisfelde-Weferlingen · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Oebisfelde-Weferlingen

Starkregen in Oebisfelde-Weferlingen entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 27,9 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Oebisfelde-Weferlingen

In der Tiefebene um Oebisfelde-Weferlingen steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Haubegraben (ca. 1,0 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Rühen (Mittellandkanal, 7,3 km): 56 cm (Stand 00:00 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Oebisfelde-Weferlingen

Überflutungsschwerpunkte in Oebisfelde-Weferlingen liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Das Ortszentrum liegt auf rund 63 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 19 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Oebisfelde-Weferlingen rund 4.506 Gebäude mit Wohnraum und 7.187 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Oebisfelde-Weferlingen verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Oebisfelde-Weferlingen statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Oebisfelde-Weferlingen für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 44,2 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 44,2 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Oebisfelde-Weferlingen in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,918,623,425,829,4
30 min12,323,028,932,036,4
1 h14,927,935,138,844,2
2 h17,933,542,246,653,1
6 h23,744,455,961,870,4
12 h28,252,966,673,783,9
1 d33,663,079,387,799,8

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Oebisfelde-Weferlingen; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Oebisfelde-Weferlingen

592,9 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Oebisfelde (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Oebisfelde-Weferlingen erreicht im Mittel 592,9 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Oebisfelde (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Oebisfelde-Weferlingen zuletzt dokumentiert am 27. Juli 2025 mit 34,2 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Oebisfelde-Weferlingen

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Oebisfelde-Weferlingen verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 26 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2025); das stärkste erreichte 46,7 mm in 1 h am 24. August 2011 (SRI 7).

  1. 27. Juli 2025

    34,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 29 Jahre · betroffene Fläche 28 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 26. August 2022

    31,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 40 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 26. August 2022

    44,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 39 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 15. August 2022

    38,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 28. August 2019

    27,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 12. Juli 2019

    23,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 20. Mai 2019

    42,0 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 17 Jahre · betroffene Fläche 49 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 26. September 2017

    25,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 19. Mai 2017

    25,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 2 · Starkregen
  10. 21. Juli 2016

    25,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  11. 31. Mai 2016

    44,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 112 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  12. 3. August 2014

    27,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 2 · Starkregen
  13. 8. Juli 2014

    27,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 32 km²

    SRI 2 · Starkregen
  14. 11. Juni 2014

    40,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 43 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  15. 11. Juni 2014

    34,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 169 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  16. 8. Juni 2014

    23,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 2 · Starkregen
  17. 25. Mai 2013

    47,1 mm in 24 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 73 km²

    SRI 2 · Starkregen
  18. 24. August 2011

    46,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 418 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  19. 22. Mai 2011

    45,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 36 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  20. 7. Oktober 2009

    28,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  21. 23. August 2007

    79,5 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit ca. 50 Jahre · betroffene Fläche 521 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  22. 20. Juli 2006

    28,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  23. 29. August 2004

    31,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 2 · Starkregen
  24. 26. Juli 2004

    29,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 12 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  25. 30. Dezember 2002

    28,6 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 2 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 1 · Starkregen
  26. 11. August 2002

    64,0 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 186 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Oebisfelde-Weferlingen – FAQ

Wie oft kommt es in Oebisfelde-Weferlingen zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Oebisfelde-Weferlingen zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 44,2 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Oebisfelde-Weferlingen bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Oebisfelde-Weferlingen bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 44,2 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 99,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,9 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Oebisfelde-Weferlingen hochwassergefährdet?+

Ob Oebisfelde-Weferlingen konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Oebisfelde-Weferlingen vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Oebisfelde-Weferlingen und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Oebisfelde-Weferlingen?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Oebisfelde-Weferlingen am 27. Juli 2025 (34,2 mm in 1 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 26 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 46,7 mm in 1 h am 24. August 2011 (SRI 7).

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen-Anhalt aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Oebisfelde-Weferlingen – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.