Sachsen-Anhalt · Mühlen-Ilse Osterwieck · ca. 11.045 Einwohner · AGS 15085230

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Osterwieck

Osterwieck ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

47,8 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

109,4 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

29,9 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

352,2

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Osterwieck · örtliche Unsicherheit ±26 %

Starkregen in Osterwieck

Starkregen in Osterwieck entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 29,9 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Osterwieck

Hochwasser in und um Osterwieck entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Mühlen-Ilse Osterwieck (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Osterwieck

In und um Osterwieck sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 115 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 153 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Osterwieck rund 4.122 Gebäude mit Wohnraum und 6.126 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Osterwieck verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Osterwieck statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Osterwieck für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 47,8 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 47,8 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Osterwieck in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,319,725,027,731,7
30 min12,724,531,134,439,3
1 h15,529,937,841,947,8
2 h18,736,045,650,557,7
6 h24,947,960,767,376,8
12 h29,757,272,580,491,7
1 d35,568,386,595,9109,4

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Osterwieck; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Osterwieck

626,4 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Berßel (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

4 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Osterwieck erreicht im Mittel 626,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Berßel (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Osterwieck zuletzt dokumentiert am 23. April 2025 mit 50,0 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 4 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Osterwieck

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Osterwieck verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 19 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2025); das stärkste erreichte 50,0 mm in 2 h am 23. April 2025 (SRI 5).

  1. 23. April 2025

    50,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 47 Jahre · betroffene Fläche 43 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 30. Juni 2021

    33,0 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  3. 5. Juni 2021

    30,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  4. 14. Oktober 2020

    48,2 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 49 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 11. Juni 2019

    29,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 19. Juli 2017

    28,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 3 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 1 · Starkregen
  7. 22. Juni 2017

    33,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 13. Juli 2016

    25,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 4. August 2014

    35,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 2 · Starkregen
  10. 4. August 2014

    35,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 2 · Starkregen
  11. 9. Juni 2014

    28,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 2 · Starkregen
  12. 30. Juni 2012

    24,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 2 · Starkregen
  13. 24. August 2011

    42,7 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 25 Jahre · betroffene Fläche 123 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  14. 8. August 2010

    29,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 10 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 2 · Starkregen
  15. 13. Juli 2006

    31,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  16. 18. Juli 2004

    44,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 31 Jahre · betroffene Fläche 75 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  17. 7. September 2003

    28,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  18. 3. Juni 2003

    27,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  19. 24. August 2002

    37,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 39 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Osterwieck – FAQ

Wie oft kommt es in Osterwieck zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Osterwieck zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 47,8 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Osterwieck bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Osterwieck bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 47,8 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 109,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 29,9 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Osterwieck hochwassergefährdet?+

Ob Osterwieck konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Osterwieck vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Osterwieck und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Osterwieck?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Osterwieck am 23. April 2025 (50,0 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 19 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 50,0 mm in 2 h am 23. April 2025 (SRI 5).

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen-Anhalt aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Osterwieck – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.