Sachsen-Anhalt · Querne · ca. 10.007 Einwohner · AGS 15088305

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Querfurt

Querfurt ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

46,6 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

90,0 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

29,2 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

360,0

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Querfurt · örtliche Unsicherheit ±26 %

Starkregen in Querfurt

Querfurt liegt in einer der flacheren Regionen Deutschlands, in der sommerliche Gewitterzellen zwar seltener extreme Spitzenwerte erreichen als im Süden, sich aber über landwirtschaftlich geprägten Flächen mit begrenzter Versickerungskapazität stauen können. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 46,6 mm Niederschlag in einer Stunde zu erwarten.

Hochwasser in Querfurt

Hochwasser in und um Querfurt entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Querne (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Querfurt

In und um Querfurt sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 173 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 77 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Querfurt rund 3.327 Gebäude mit Wohnraum und 6.007 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Querfurt verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Querfurt statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Querfurt für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 46,6 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 46,6 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Querfurt in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,620,225,628,432,4
30 min12,924,631,234,639,4
1 h15,229,236,940,946,6
2 h17,734,043,047,654,3
6 h22,342,653,959,868,2
12 h25,649,062,068,778,4
1 d29,456,371,278,990,0

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Querfurt; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Querfurt

532,3 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Querfurt-Mühle Lodersleben (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Querfurt erreicht im Mittel 532,3 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Querfurt-Mühle Lodersleben (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Querfurt zuletzt dokumentiert am 14. August 2023 mit 112,7 mm in 72 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Querfurt

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Querfurt verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 11 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2006–2023); das stärkste erreichte 112,7 mm in 72 h am 14. August 2023 (SRI 6).

  1. 14. August 2023

    112,7 mm in 72 h

    Wiederkehrzeit ca. 75 Jahre · betroffene Fläche 3153 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 5. August 2021

    50,1 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 41 Jahre · betroffene Fläche 23 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 17. August 2020

    39,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 42 Jahre · betroffene Fläche 86 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 7. Juli 2014

    45,2 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 50 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  5. 11. Juni 2014

    58,8 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 97 Jahre · betroffene Fläche 66 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 8. September 2013

    41,2 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 238 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 12. Juli 2010

    45,0 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 19 Jahre · betroffene Fläche 85 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 3. Juni 2008

    23,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 3. Juni 2008

    44,1 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 27 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  10. 15. Juni 2007

    55,6 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 58 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 23. Juli 2006

    27,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Querfurt – FAQ

Wie oft kommt es in Querfurt zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Querfurt zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 46,6 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Querfurt bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Querfurt bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 46,6 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 90,0 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 29,2 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Querfurt hochwassergefährdet?+

Ob Querfurt konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen-Anhalt zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Querfurt vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Querfurt und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Querfurt?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Querfurt am 14. August 2023 (112,7 mm in 72 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2006 11 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 112,7 mm in 72 h am 14. August 2023 (SRI 6).

Für Kommunen · Sachsen-Anhalt

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Sachsen-Anhalt aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Querfurt – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.