Bayern · Weißach · ca. 5.441 Einwohner · AGS 09182129

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Rottach-Egern

Rottach-Egern ist eine Kleinstadt in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

56,1 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

171,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

36,5 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

373,3

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Rottach-Egern · örtliche Unsicherheit ±30 %

Starkregen in Rottach-Egern

Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Rottach-Egern für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 171,6 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.

Hochwasser in Rottach-Egern

Im süddeutschen, alpennahen Raum um Rottach-Egern können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Weißach (ca. 0,5 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Rottach-Egern

In Rottach-Egern treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 738 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 982 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Rottach-Egern rund 1.810 Gebäude mit Wohnraum und 4.026 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Rottach-Egern zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Rottach-Egern statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Rottach-Egern für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 56,1 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 56,1 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Rottach-Egern in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min12,521,927,129,833,6
30 min16,228,435,138,643,6
1 h20,836,545,149,656,1
2 h26,646,757,863,571,8
6 h39,268,785,093,5105,6
12 h50,087,5108,4119,2134,6
1 d63,7111,5138,1151,8171,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Rottach-Egern; örtliche Unsicherheit ±30 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Rottach-Egern

2.388,8 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Wiessee, Bad-Bauer in der Au (4 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

23 → 23

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Rottach-Egern erreicht im Mittel 2.388,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Wiessee, Bad-Bauer in der Au (4 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Rottach-Egern zuletzt dokumentiert am 16. August 2021 mit 50,7 mm in 4 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 23 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Rottach-Egern

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Rottach-Egern verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 16 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2001–2021); das stärkste erreichte 55,0 mm in 1 h am 20. Juli 2001 (SRI 6).

  1. 16. August 2021

    50,7 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 2 · Starkregen
  2. 8. Juni 2018

    50,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 49 Jahre · betroffene Fläche 28 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 11. Juni 2014

    44,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 28 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  4. 4. Januar 2013

    139,6 mm in 24 h

    Wiederkehrzeit ca. 29 Jahre · betroffene Fläche 390 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  5. 10. Juli 2011

    33,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 33 km²

    SRI 2 · Starkregen
  6. 22. Juli 2010

    185,6 mm in 48 h

    Wiederkehrzeit ca. 37 Jahre · betroffene Fläche 2713 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  7. 23. Juli 2009

    36,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 11 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  8. 17. Juli 2009

    109,3 mm in 24 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 120 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 30. Juli 2008

    38,7 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 30 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  10. 19. Januar 2007

    45,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 28 Jahre · betroffene Fläche 48 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  11. 12. November 2006

    33,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 6 Jahre · betroffene Fläche 38 km²

    SRI 2 · Starkregen
  12. 21. Juni 2006

    46,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 32 Jahre · betroffene Fläche 100 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  13. 24. Juli 2003

    38,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 13 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  14. 19. März 2002

    115,1 mm in 12 h

    Wiederkehrzeit ca. 34 Jahre · betroffene Fläche 110 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  15. 8. September 2001

    47,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 37 Jahre · betroffene Fläche 70 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  16. 20. Juli 2001

    55,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 81 Jahre · betroffene Fläche 88 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Rottach-Egern – FAQ

Wie oft kommt es in Rottach-Egern zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Rottach-Egern zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 56,1 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Rottach-Egern bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Rottach-Egern bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 56,1 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 171,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 36,5 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Rottach-Egern hochwassergefährdet?+

Ob Rottach-Egern konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Rottach-Egern vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Rottach-Egern und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Rottach-Egern?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Rottach-Egern am 16. August 2021 (50,7 mm in 4 h, Starkregen). Insgesamt sind seit 2001 16 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 55,0 mm in 1 h am 20. Juli 2001 (SRI 6).

Für Kommunen · Bayern

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Rottach-Egern – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.