Brandenburg · Heinersdorfer Fließ · ca. 4.374 Einwohner · AGS 12067473

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Steinhöfel

Steinhöfel ist eine Gemeinde in Brandenburg und liegt in einer norddeutschen Tiefebene. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

50,6 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

100,4 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

30,9 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

401,1

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Steinhöfel · örtliche Unsicherheit ±27 %

Starkregen in Steinhöfel

Starkregen in Steinhöfel entsteht überwiegend durch sommerliche Wärmegewitter, die sich über dem flachen Umland aufbauen. Weil die Region kaum natürliches Gefälle bietet, bleibt Regenwasser oft länger stehen als in hügeligem Gelände. Bereits ein 10-jährliches Ereignis bringt laut KOSTRA-DWD-2020 etwa 30,9 mm in einer Stunde – genug für vollgelaufene Keller und Unterführungen.

Hochwasser in Steinhöfel

Hochwasser in und um Steinhöfel entsteht überwiegend durch Dauerregen oder Schneeschmelze, die größere Fließgewässer der Region über längere Zeiträume ansteigen lassen. Anders als bei Sturzfluten in Mittelgebirgslagen bleibt hier meist mehr Vorwarnzeit – ein Vorteil, den ein Frühalarmsystem zusätzlich verlängern kann.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Heinersdorfer Fließ (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Live-Wasserstand am nächstgelegenen Bundeswasserstraßen-Pegel Fürstenwalde Op (Spree-Oder-Wasserstrasse, 8,7 km): 165 cm (Stand 23:15 Uhr; PEGELONLINE/WSV).

Überflutungsrisiko in Steinhöfel

In und um Steinhöfel sammelt sich Regenwasser bei Starkregen bevorzugt in natürlichen und künstlichen Senken sowie an Kanalisationstiefpunkten, da die Region kaum natürliches Gefälle bietet. Gräben und Vorfluter können bei extremen Ereignissen schnell überlastet sein, was zu länger anhaltenden Überflutungen führt.

Das Ortszentrum liegt auf rund 51 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 21 m – flaches Gelände: Überflutungen entstehen hier vor allem durch Kanalnetz-Überstau und ausufernde Gewässer (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Steinhöfel rund 1.543 Gebäude mit Wohnraum und 2.254 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

In der Region um Steinhöfel verschärft der Klimawandel beide Extreme: längere Trockenperioden, die Böden und Grundwasser belasten, sowie intensivere Starkregenereignisse im Sommer. Ausgetrocknete Böden können Wasser bei plötzlichem Starkregen schlechter aufnehmen – ein Wechselspiel, das das Überflutungsrisiko zusätzlich erhöht.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Steinhöfel statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Steinhöfel für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 50,6 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 50,6 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Steinhöfel in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,922,028,331,536,1
30 min12,926,333,737,543,0
1 h15,230,939,644,150,6
2 h17,736,046,251,459,0
6 h22,545,758,565,274,7
12 h26,152,967,875,686,6
1 d30,261,378,687,5100,4

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Steinhöfel; örtliche Unsicherheit ±27 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Steinhöfel

566,4 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Alt Madlitz (5 km entfernt), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

3 → 3

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Steinhöfel erreicht im Mittel 566,4 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Alt Madlitz (5 km entfernt), 1991–2020) und liegt damit deutlich unter dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Steinhöfel zuletzt dokumentiert am 2. Juni 2024 mit 56,4 mm in 6 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) liegt in beiden Referenzperioden bei im Mittel 3 Tagen pro Jahr. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Steinhöfel

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Steinhöfel verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 12 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2024); das stärkste erreichte 76,7 mm in 4 h am 3. August 2014 (SRI 7).

  1. 2. Juni 2024

    56,4 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 25 Jahre · betroffene Fläche 53 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  2. 1. Juni 2024

    52,4 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 55 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 6 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 3. August 2014

    56,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  4. 3. August 2014

    76,7 mm in 4 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 51 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  5. 6. August 2013

    35,2 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 18 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  6. 2. August 2012

    30,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 9 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 8. Juli 2012

    54,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 65 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  8. 3. Mai 2012

    26,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 10 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 11. September 2011

    48,0 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 163 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  10. 5. Juni 2011

    37,6 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 12 Jahre · betroffene Fläche 18 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  11. 22. Juli 2005

    30,3 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen
  12. 17. Juli 2003

    26,4 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 9 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Steinhöfel – FAQ

Wie oft kommt es in Steinhöfel zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Steinhöfel zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 50,6 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Steinhöfel bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Steinhöfel bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 50,6 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 100,4 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 30,9 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Steinhöfel hochwassergefährdet?+

Ob Steinhöfel konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Brandenburg zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Steinhöfel vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Steinhöfel und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Steinhöfel?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Steinhöfel am 2. Juni 2024 (56,4 mm in 6 h, intensiver Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 12 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 76,7 mm in 4 h am 3. August 2014 (SRI 7).

Für Kommunen · Brandenburg

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Brandenburg aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Steinhöfel – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.