Baden-Württemberg · Schutter · ca. 3.170 Einwohner · AGS 08317121

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Schuttertal

Schuttertal ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

50,1 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

112,8 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

32,8 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

376,7

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Schuttertal · örtliche Unsicherheit ±27 %

Starkregen in Schuttertal

Starkregen in Schuttertal entsteht überwiegend durch sommerliche Gewitterlagen, die im süddeutschen Raum besonders häufig und intensiv auftreten. Bereits ein statistisch alle 10 Jahre zu erwartendes Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 rund 32,8 mm in einer Stunde – deutlich mehr, als in weiten Teilen Norddeutschlands üblich ist.

Hochwasser in Schuttertal

Im süddeutschen, alpennahen Raum um Schuttertal können Dauerregen und Schneeschmelze aus den Alpen die Pegel von Flüssen und Bächen binnen Stunden deutlich ansteigen lassen. Rückhaltebecken und regulierte Gewässer dämpfen Hochwasserspitzen, ein Restrisiko bei extremen Ereignissen bleibt jedoch – die amtlichen Gefahrenkarten zeigen die genaue Betroffenheit.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Schutter (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Rust (Rhein, 19,5 km): 81 cm (Stand 23:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Schuttertal

In Schuttertal treffen intensive, kurze Starkregenereignisse häufig auf eng bebaute Ortskerne mit begrenzter Versickerungsfläche. Wenn die Kanalisation die Wassermassen nicht schnell genug ableiten kann, tritt Wasser an die Oberfläche – ein Muster, das die lokalen Starkregengefahrenkarten sichtbar machen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 243 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 316 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Schuttertal rund 887 Gebäude mit Wohnraum und 1.483 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Schuttertal zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Schuttertal statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Schuttertal für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 50,1 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 50,1 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Schuttertal in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min12,822,227,430,133,9
30 min15,727,133,536,841,5
1 h18,932,840,444,450,1
2 h22,739,348,553,260,1
6 h30,052,064,270,579,5
12 h35,861,976,483,994,7
1 d42,673,791,0100,0112,8

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Schuttertal; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Schuttertal

1.073,8 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Schuttertal (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

9 → 10

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Schuttertal erreicht im Mittel 1.073,8 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Schuttertal (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Schuttertal zuletzt dokumentiert am 1. Juni 2025 mit 88,3 mm in 18 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 9 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 10 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Schuttertal

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Schuttertal verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 12 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2025); das stärkste erreichte 95,1 mm in 3 h am 10. Juli 2010 (SRI 9).

  1. 1. Juni 2025

    88,3 mm in 18 h

    Wiederkehrzeit ca. 28 Jahre · betroffene Fläche 184 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 8. Juni 2021

    44,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 50 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 12. August 2020

    66,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 34 km²

    SRI 8 · extremer Starkregen
  4. 22. Mai 2018

    60,5 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 97 Jahre · betroffene Fläche 68 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 15. Juni 2017

    59,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 50 Jahre · betroffene Fläche 60 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 12. August 2015

    33,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  7. 7. Juni 2015

    33,2 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 28. Juli 2014

    27,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 14 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 10. Juli 2010

    95,1 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 328 km²

    SRI 9 · extremer Starkregen
  10. 8. Juni 2007

    34,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 14 Jahre · betroffene Fläche 13 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 7. Juni 2003

    44,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 51 Jahre · betroffene Fläche 22 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  12. 6. Juni 2002

    54,3 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 29 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Schuttertal – FAQ

Wie oft kommt es in Schuttertal zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Schuttertal zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 50,1 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Schuttertal bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Schuttertal bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 50,1 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 112,8 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 32,8 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Schuttertal hochwassergefährdet?+

Ob Schuttertal konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Baden-Württemberg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Schuttertal vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Schuttertal und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Schuttertal?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Schuttertal am 1. Juni 2025 (88,3 mm in 18 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 12 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 95,1 mm in 3 h am 10. Juli 2010 (SRI 9).

Für Kommunen · Baden-Württemberg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Baden-Württemberg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Schuttertal – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.