Nordrhein-Westfalen · Rodebach · ca. 10.786 Einwohner · AGS 05370024
Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Selfkant
Selfkant ist eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen und liegt in einer deutschen Mittelgebirgsregion. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.
39,4 mm
Extremregen in 1 h
100-jährliches Ereignis
92,4 mm
Extremregen in 24 h
100-jährliches Ereignis
25,3 mm
Starkregen in 1 h
10-jährliches Ereignis
282,2
Regenspende 15 min
100-jährlich, l/(s·ha)
Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Selfkant · örtliche Unsicherheit ±25 %
Starkregen in Selfkant
In Mittelgebirgslagen wie um Selfkant ist die Vorwarnzeit bei Starkregen besonders kurz: Zwischen Wolkenbruch am Oberlauf eines Bachs und Sturzflut im Ort liegen oft nur 30 bis 60 Minuten. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 25,3 mm in einer Stunde – eine Menge, die kleine Gewässer schnell anschwellen lässt.
Hochwasser in Selfkant
In hügeligen Regionen wie um Selfkant führen Dauerregen oder rasche Schneeschmelze regelmäßig zu Hochwasser an kleineren Gewässern. Die kurze Fließzeit vom Oberlauf bis zur Ortslage macht eine frühzeitige Alarmierung besonders wichtig, um Einsatzkräften und Anwohnern Zeit für Schutzmaßnahmen zu verschaffen.
Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Rodebach (ca. 0,9 km vom Ortszentrum; BKG DLM250).
Amtliche Hochwassergefahren- und Risikokarten des Landes Nordrhein-Westfalen
Überflutungsrisiko in Selfkant
In Selfkant ist wild abfließendes Hangwasser oft mindestens so gefährlich wie überlastete Kanäle: Bei Starkregen kann es Gebäude auch weitab von jedem Gewässer erreichen. Verklauste Durchlässe und überlastete Verrohrungen an Engstellen verschärfen die Lage zusätzlich und lassen Straßen kurzzeitig zu Fließwegen werden.
Das Ortszentrum liegt auf rund 49 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 35 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).
Nach Zensus 2022 umfasst Selfkant rund 4.260 Gebäude mit Wohnraum und 5.047 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.
Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter
Auch in der Mittelgebirgsregion um Selfkant verschieben sich die Extreme: Trockenperioden setzen Wäldern und Landwirtschaft zu, während konvektive Starkregenlagen an Intensität gewinnen. Kommunen in ganz Deutschland sind mittlerweile verpflichtet, Starkregengefahrenkarten und Handlungskonzepte zu erarbeiten – eine direkte Reaktion auf diese Entwicklung.
Amtliche Bemessungsdaten
Wie viel Regen ist in Selfkant statistisch möglich?
Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Selfkant für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 39,4 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 39,4 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.
Alle Werte in mm Niederschlagshöhe
| Dauer | alle 1 Jahr | alle 10 Jahre | alle 30 Jahre | alle 50 Jahre | alle 100 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 15 min | 9,1 | 16,3 | 20,4 | 22,5 | 25,4 |
| 30 min | 11,4 | 20,6 | 25,7 | 28,3 | 32,1 |
| 1 h | 14,1 | 25,3 | 31,6 | 34,8 | 39,4 |
| 2 h | 17,1 | 30,7 | 38,3 | 42,2 | 47,8 |
| 6 h | 22,9 | 41,2 | 51,4 | 56,7 | 64,2 |
| 12 h | 27,5 | 49,5 | 61,7 | 68,0 | 77,1 |
| 1 d | 33,0 | 59,3 | 74,0 | 81,5 | 92,4 |
Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Selfkant; örtliche Unsicherheit ±25 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).
Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte
Niederschlagsklima in Selfkant
731,4 mm
Mittlerer Jahresniederschlag
DWD-Station Selfkant-Havert (3 km entfernt), 1991–2020
791 mm
Deutschlandmittel zum Vergleich
DWD, 1991–2020
3 → 3
Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)
1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster
Selfkant erreicht im Mittel 731,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Selfkant-Havert (3 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Selfkant zuletzt dokumentiert am 22. Mai 2018 mit 47,8 mm in 2 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.
Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01
Dokumentierte Starkregenereignisse in Selfkant
Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Selfkant verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 5 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2002–2018); das stärkste erreichte 39,8 mm in 1 h am 6. Juni 2011 (SRI 7).
-
22. Mai 2018
47,8 mm in 2 h
SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen -
27. Juli 2014
29,2 mm in 1 h
SRI 4 · intensiver Starkregen -
6. Juni 2011
39,8 mm in 1 h
SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen -
3. August 2008
31,0 mm in 4 h
SRI 2 · Starkregen -
20. Juni 2002
42,2 mm in 2 h
SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.
Häufige Fragen
Starkregen & Hochwasser in Selfkant – FAQ
Wie oft kommt es in Selfkant zu Starkregen?
Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Selfkant zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 39,4 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.
Wie viel Regen fällt in Selfkant bei einem 100-jährlichen Starkregen?
Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Selfkant bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 39,4 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 92,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 25,3 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.
Ist Selfkant hochwassergefährdet?
Ob Selfkant konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Nordrhein-Westfalen zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.
Wie kann ich mich in Selfkant vor Überflutung schützen?
Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Selfkant und Umgebung.
Wann gab es zuletzt Starkregen in Selfkant?
Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Selfkant am 22. Mai 2018 (47,8 mm in 2 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2002 5 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 39,8 mm in 1 h am 6. Juni 2011 (SRI 7).
Für Kommunen · Nordrhein-Westfalen
Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe
Rechtlicher Rahmen
Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.
Fachlicher Standard
Das Merkblatt DWA-M 119 und die NRW-Arbeitshilfe zum kommunalen Starkregenrisikomanagement beschreiben den anerkannten Handlungspfad: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.
Förderlandschaft
Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Nordrhein-Westfalen aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.
Frühwarnung für Selfkant – bevor das Wasser kommt
Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.