Bayern · Rodach · ca. 3.297 Einwohner · AGS 09476177

Starkregen, Hochwasser & Überflutung in Steinwiesen

Steinwiesen ist eine Gemeinde in Bayern und liegt in einer süddeutschen, alpennahen Region. Wie überall in Deutschland kann auch hier Starkregen lokal zu Überflutungen führen, unabhängig von der Nähe zu größeren Gewässern.

46,5 mm

Extremregen in 1 h

100-jährliches Ereignis

108,6 mm

Extremregen in 24 h

100-jährliches Ereignis

29,6 mm

Starkregen in 1 h

10-jährliches Ereignis

338,9

Regenspende 15 min

100-jährlich, l/(s·ha)

Statistische Bemessungswerte nach KOSTRA-DWD-2020 für das Rasterfeld Steinwiesen · örtliche Unsicherheit ±26 %

Starkregen in Steinwiesen

Die Nähe zu den Alpen sorgt in der Region um Steinwiesen für einige der höchsten Starkregen-Bemessungswerte Deutschlands. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem 100-jährlichen Ereignis rund 108,6 mm Niederschlag innerhalb von 24 Stunden möglich – kurze, heftige Schauer mit hoher Intensität sind hier statistisch deutlich wahrscheinlicher als im Norden.

Hochwasser in Steinwiesen

Hochwasser ist im alpennahen Süden Deutschlands, wo auch Steinwiesen liegt, ein wiederkehrendes Thema: Alpines Schmelzwasser und intensive Dauerregenlagen können Flüsse rasch anschwellen lassen. Wie stark ein konkretes Grundstück betroffen ist, hängt von der Nähe zu Gewässern und deren Ausbauzustand ab.

Nächstgelegenes im Landschaftsmodell geführtes Fließgewässer: Rodach (unmittelbar im Ortsbereich; BKG DLM250).

Überflutungsrisiko in Steinwiesen

Die hohe Versiegelung vieler Orte im süddeutschen Raum, zu denen auch Steinwiesen zählt, verschärft das Überflutungsrisiko bei Starkregen: Regenwasser kann kaum versickern und sammelt sich in Senken, Unterführungen und Kellern. Kanalnetze sind meist auf deutlich seltenere Ereignisse ausgelegt, als sie hier statistisch vorkommen.

Das Ortszentrum liegt auf rund 364 m ü. NN, die Reliefenergie im 2,5-km-Umkreis beträgt 247 m – ausgeprägtes Gefälle: bei konvektivem Starkregen besteht erhöhtes Sturzflutpotenzial entlang von Hanglagen und Tiefpunkten (BKG DGM200).

Nach Zensus 2022 umfasst Steinwiesen rund 1.193 Gebäude mit Wohnraum und 1.735 Wohnungen – Substanz, die bei einer Starkregenlage gleichzeitig betroffen sein kann.

Klimatrends: Dürre, Sturm & Extremwetter

Der Klimawandel verstärkt im süddeutschen Raum, zu dem auch Steinwiesen zählt, beide Extreme: Die Zahl der Tage mit Starkregenpotenzial steigt, gleichzeitig nehmen Hitze- und Trockenperioden zu. Ausgetrocknete Böden können bei plötzlichem Starkregen weniger Wasser aufnehmen und erhöhen so das Überflutungsrisiko zusätzlich.

Amtliche Bemessungsdaten

Wie viel Regen ist in Steinwiesen statistisch möglich?

Die Tabelle zeigt die Niederschlagshöhen (in mm) nach KOSTRA-DWD-2020, die in Steinwiesen für verschiedene Dauerstufen und Wiederkehrzeiten statistisch zu erwarten sind. Ein Wert von 46,5 mm in einer Stunde (100-jährlich) entspricht 46,5 Litern pro Quadratmeter – weit mehr, als städtische Kanalnetze in dieser Zeit ableiten können.

Alle Werte in mm Niederschlagshöhe

KOSTRA-DWD-2020 Bemessungsniederschläge für Steinwiesen in mm
Daueralle 1 Jahralle 10 Jahrealle 30 Jahrealle 50 Jahrealle 100 Jahre
15 min10,519,424,326,930,5
30 min13,124,230,333,538,0
1 h16,029,637,140,946,5
2 h19,435,844,949,656,3
6 h26,048,060,166,575,5
12 h31,257,672,279,790,6
1 d37,569,086,595,6108,6

Quelle: KOSTRA-DWD-2020, Deutscher Wetterdienst – abgerufen über die openko.de REST-API. Bemessungsniederschläge für das KOSTRA-Rasterfeld im Stadtgebiet Steinwiesen; örtliche Unsicherheit ±26 % (Dauerstufe 60 min, 100-jährlich).

