Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Schirgiswalde-Kirschau
Schirgiswalde-Kirschau ist eine Kleinstadt in Sachsen und liegt auf rund 246 m ü. NN in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Nächstes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Spree, unmittelbar im Ortsbereich.
Keine Warnung vor Starkregen, Dauerregen oder Gewitter.
Stand 16:46 Uhr, Deutscher Wetterdienst
50,2 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
30,9 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
118,0 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
72,5 mm
Dauerregen in 24 h
10-jährliches Ereignis
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Schirgiswalde-Kirschau · örtliche Unsicherheit ±26 %
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE W3 Eta v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Schirgiswalde-Kirschau
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Schirgiswalde-Kirschau verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 3 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2007–2020); das stärkste erreichte 59,9 mm in 1 h am 18. Juni 2020 (SRI 7). Die Zuordnung gilt für die Rasterzelle des Niederschlagsmaximums – nicht für das gesamte Gemeindegebiet.
Starkregen und Überflutung in Schirgiswalde-Kirschau
Spree mitten im Ort, das Gelände fällt 251 Meter.
Bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten. Überflutungen entstehen hier durch Kanalüberstau und ausufernde Gewässer gleichermaßen.
Die hügelige Topographie rund um Schirgiswalde-Kirschau begünstigt lokal begrenzte, aber intensive Starkregenzellen im Sommer. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 118,0 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden zu erwarten – Wassermassen, die an Hanglagen zusätzlich Erosion und Schlammabfluss auslösen können.
Bäche und kleinere Flüsse im Umland von Schirgiswalde-Kirschau können bei Starkregen oder Schneeschmelze innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen – typisch für Mittelgebirgslagen mit engen Tälern und wenig Retentionsraum. Rückhaltebecken und ein abgestuftes Meldesystem helfen, die Ortslagen zu schützen, ersetzen aber keine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.
In Schirgiswalde-Kirschau ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.
Die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 251 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Schirgiswalde-Kirschau rund 2.043 Gebäude mit Wohnraum und 3.150 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
5 → 5 Starkregentage pro Jahr, 1961–1990 gegenüber 1991–2020
DWD-Referenzwerte, 1-km-Raster
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Auch in der Mittelgebirgsregion um Schirgiswalde-Kirschau verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Das Rasterfeld zeigt diese Prägung deutlich – rund 43 % eines 100-jährlichen Tagesniederschlags können in einer einzigen Stunde niedergehen, mit entsprechend kurzer Vorwarnzeit an Hanglagen.
Wie viel Regen ist in Schirgiswalde-Kirschau statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Schirgiswalde-Kirschau für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 50,2 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 50,2 Litern pro Quadratmeter.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Schirgiswalde-Kirschau in mm
Dauer
alle 1 Jahr
alle 10 Jahre
alle 30 Jahre
alle 50 Jahre
alle 100 Jahre
15 min
9,7
19,4
24,7
27,5
31,5
30 min
12,4
24,9
31,8
35,3
40,5
1 h
15,4
30,9
39,4
43,9
50,2
2 h
18,8
37,6
48,1
53,5
61,2
6 h
25,3
50,5
64,6
71,8
82,3
12 h
30,3
60,6
77,4
86,1
98,6
1 d
36,3
72,5
92,6
103,0
118,0
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld (5 × 5 km) im Gebiet Schirgiswalde-Kirschau; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich) – wie Wiederkehrzeit und Toleranz zu lesen sind.
Gefahrenkarte · Überflutungsvorsorge
Starkregengefahrenkarte Schirgiswalde-Kirschau
Eine Starkregengefahrenkarte zeigt, wohin das Wasser bei einem Starkregenereignis fließt und wo es sich sammelt: simuliert aus Gelände, Bebauung und Kanalnetz für definierte Regenszenarien. Sie beantwortet damit die Frage, die die statistischen Bemessungswerte oben offenlassen – nicht wie viel Regen in Schirgiswalde-Kirschau fallen kann, sondern was er anrichtet: welche Straßen überflutet werden, wo sich Senken füllen und welche Gebäude gefährdet sind. Grundlage für die Erstellung sind die Leitfäden der Bundesländer zum kommunalen Starkregenrisikomanagement.
