Hessen · Antreff · ca. 2.574 Einwohner · AGS 06535014

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Romrod

Romrod ist eine Gemeinde in Hessen und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

45,6 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

109,2 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

28,7 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

322,2

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Romrod · örtliche Unsicherheit ±25 %

Starkregen in Romrod

Die hügelige Topographie rund um Romrod begünstigt lokal begrenzte, aber intensive Starkregenzellen im Sommer. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 109,2 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden zu erwarten – Wassermassen, die an Hanglagen zusätzlich Erosion und Schlammabfluss auslösen können.

Hochwasser in Romrod

Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Romrod können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Antreff (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Romrod

Die hügelige Umgebung von Romrod bedeutet, dass Starkregenwasser von den Hanglagen in tieferliegende Ortsteile fließt – auch dort, wo kein Bach in der Nähe ist. Starkregengefahrenkarten zeigen straßengenau, welche Fließwege und Einstauhöhen bei extremen Ereignissen zu erwarten sind.

Das Ortszentrum liegt auf rund 306 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 105 m – bewegtes Gelände: Abflusskonzentration in Senken, Unterführungen und Tallagen ist zu beachten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Romrod rund 951 Gebäude mit Wohnraum und 1.291 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Auch in der Mittelgebirgsregion um Romrod verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Romrod statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Romrod für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 45,6 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 45,6 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Romrod in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min9,718,323,025,529,0
30 min12,323,229,332,436,9
1 h15,328,736,240,145,6
2 h18,635,144,248,955,7
6 h25,247,459,766,175,3
12 h30,357,172,079,790,7
1 d36,568,786,695,9109,2

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Romrod; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Romrod

617,8 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Alsfeld-Reibertenrod (6 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

5 → 4

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Romrod erreicht im Mittel 617,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Alsfeld-Reibertenrod (6 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Romrod zuletzt dokumentiert am 28. Mai 2025 mit 37,9 mm in 3 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 5 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 4 Tage (1991–2020) zurückgegangen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Romrod

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Romrod verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 8 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2025); das stärkste erreichte 43,5 mm in 2 h am 30. April 2014 (SRI 4).

  1. 28. Mai 2025

    37,9 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 4. Juli 2021

    28,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  3. 21. Juli 2016

    38,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 30. April 2014

    43,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 23 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  5. 24. Juli 2013

    38,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 16 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 22. Juli 2006

    27,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 27. August 2002

    41,4 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 24 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 1. August 2002

    39,8 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Romrod – FAQ

Wie oft kommt es in Romrod zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Romrod zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 45,6 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Romrod bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Romrod bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 45,6 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 109,2 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 28,7 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Romrod hochwassergefährdet?+

Ob Romrod konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Hessen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Romrod vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Romrod und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Romrod?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Romrod am 28. Mai 2025 (37,9 mm in 3 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 8 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 43,5 mm in 2 h am 30. April 2014 (SRI 4).

Für Kommunen · Hessen

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Hessen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Romrod – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.