Klimatologische Einordnung · DWD-Referenzwerte

Niederschlagsklima in Steinwiesen

1.009,7 mm

Mittlerer Jahresniederschlag

DWD-Station Steinwiesen (im Ortsgebiet), 1991–2020

791 mm

Deutschlandmittel zum Vergleich

DWD, 1991–2020

6 → 8

Starkregentage pro Jahr (≥ 20 mm)

1961–1990 → 1991–2020, 1-km-Raster

Steinwiesen erreicht im Mittel 1.009,7 mm Jahresniederschlag (DWD-Station Steinwiesen (im Ortsgebiet), 1991–2020) und liegt damit deutlich über dem Deutschlandmittel von 791 mm. Für das örtliche Starkregenrisiko ist die Jahressumme allerdings nur bedingt aussagekräftig: Maßgeblich sind kurze konvektive Ereignisse, die ein Vielfaches mittlerer Tagessummen erreichen können – in Steinwiesen zuletzt dokumentiert am 4. September 2024 mit 47,3 mm in 1 h. Die Zahl der Starkregentage (Tagesniederschlag ≥ 20 mm) ist im Rasterfeld von im Mittel 6 Tagen pro Jahr (1961–1990) auf 8 Tage (1991–2020) gestiegen. Für die Bemessung maßgeblich bleiben die KOSTRA-Kennwerte oben.

Ereigniskatalog · DWD CatRaRE v2026.01

Dokumentierte Starkregenereignisse in Steinwiesen

Die Radarklimatologie des Deutschen Wetterdienstes erlaubt seit 2001 eine flächendeckende, gemeindescharfe Rekonstruktion von Starkregenereignissen. Für Steinwiesen verzeichnet der Ereigniskatalog CatRaRE 13 Ereignisse mit Niederschlagsschwerpunkt im Gemeindegebiet (2003–2024); das stärkste erreichte 73,5 mm in 3 h am 15. Juli 2018 (SRI 7).

  1. 4. September 2024

    47,3 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 31 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  2. 18. August 2024

    49,0 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 47 Jahre · betroffene Fläche 54 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  3. 13. August 2024

    31,9 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 15 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 3 · intensiver Starkregen
  4. 27. Juni 2024

    43,8 mm in 2 h

    Wiederkehrzeit ca. 25 Jahre · betroffene Fläche 15 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  5. 15. Juli 2018

    73,5 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit über 100 Jahre · betroffene Fläche 85 km²

    SRI 7 · außergewöhnlicher Starkregen
  6. 7. Juni 2018

    24,1 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 4 Jahre · betroffene Fläche 17 km²

    SRI 2 · Starkregen
  7. 30. August 2017

    37,7 mm in 3 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 40 km²

    SRI 2 · Starkregen
  8. 9. August 2017

    41,8 mm in 6 h

    Wiederkehrzeit ca. 5 Jahre · betroffene Fläche 20 km²

    SRI 2 · Starkregen
  9. 5. Juli 2015

    40,8 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 46 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 5 · außergewöhnlicher Starkregen
  10. 12. Juni 2007

    27,0 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 7 Jahre · betroffene Fläche 16 km²

    SRI 2 · Starkregen
  11. 22. Juli 2006

    34,6 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 21 Jahre · betroffene Fläche 37 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  12. 17. November 2004

    98,4 mm in 48 h

    Wiederkehrzeit ca. 24 Jahre · betroffene Fläche 258 km²

    SRI 4 · intensiver Starkregen
  13. 23. Juni 2003

    28,5 mm in 1 h

    Wiederkehrzeit ca. 8 Jahre · betroffene Fläche 11 km²

    SRI 2 · Starkregen

Methodik: CatRaRE (Catalogue of Radar-based heavy Rainfall Events, Deutscher Wetterdienst) identifiziert Starkregenereignisse im reprozessierten Radarklimatologie-Datensatz RADKLIM-RW (1×1-km-Raster, stündlich aufsummiert) und nimmt Ereignisse auf, deren Niederschlagshöhe die örtliche 5-jährliche Wiederkehrzeit nach KOSTRA-DWD-2020 überschreitet. Jedes Ereignis wird der Rasterzelle seines Niederschlagsmaximums zugeordnet; großflächige Wetterlagen mit Schwerpunkt außerhalb des Gemeindegebiets werden dem jeweiligen Schwerpunktort zugerechnet und erscheinen hier nicht – die tatsächliche lokale Betroffenheit kann daher weitere Ereignisse umfassen. Der zwölfstufige Starkregenindex (SRI) klassifiziert die Intensität relativ zur örtlichen Niederschlagsstatistik: SRI 1–2 Starkregen, 3–4 intensiver, 5–7 außergewöhnlicher, 8–12 extremer Starkregen. Quelle: DWD Open Data, CatRaRE T5 Eta v2026.01.