Ob Schirgiswalde-Kirschau eine eigene Starkregengefahrenkarte veröffentlicht hat, erfahren Sie bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Für Flusshochwasser führen die Länder eigene Hochwassergefahrenkarten (Link im Abschnitt Hochwasser).
Was eine Gefahrenkarte leistet und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Starkregen-Ratgeber; die Datengrundlagen dieser Seite beschreibt die Methodik.
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Schirgiswalde-Kirschau
805,3 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Wilthen (2 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
5 → 5
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Schirgiswalde-Kirschau erreicht im Mittel 805,3 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Wilthen (2 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit etwa im Bereich des Deutschlandmittels von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Schirgiswalde-Kirschau zuletzt dokumentiert am 18. Juni 2020 mit 59,9 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 5 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Für Kommunen · Sachsen
Was Schirgiswalde-Kirschau als Kommune leisten muss
Auch in Sachsen ist Starkregenvorsorge kommunale Pflicht – Gefährdungsanalyse, bauliche Vorsorge und Warnung sind eigene Bausteine. Vorsorge braucht Jahre, eine Warnung braucht Minuten: Den dritten Schritt kann Schirgiswalde-Kirschau zuerst gehen. Rechtsrahmen, Handlungspfad und Förderung.
Für Betriebe · Standortwarnung
Für Unternehmen in Schirgiswalde-Kirschau
Minuten Vorlauf entscheiden, ob Fahrzeuge, Ware und Anlagen rechtzeitig gesichert sind. Das Flutwarnsystem warnt den einzelnen Standort statt der ganzen Warnregion.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Schirgiswalde-Kirschau – FAQ
Wie oft kommt es in Schirgiswalde-Kirschau zu Starkregen?+
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Schirgiswalde-Kirschau zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 50,2 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können. Mehr dazu im Ratgeber: Was heißt „100-jährliches Ereignis“?
Wie viel Regen fällt in Schirgiswalde-Kirschau bei einem 100-jährlichen Starkregen?+
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Schirgiswalde-Kirschau bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 50,2 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 118,0 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,9 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen-Warnstufen des DWD verstehen
Ist Schirgiswalde-Kirschau hochwassergefährdet?+
Ob Schirgiswalde-Kirschau konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Sachsen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern. Mehr dazu im Ratgeber: Starkregen vs. Hochwasser: der Unterschied
Wie kann ich mich in Schirgiswalde-Kirschau vor Überflutung schützen?+
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Privatpersonen nutzen dafür die kostenlose Starkregen-App mit ortsbezogenen Frühwarnungen für Schirgiswalde-Kirschau und Umgebung. Kommunen, Landkreise und Unternehmen können ein Erstgespräch zum Flutwarnsystem anfragen. Mehr dazu im Ratgeber: Haus vor Starkregen schützen: bauliche Vorsorge
Wann gab es zuletzt Starkregen in Schirgiswalde-Kirschau?+
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Schirgiswalde-Kirschau am 18. Juni 2020 (59,9 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2007 3 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 59,9 mm in 1 h am 18. Juni 2020 (SRI 7).
Wie kann Schirgiswalde-Kirschau ein Frühwarnsystem einführen?+
Kommunen, Landkreise und Unternehmen können das Flutwarnsystem in einem unverbindlichen Erstgespräch kennenlernen. Wir besprechen Anbindung, Kosten und mögliche Fördermöglichkeiten für Schirgiswalde-Kirschau.
Sie sind Vertreter einer Kommune, eines Landkreises oder eines Unternehmens? Wir zeigen Ihnen Anbindung, Kosten und Fördermöglichkeiten für Schirgiswalde-Kirschau.