Schleswig-Holstein · Lagedeichsielzug · ca. 1.988 Einwohner · AGS 01054106
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Rantrum
Rantrum ist eine Gemeinde in Schleswig-Holstein und liegt in einer norddeutschen Küstenregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
38,3 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
96,7 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
24,4 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
278,9
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Rantrum · örtliche Unsicherheit ±26 %
Starkregen in Rantrum
In und um Rantrum können sich sommerliche Schauer und Gewitter durch die Nähe zum Meer rasch verstärken. Die KOSTRA-DWD-2020-Daten weisen für ein 100-jährliches Ereignis rund 96,7 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden aus – deutlich mehr, als die Entwässerungssysteme vieler flacher Küstenorte über einen so langen Zeitraum bewältigen können.
Hochwasser in Rantrum
Rantrum liegt in einer Küstenregion, in der neben klassischem Flusshochwasser auch Sturmfluten und ein hoher Grundwasserspiegel eine Rolle spielen. Ob und in welchem Umfang ein konkretes Grundstück gefährdet ist, hängt stark von der Lage zu Deichen, Gräben und Gewässern ab – die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes geben hierzu grundstücksgenaue Auskunft.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Lagedeichsielzug (ca. 0,5 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).
Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Friedrichstadt Treene (Treene, 8,1 km): 430 cm (Stand 23:18 Uhr; PEGELONLINE/WSV).
Hochwassergefahren- und Risikokarten des Landes Schleswig-Holstein
Überflutungsrisiko in Rantrum
In Rantrum sind es typischerweise Souterrainwohnungen, Tiefgaragen und tiefliegende Straßenzüge, die bei Starkregen zuerst volllaufen. Starkregengefahrenkarten zeigen für jedes Grundstück, wo sich Wasser bei seltenen und extremen Regenereignissen sammelt – eine wichtige Grundlage für Eigenvorsorge und kommunale Planung.
Das Ortszentrum liegt auf rund 8 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 31 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Rantrum rund 777 Gebäude mit Wohnraum und 888 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Für Norddeutschland und damit auch für die Region um Rantrum erwarten Klimamodelle des Deutschen Wetterdienstes intensivere Starkregenereignisse, mehr Winterniederschlag und einen steigenden Meeresspiegel, der Sturmfluten höher auflaufen lässt. Gleichzeitig zeigten die Sommer der vergangenen Jahre, dass auch der Norden zunehmend von Trockenperioden betroffen ist.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Rantrum statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Rantrum für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 38,3 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 38,3 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 8,7 | 16,0 | 20,0 | 22,1 | 25,1 |
| 30 min | 10,8 | 19,8 | 24,8 | 27,4 | 31,1 |
| 1 h | 13,3 | 24,4 | 30,5 | 33,7 | 38,3 |
| 2 h | 16,3 | 29,9 | 37,4 | 41,4 | 47,0 |
| 6 h | 22,4 | 41,2 | 51,6 | 57,0 | 64,7 |
| 12 h | 27,4 | 50,3 | 63,0 | 69,6 | 79,1 |
| 1 d | 33,5 | 61,5 | 77,1 | 85,1 | 96,7 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Rantrum; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Rantrum
867,6 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Schwabstedt (6 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
5 → 5
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Rantrum erreicht im Mittel 867,6 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Schwabstedt (6 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Rantrum zuletzt dokumentiert am 14. September 2014 mit 35,2 mm in 3 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 5 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Rantrum
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Rantrum verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 2 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2014); das stärkste erreichte 36,0 mm in 2 h am 22. August 2007 (SRI 4).
-
14. September 2014
35,2 mm in 3 h
SRI 3 · intensiver Starkregen -
22. August 2007
36,0 mm in 2 h
SRI 4 · intensiver Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Rantrum – FAQ
Wie oft kommt es in Rantrum zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Rantrum zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 38,3 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Rantrum bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Rantrum bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 38,3 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 96,7 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 24,4 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Rantrum hochwassergefährdet?
Ob Rantrum konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Schleswig-Holstein zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Rantrum vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Rantrum und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Rantrum?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Rantrum am 14. September 2014 (35,2 mm in 3 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 2 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 36,0 mm in 2 h am 22. August 2007 (SRI 4).
Für Kommunen · Schleswig-Holstein
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Schleswig-Holstein aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Rantrum – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.