Niedersachsen · Schifffahrtsweg Elbe-Weser · ca. 467 Einwohner · AGS 03352045

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Osterbruch

Osterbruch ist eine Gemeinde in Niedersachsen und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

37,4 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

90,4 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

24,2 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

276,7

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Osterbruch · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Osterbruch

Osterbruch liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 37,4 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Osterbruch

In der Tiefebene um Osterbruch steigen Flüsse und Bäche bei Dauerregen oder Schneeschmelze meist langsamer, dafür aber langanhaltender an als in bergigem Gelände. Betroffen sind vor allem Auenlagen entlang größerer Gewässer sowie Gebiete mit hohem Grundwasserstand. Die genaue Gefährdung lässt sich über die Hochwassergefahrenkarten des jeweiligen Bundeslandes prüfen.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Schifffahrtsweg Elbe-Weser (ca. 1,3 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Otterndorf Mpm (Elbe, 8,1 km): 549 cm (Stand 23:21 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Osterbruch

Überflutungsschwerpunkte in Osterbruch liegen typischerweise an tiefliegenden Straßenzügen, Unterführungen und in Bereichen mit hohem Grundwasserstand. Starkregengefahrenkarten machen sichtbar, welche Flächen bei einem seltenen oder extremen Regenereignis betroffen wären – eine Grundlage für vorausschauenden Objektschutz.

Das Ortszentrum liegt auf rund 1 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 5 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Osterbruch rund 209 Gebäude mit Wohnraum und 255 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Osterbruch verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Osterbruch statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Osterbruch für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 37,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 37,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Osterbruch in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,116,120,022,024,9
30 min11,219,824,627,130,7
1 h13,724,230,033,137,4
2 h16,629,436,540,245,5
6 h22,639,949,554,561,7
12 h27,348,360,066,074,7
1 d33,158,572,679,990,4

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Osterbruch; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Osterbruch

866,2 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Otterndorf-Mahrdorf (5 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

4 → 5

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Osterbruch erreicht im Mittel 866,2 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Otterndorf-Mahrdorf (5 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Osterbruch zuletzt dokumentiert am 9. Juni 2004 mit 29,3 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 4 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 5 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Osterbruch

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Osterbruch verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 1 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2004–2004); das stärkste erreichte 29,3 mm in 2 h am 9. Juni 2004 (SRI 3).

  1. 9. Juni 2004

    29,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 35 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Osterbruch – FAQ

Wie oft kommt es in Osterbruch zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Osterbruch zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 37,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Osterbruch bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Osterbruch bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 37,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 90,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 24,2 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Osterbruch hochwassergefährdet?+

Ob Osterbruch konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Niedersachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Osterbruch vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Osterbruch und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Osterbruch?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Osterbruch am 9. Juni 2004 (29,3 mm in 2 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2004 1 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 29,3 mm in 2 h am 9. Juni 2004 (SRI 3).

Für Kommunen · Niedersachsen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Niedersachsen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Osterbruch – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.