Niedersachsen · Dänenfließ · ca. 4.465 Einwohner · AGS 03454044

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Rhede (Ems)

Rhede (Ems) ist eine Gemeinde in Niedersachsen und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

42,7 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

93,4 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

27,1 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

326,7

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Rhede (Ems) · örtliche Unsicherheit ±26 %

Starkregen in Rhede (Ems)

Die Tiefebene rund um Rhede (Ems) ist überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen und ein engmaschiges Grabennetz geprägt. Bei einem 100-jährlichen Starkregenereignis sind nach KOSTRA-DWD-2020 rund 93,4 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – eine Menge, die Gräben und Kanalisation gleichermaßen überlasten kann.

Hochwasser in Rhede (Ems)

Hochwasser in und um Rhede (Ems) entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Dänenfließ (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Rhede (Dortmund-Ems-Kanal, 1,8 km): 416 cm (Stand 22:24 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Rhede (Ems)

In und um Rhede (Ems) sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 4 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 12 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Rhede (Ems) rund 1.570 Gebäude mit Wohnraum und 1.902 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Rhede (Ems) verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Rhede (Ems) statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Rhede (Ems) für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 42,7 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 42,7 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Rhede (Ems) in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,118,623,425,829,4
30 min12,222,628,431,335,6
1 h14,627,134,037,642,7
2 h17,432,240,544,750,8
6 h22,842,353,058,666,6
12 h27,050,062,869,478,9
1 d32,059,274,382,293,4

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Rhede (Ems); örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Rhede (Ems)

801,6 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Aschendorf (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

4 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Rhede (Ems) erreicht im Mittel 801,6 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Aschendorf (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Rhede (Ems) zuletzt dokumentiert am 24. August 2015 mit 38,9 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 4 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Rhede (Ems)

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Rhede (Ems) verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 5 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2015); das stärkste erreichte 38,9 mm in 2 h am 24. August 2015 (SRI 4).

  1. 24. August 2015

    38,9 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 43 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 4. November 2013

    26,9 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 2 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 1 · Starkregen
  3. 20. Juli 2003

    32,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 23 Jahre · betroffene Fläche 45 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 29. Dezember 2002

    39,1 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 90 km²

    SRI 2 · Starkregen
  5. 31. Juli 2002

    31,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 23 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Rhede (Ems) – FAQ

Wie oft kommt es in Rhede (Ems) zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Rhede (Ems) zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 42,7 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Rhede (Ems) bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Rhede (Ems) bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 42,7 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 93,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 27,1 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Rhede (Ems) hochwassergefährdet?+

Ob Rhede (Ems) konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Niedersachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Rhede (Ems) vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Rhede (Ems) und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Rhede (Ems)?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Rhede (Ems) am 24. August 2015 (38,9 mm in 2 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 5 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 38,9 mm in 2 h am 24. August 2015 (SRI 4).

Für Kommunen · Niedersachsen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Niedersachsen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Rhede (Ems) – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.