Häufige Fragen

Starkregen & Hochwasser in Steinwiesen – FAQ

Wie oft kommt es in Steinwiesen zu Starkregen?+

Wie in weiten Teilen Deutschlands kann es auch in Steinwiesen zu Starkregen kommen. Nach KOSTRA-DWD-2020 sind bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Ereignis rund 46,5 mm Niederschlag in einer Stunde möglich – Werte, die je nach Region und Topographie unterschiedlich stark zu urbanen Überflutungen führen können.

Wie viel Regen fällt in Steinwiesen bei einem 100-jährlichen Starkregen?+

Nach KOSTRA-DWD-2020 (Deutscher Wetterdienst) fallen in Steinwiesen bei einem statistisch alle 100 Jahre zu erwartenden Starkregen rund 46,5 mm Niederschlag in einer Stunde und rund 108,6 mm innerhalb von 24 Stunden. Schon ein 10-jährliches Ereignis bringt etwa 29,6 mm in einer Stunde – mehr, als die meisten Kanalnetze ableiten können.

Ist Steinwiesen hochwassergefährdet?+

Ob Steinwiesen konkret hochwassergefährdet ist, hängt von der Lage zu Bächen, Flüssen und tief liegenden Bereichen ab. Wir empfehlen, die amtlichen Hochwassergefahrenkarten des Landes Bayern zu prüfen. Unabhängig davon besteht überall in Deutschland ein Risiko durch Starkregen-Überflutungen fernab von Gewässern.

Wie kann ich mich in Steinwiesen vor Überflutung schützen?+

Informieren Sie sich über die Starkregen-Gefahrenkarten für Ihr Grundstück, sichern Sie Kellerfenster, Rückstauklappen und tiefliegende Zugänge – und sorgen Sie dafür, dass Warnungen Sie rechtzeitig erreichen. Mit der kostenlosen Starkregen-App erhalten Sie ortsbezogene Frühwarnungen mit konkreten Verhaltenshinweisen für Steinwiesen und Umgebung.

Wann gab es zuletzt Starkregen in Steinwiesen?+

Der Ereigniskatalog CatRaRE des Deutschen Wetterdienstes verzeichnet das jüngste Starkregenereignis mit Niederschlagsschwerpunkt in Steinwiesen am 4. September 2024 (47,3 mm in 1 h, außergewöhnlicher Starkregen). Insgesamt sind seit 2003 13 Ereignisse mit Schwerpunkt im Gemeindegebiet dokumentiert; das stärkste erreichte 73,5 mm in 3 h am 15. Juli 2018 (SRI 7).

Für Kommunen · Bayern

Starkregenvorsorge ist kommunale Daueraufgabe

Rechtlicher Rahmen

Die EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie, umgesetzt in §§ 73–75 Wasserhaushaltsgesetz, verpflichtet zu fortlaufender Risikobewertung und Managementplänen – Kommunen sind zentrale Akteure der Umsetzung, auch jenseits der Gewässer beim Starkregen.

Fachlicher Standard

Das Merkblatt DWA-M 119 beschreibt den anerkannten Handlungspfad des kommunalen Starkregenrisikomanagements: Gefährdungsanalyse, Vorsorge – und ausdrücklich die frühzeitige Warnung als eigenen Baustein.

Förderlandschaft

Bund und Länder fördern kommunale Starkregenvorsorge über wechselnde Programme (Stand Juli 2026) – welche Wege für Kommunen in Bayern aktuell offenstehen, klären wir im Erstgespräch.

Frühwarnung für Steinwiesen – bevor das Wasser kommt

Das bundesweite Flutwarnsystem verbindet amtliche Warnungen, IoT-Sensorik und Echtzeit-Simulation zu einem gemeinsamen Lagebild für Kommunen, Landkreise und Unternehmen. Erfahren Sie unverbindlich, wie Ihre Kommune angebunden werden kann – Bürgerinnen und Bürger erhalten ortsgenaue Warnungen mit der Starkregen-App.